Main-Tauber

„Berlin im Dialog“ Förderverein der Wirtschaftsjunioren veranstaltete Diskussionsrunde

Trumps Politik kontrovers betrachtet

Main-Tauber-Kreis.Bei der Veranstaltung „Berlin im Dialog“ der Wirtschaftsjunioren diskutierten sechs Politiker aus allen im Bundestag vertretenen Parteien über Handelskriege und Sanktionen sowie deren Folgen für die Welt und Wertegemeinschaft. Außerdem erörterten sie, weshalb die „Volksparteien“ aktuell stark an Zuspruch verlieren.

Die Veranstaltung „Berlin im Dialog“ ist bereits ein fester Bestandteil im Jahresprogramm des Fördervereins der Wirtschaftsjunioren Heilbronn-Franken (WJ) und fand bereits zum neunten Mal statt.

Direkter Einstieg

In seiner Begrüßung sprach Jürgen Pinnisch, Vorstand der Volksbank Heilbronn, die aktuellen Handelskonflikte zwischen Europa, den USA und China direkt an und erinnerte auch an mögliche Auswirkungen der Politik Trumps, des Brexits und der momentanen Uneinigkeit der deutschen Parteien. Karl Pommée, Vorsitzender des Förderkreises der WJ, brachte außerdem den Handelsüberschuss, den Deutschland seit Jahren generiert ins Gespräch und stimmte die Gäste auf die beiden Themen des Abends ein.

In der ersten Diskussionsrunde fragte Professor Wolf Michael Nietzer, ob die aktuellen Handelskriege und Sanktionserlassungen zum Ende einer multilateralen und regelbasierten Handelsordnung sowie der Wertegemeinschaft führen.

Freien Handel befürwortet

Franziska Gminder vertrat dabei die Auffassung, man solle der „America first“-Politik Trumps offener gegenüberstehen und auch über eine ähnliche Politik für Deutschland nachdenken. Die Vertreter der anderen Parteien widersprachen jedoch dieser Ansicht und befürworteten einen freien Handel. Josip Juratovic und Jessica Tatti forderten darüber hinaus ein einheitlicheres Europa mit gemeinsamen Werten. Josip Juratovic: „Das ‚Wir’ sollte nicht für uns Deutsche stehen, sondern für uns alle in Europa.“

Weniger Zuspruch

In der zweiten Diskussionsrunde fragte Oliver Durst, weshalb die „Volksparteien“ aktuell, wie beispielsweise bei der Landtagswahl in Bayern, stark an Zuspruch verlieren.

Jessica Tatti gab als Grund die Unzufriedenheit mit der aktuellen Regierung unter der großen Koalition an. Michael Georg Link ergänzte, dass die Bevölkerung die Uneinigkeit in der Koalition spüre und deshalb unzufrieden sei.

Dr. Danyal Bayaz stimmte zu: „Wir unterschätzen das Urteilsvermögen der Wähler.“ Darauf erwiderte Alexander Throm: „Wir arbeiten daran, innerparteiliche Differenzen zu beheben.“ Franziska Gminder sah das fehlende Einlösen von Wahlversprechen als Grund für die Unzufriedenheit der Bürger. Josip Juratovic gab daraufhin zu bedenken, dass in einer Koalition immer Kompromisse gefunden werden müssten und deshalb nicht alle Wähler zufriedengestellt werden könnten.

Interessierte Zuhörer

Die abschließende Fragerunde wurde von den Gästen rege genutzt, und es wurden verschiedene Fragen zu den Themen Globalisierung, Flüchtlingspolitik, Erneuerbare Energien, Elektromobilität und Breitbandausbau gestellt.

Ein abschließendes Get-together bot die Möglichkeit, die in der Fragerunde angesprochenen Themen im Gespräch mit den Politikern weiter zu vertiefen.