Main-Tauber

Kommunaler Landschaftspflegeverband Mitglieder zogen im Kloster Bronnbach Bilanz / Einsatz für die Lebensgrundlagen von Tieren und Pflanzen

Wichtiger Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt im Landkreis

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Zur Mitgliederversammlung traf sich der Kommunale Landschaftspflegeverband Main-Tauber im Kloster Bronnbach mit anschließender Führung durch den frisch sanierten Abteigarten. Der Vorsitzende, Landrat Reinhard Frank, betonte die wichtige Arbeit. Er lobte die vielfältigen Aktivitäten des Vereins, der sich kreisweit für den Erhalt der traditionellen Kulturlandschaft einsetzt.

369 Hektar gepflegt

Der Landschaftspflegeverband konnte im Jahr 2017 insgesamt wieder 369 Hektar pflegen. Dabei wurden rund 335 906 Euro umgesetzt. Einen Schwerpunkt der Arbeit stellt die Offenhaltung der Trockenhänge im Muschelkalk und Buntsandstein dar. Dies trägt wesentlich zur Erhaltung der biologischen Vielfalt im Landkreis bei.

Neben der Pflege der Trockenhänge sanierte der Verband im Jahr 2017 auch 290 Quadratmeter Trockenmauern.

Diese ohne Mörtel errichteten Mauern prägen das Landschaftsbild des Taubertales und bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Wie bereits in den vergangenen Jahren wurde in Zusammenarbeit mit der staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Heidelberg (LVG) ein Trockenmauerbaukurs im Satzenberg bei Reicholzheim veranstaltet. Auch 2018 sollen etwa 500 Quadratmetern Trockenmauern saniert und neu aufgesetzt werden.

Managementpläne umgesetzt

Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich der Geschäftsstelle des Kommunalen Landschaftspflegeverbandes ist die Umsetzung von „Natura 2000“-Managementplänen. So lagen im Jahr 2017 etwa 95 Hektar der Pflegemaßnahmen in FFH-Gebieten (Flora-Fauna-Habitat-Gebiete). Die Arbeiten werden überwiegend von Landwirten des Maschinenringes östlicher Tauberkreis erledigt, aber auch private Flächennutzer oder Vereine helfen mit, das charakteristische Landschaftsbild des Main-Tauber-Kreises zu erhalten.

An den Pflegekosten beteiligen sich die Gemeinden mit 24 Prozent, der Landkreis mit sechs Prozent, und das Land übernimmt die restlichen 70 Prozent.

Neben der Vorbereitung, der Organisation und Kontrolle von Pflegemaßnahmen und dem Weidemanagement wird viel Zeit in Öffentlichkeitsarbeit investiert. Zahlreiche Informationsveranstaltungen, Führungen und Ausstellungen sollen verdeutlichen, dass die Landschaft im Main-Tauber-Kreis viel zu bieten hat und jeder einen Beitrag leisten kann, um ihre Vielfalt, Eigenart und Schönheit auf Dauer zu erhalten.

Folgenutzung für Flächen

Bürgermeister Thomas Maertens aus Lauda-Königshofen beantragte die Entlastung des Vorstands und den Geschäftsführer, die das Gremium einstimmig erteilte. Bürgermeister Maertens wies auf das enorme Insekten- und Vogelsterben hin. Er betonte, wie wichtig die Arbeit des Verbandes sei, vor allem da der Main-Tauber-Kreis noch eine sehr hohe Artenvielfalt aufweise, die es zu erhalten gelte.

Durch die Pflegemaßnahmen des Verbandes wird das typische Landschaftsbild des Lieblichen Taubertals mit Steinriegeln, Trockenmauern, Magerrasen sowie Streuobstwiesen erhalten und gleichzeitig der Lebensraum einiger teilweise stark gefährdeter Arten verbessert.

Bei der Versammlung wurde der Haushalts- und Arbeitsplan für das Jahr 2018 vorgestellt und von den Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden beschlossen. Insgesamt sollen im Jahr 2018 rund 369 Hektar Fläche gepflegt werden.

Auf circa 33 Hektar sollen Gehölze entfernt und anschließend mit Schafen, Rindern oder Ziegen beweidet werden. Der Landschaftspflegeverband ist bestrebt, möglichst eine Folgenutzung für die freigestellten Flächen zu finden. Ökologisch ist die extensive Beweidung eine optimale Nutzung. Die Artenzahl von seltenen Orchideen oder anderen Pflanzen sowie vielen Schmetterlings- und Heuschreckenarten nahm so in den vergangenen Jahren kontinuierlich zu.

Führung durch den Abteigarten

Bei der anschließenden Führung durch den Abteigarten des Klosters Bronnbach konnte die sanierte Anlage mit ihren barocken Figuren bestaunt werden. Die Führung von Annemarie Heußlein war sehr kurzweilig und lieferte einen schönen Einblick in die damalige Zeit. Das herrliche Ambiente des Abteigartens, der als barockes Kleinod seines gleichen sucht, rundete die Versammlung und das gelungene Landschaftspflegejahr 2017 wunderbar ab.

Weitere Informationen über die Arbeit des Kommunalen Landschaftspflegeverbandes gibt es unter www.klpv-main-tauber.de. Hier können auch verschiedene Informationsbroschüren heruntergeladen werden. klpv