Main-Tauber

Umsatzsteuer 2016 flossen bundesweit rund 166 Milliarden Euro in die Kassen / 5193 steuerpflichtige Unternehmen im Main-Tauber-Kreis

Sprudelnde Quelle für Bund, Länder und Kommunen

Main-Tauber-Kreis.Sie ist ein Liebling der Finanzminister, Kreis-, Stadt- und Gemeindekämmerer - die Umsatz- oder Mehrwertsteuer: Rund 166 Milliarden Euro flossen aus dieser Steuerquelle 2016 in die Kassen von Bund, Ländern und Kommunen.

Das sind 6,9 Milliarden Euro mehr als 2015 (159 Milliarden). Geflossen ist das Geld über die umsatzsteuerpflichtigen Betriebe und Freiberufler. 2015 waren das bundesweit 3,26 Millionen, in Baden-Württemberg 449 441, wovon 5193 im Main-Tauber-Kreis beheimatet sind. Sie geben weiter, was sie im Auftrag des Staats als sieben oder 19 Prozent Mehrwertsteuer kassieren, denn bezahlt wird die Steuer am Ende durch die Verbraucher, die Waren oder Dienstleistungen kaufen.

Wie viel? Da gibt sich die Finanzstatistik zugeknöpft: Aber der Betrag lässt sich hochrechnen. So dürften es im Jahr 2015 im Main-Tauber-Kreis rund 176,9 Millionen Euro Umsatzsteuer gewesen sein, etwa 8,9 Millionen Euro mehr als 2014. Und 2016? Da schweigt die Datenbank noch.

Derzeit ist die Endfassung der Umsatzsteuerstatistik 2016 in Arbeit, für die Meldungen lief in vielen Fällen die Frist bis Ende September, Verlängerungen sind möglich. Der 2016er-Bundeswert basiert bisher auf den Voranmeldungen. Auf regionaler Ebene ist die Umsatzsteuerstatistik 2015 dagegen abgeschlossen, so dass es jetzt präzise Werte für 2015 und 2014 gibt. Allerdings nicht bis ins Kleinste: Bei den regionalen Daten gibt es zwar Informationen zu den "steuerbaren Umsätzen", aber nicht zum tatsächlichen "Umsatzsteueraufkommen". Der Unterschied? Wenn etwas 1,19 Euro kostet, sind der eine Euro "steuerbarer Umsatz" und die 19 Cent, das "Umsatzsteueraufkommen", das ans Finanzamt weitergeht.

In ganz Baden-Württemberg zählten die Statistiker zuletzt 449 441 steuerpflichtige Unternehmen, darunter 5193 im Main-Tauber-Kreis. Zusammen erwirtschafteten die hiesigen Unternehmen ein Umsatzvolumen von rund 6,66 Milliarden Euro (Stand: 2015). Ein Jahr zuvor gab es noch 5166 Steuerpflichtige und einen erwirtschafteten Umsatz von rund 6,39 Milliarden Euro. Mit dem Plus von 27 Umsatzsteuerpflichtigen liegt der Main-Tauber-Kreis im Trend, denn bundesweit kamen vergangenes Jahr 15 316 Umsatzsteuer-Erwirtschafter hinzu.

Die Bedeutung der einzelnen Branchen als Umsatz- und Steuerbringer ist unterschiedlich hoch: Im Kreis fallen mit 3,21 Milliarden Euro rund 48,2 Prozent im verarbeitenden Gewerbe an. Der Handel insgesamt (einschließlich der Reparatur von Kraftfahrzeugen) kommt mit 1,8 Milliarden Euro auf 27,6 Prozent. Macht zusammen 75,8 Prozent. Der Rest teilt sich auf die anderen Wirtschaftsabteilungen auf.

Das Baugewerbe beispielsweise kommt mit 584,2 Millionen Euro auf 8,8 Prozent. Alles rund um die Energieversorgung kommt mit 178,6 Millionen Euro auf 2,7 Prozent. Und freiberufliche wissenschaftliche und technische Dienstleister sind mit 161,6 Millionen Euro und 2,4 Prozent dabei, um nur eine Auswahl zu nennen. Im Gastgewerbe fallen 100,9 Millionen Euro Umsatz an, das sind 1,5 Prozent.

Blickt man auf den Anteil vom Main-Tauber-Kreis am bundesweit erwirtschafteten steuerbaren Umsatz, kommen 0,1 Prozent zusammen. Und dieser Wert bei der Umsatzsteuer zugrunde gelegt, ergibt den Betrag von 176,9 Millionen Euro, der hier im Kreis über alle Einkäufe und Aufträge zusammengekommen sein dürfte. Das waren 8,9 Millionen Euro mehr als im Jahr davor.

Bundesweit dürfte diese Geldquelle auch in den Folgejahren sprudeln. Denn die anhaltend hohe Beschäftigung und der gestiegene Privatkonsums beschert aktuell kräftig wachsende Lohnsteuer- und Umsatzsteuereinnahmen. zds