Main-Tauber

Trockenheit Landwirtschaft im Main-Tauber-Kreis leidet unter geringen Niederschlagsmengen / Trinkwassernachschub gesichert

Spitzenerträge bei diesjähriger Ernte nicht zu erwarten

Main-Tauber-Kreis.Große Teile von Deutschland werden von Trockenheit geplagt. Auch im Main-Tauber-Kreis haben Landwirte mit zu geringen Niederschlagsmengen zu kämpfen. Jedoch ist die Situation hier von Ort zu Ort sehr unterschiedlich, wie ein Sprecher des Landratsamts auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt. Ursache dafür seien die variierenden Bodenverhältnisse. Dort, wo recht flachgründige Böden vorhanden seien, trockneten diese schneller aus. An anderen Stellen seien die Böden noch feuchter.

Allgemein würde in diesem Jahr ungewöhnlich früh geerntet. Auch gebe es keine Spitzenerträge, sondern allenfalls einen guten Durchschnitt oder weniger. Dies sei jedoch immer noch mehr als in anderen Regionen, in denen Missernten verzeichnet würden. Die Wintergerste und der Raps seien fast komplett geerntet, die Weizenernte werde bis nächste Woche in vollem Gange sein.

Nach Angaben des Landratsamts werden die Kulturen damit jeweils etwa zwei bis drei Wochen früher geerntet als üblich. Grund dafür seien die hohen Temperaturen seit Anfang Mai und die stellenweise fehlenden Niederschläge. In den letzten Monaten habe es wenig Landregen gegeben, der für ein gutes und gleichmäßiges Wachstum notwendig ist, sondern eher punktuelle Niederschläge. Bei Mais und Zuckerrüben stehe die Ernte erst ab Mitte/Ende September an.

Sollte es im Juli und im August noch reichlich regnen, könnten sich die Ertragseinbußen bei diesen Kulturen in Grenzen halten.

Frühe Weinlese

Auch die Winzer müssen sich auf Veränderungen einstellen. Mit einem Beginn der Weinlese ist laut Landratsamt aufgrund des Vegetationsverlaufs bei den frühen Sorten schon in den ersten Septembertagen zu rechnen.

Andere Bereiche sind nicht von Trockenheit betroffen. So herrscht nach Angaben des Landratsamts in den Wäldern derzeit keine ungewöhnliche Situation durch Trockenheit. Auch der Tauberpegel in Bad Mergentheim befinde sich auf einem durchschnittlichen Stand.

Für die Versorgung mit Trinkwasser besteht ebenfalls keine Gefahr, wie Stefan Wolf, Abteilungsleiter Gas, Wasser und Wärme bei den Stadtwerken Wertheim auf Anfrage mitteilt. „Auch wir hätten es lieber, wenn es mehr regnen würde“, erklärt Wolf. Die Stadtwerke bezögen ihren Nachschub jedoch aus dem Grundwasser, zum Beispiel aus der Zellinger Mulde. Und diese Vorräte reicherer sich vor allem über die Wintermonate und im Frühjahr an. Zwar sei in den letzten Jahren ein leichter Rückgang bei der Grundwasserneubildung zu verzeichnen gewesen. Gerade in diesem Winter sei die Situation jedoch wieder sehr gut gewesen.

Auch beim Stadtwerk Tauberfranken gibt es keine Probleme mit dem Wassernachschub. „Natürlich sind Brunnen und Quellen bei Trockenheit weniger ergiebig, aber wir bewegen uns noch im normalen Rahmen“, erklärt Geschäftsführer Norbert Schön.