Main-Tauber

Frühlingszeit ist Heuschnupfenzeit Jeder vierte Erwachsene und 15 Prozent der Schulkinder leiden unter Rhinopathie / Zahl der Patienten ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen

Vorbeugende Maßnahmen verringern Allergien gegen Pollen

Main-Tauber-Kreis.Viele Menschen freuen sich auf das Erwachen der Natur im Frühling – für andere beginnt allerdings dann wieder die Zeit des Leidens: Tränende Augen und tropfende Nasen.

Jeder vierte Erwachsene sowie 15 Prozent der Kinder im Schulalter leiden unter Heuschnupfen (Rhinopathie). Schuld sind häufig Pollen, die von Gräsern oder Bäumen in die Luft abgegeben werden. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gehören „allergische Erkrankungen, wie Heuschnupfen, zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Heranwachsenden“.

In Baden-Württemberg erhöhten sich die ärztlichen Behandlungen bei AOK-Versicherten von 258 952 in 2013, über 274 171 (2015) auf 281 308 im Jahr 2017. Im Main-Tauber-Kreis stieg die Zahl der AOK-Heuschnupfen-Patienten im gleichen Zeitraum von 3276 (2013) auf 3785 (2017).

In den vergangenen fünf Jahren stieg die Zahl der Rhinopathie-Patienten im Main-Tauber-Kreis jährlich um durchschnittlich 0,4 Prozent. Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit einem Marktanteil von 43 Prozent die größte Krankenkasse des Landes ist.

AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Bei Pollenallergien zeigen sich die Symptome immer dann, wenn die jeweiligen Pollen in hoher Konzentration auftreten. Dies ist meist am Frühlingsanfang. Bei anderen Allergieauslösern, wie Hausstaubmilben oder Tierhaaren, bestehen die Beschwerden das ganze Jahr über.“

Allergischer Schnupfen könne sich durch häufiges Niesen und eine laufende Nase bemerkbar machen. Gehe er mit einer Bindehautentzündung einher, tränen und jucken zudem die Augen und die Augenlider sind geschwollen. Auch Juckreiz und asthmatische Beschwerden könnten auftreten.

Sind die Beschwerden stark ausgeprägt, können sich Folgeerkrankungen wie zum Beispiel eine Nasennebenhöhlenentzündung entwickeln. Die Schleimhäute von Menschen mit allergischem Schnupfen reagieren häufig überempfindlich auf Zigarettenrauch und trockene Heizungsluft.

„Wichtig zur Vorbeugung ist es, die Allergene zu meiden“, verdeutlicht Dr. Knapstein und ergänzt: „Bei starkem Pollenflug sollte man beim Fahren die Autofenster geschlossen halten und vor dem Schlafengehen die Haare waschen.“

Hilfreich seien auch Pollenschutzgitter an den Wohnungsfenstern. Studien hätten gezeigt, dass das Inhalieren von ätherischen Dämpfen, salzhaltigen Nasensprays, und Spülungen Erleichterung verschaffen.

Zur Behandlung könne eine Reihe von Medikamenten eingesetzt werden. Gut belegt sei auch die Wirksamkeit der spezifischen Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt. Ziel ist es, das Immunsystem an die allergieauslösenden Stoffe zu gewöhnen und den Verlauf der allergischen Erkrankung günstig zu beeinflussen. Hier muss immer ein Arzt zurate gezogen werden. aok