Main-Tauber

Gesellschaft für fränkische Geschichte Tagung im Kloster

Viele kunsthistorische und historische Schätze

Archivartikel

Bronnbach.Die Gesellschaft für fränkische Geschichte tagte im Kloster Bronnbach. Die historische Gesellschaft, die seit 114 Jahren Forschungen zur Geschichte und Kunstgeschichte Frankens durchführt, hatte sich „Tauberfranken“ zum Thema gewählt.

Der Erste Landesbeamte des Main-Tauber-Kreises, Dr. Ulrich Derpa, und Wertheims Bürgermeister Wolfgang Stein hießen die etwa 100 Teilnehmer willkommen. Nach einer Besichtigung des Klosters Bronnbach und einer Führung durch das Staatsarchiv durch Archivleiterin Dr. Monika Schaupp tagte die Gesellschaf im Josephsaal.

In einem unterhaltsamen Vortrag näherte sich die Dialektforscherin Dr. Sabine Krämer-Neubert der Region Tauberfranken aus sprachforscherischer Sicht, indem sie die Lage der Wertheimer Region direkt an der „Appel/Apfellinie“ zwischen dem mainfränkischen und dem rheinfränkischen Sprachraum erklärte.

Am zweiten Tag führte Hans-Georg von Mallinckrodt die Gesellschaft durch die Gamburg mit den sensationellen Fresken im stauferzeitlichen Palas, man erfuhr in Niklashausen von Professor Rainer Leng (Würzburg) die Geschichte des Pfeifferhannes und besichtigte die Wehrkirche in Urphar mit mittelalterlichen Wandmalereien und dem außergewöhnlichen Balkengestühl (Führung durch PD Dr. Frank Kleinehagenbrock). Ein weiterer

Höhepunkt war der Vortrag von Professor Volker Rödel (Karlsruhe) zur originellen Geschichte der Reichsunmittelbarkeit des Dorfes Umpfenbach. Die Tagung klang im Wertheimer Schlösschen aus, das Dr. Jörg Paczkowski als Paradebeispiel des Wertheimer Bürgerengagements präsentieren konnte.

Die Tagungsteilnehmer waren begeistert von der dichten Geschichte und den historischen und kunsthistorischen Schätzen der Tauberregion. Der Vorsitzende der Gesellschaft für fränkische Geschichte, Heinrich Freiherr von Pölnitz, brachte es auf den Punkt: „Eineinhalb Tage sind für diese Gegend in jeder Hinsicht viel zu wenig“. Der zweite Vorsitzende, Paul Freiherr von und zu Franckenstein, ergänzte: „Wir reisen mit dem Empfinden nach Hause, dass wir unbedingt bald wiederkommen müssen“.