Main-Tauber

Caritasverband Vortrag „Welche Entwicklungsaufgaben haben Jugendliche und deren Eltern?“ am 16. Oktober beschäftigt sich mit dem „Empty-Nest-Syndrom“

Wie Familien die Pubertät der Kinder am besten meistern können

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Die Zeit, „wenn Kinder flügge werden“, ist für alle Beteiligten – Jugendliche und Eltern – eine sensible Phase. Jugendliche entwickeln sich körperlich und psychisch weiter zu Erwachsenen. Bei manchen Jugendlichen verläuft diese Zeit recht entspannt, bei anderen dagegen gibt es große Stimmungsschwankungen, bei denen Eltern oft nicht wissen, wie sie gut damit umgehen können. Ewige Diskussionen um die immer gleichen Themen, das Hinterherräumen und Versorgen sind Konfliktfelder, die Eltern von pubertierenden Kindern zur Genüge kennen.

In dieser Phase lernen nicht nur Jugendliche, auf eigenen Beinen zu stehen, sondern auch Ehepaare müssen ihr gemeinsames Leben künftig neu gestalten. Das gelingt nicht immer problemlos: Oftmals trauern Eltern, manche geraten gar in eine Depression. Die Sinnfrage stellt sich ganz neu mit voller Wucht. Und viele Eltern stellen fest, dass sie als Paar nichts mehr mit sich anfangen können. Etliche Ehepaare lassen sich scheiden, wenn die Kinder aus dem Haus gehen.

Was also tun, um für die Krisenzeit mit Ansage besser gewappnet zu begegnen? Auf diese Frage wollen Bernhard Bopp und Iris Kaspar vom Caritasverband im Tauberkreis e.V. kompetente Antworten geben. Dem Leiter der Erziehungs- und Familienberatungsstelle und der Leiterin der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle begegnen bei ihren Beratungsgesprächen oftmals die Einzelaspekte des wissenschaftlich „Empty-nest-Syndrom“ („empty nest“ heißt leeres Nest) getauften Phänomens. Es geht darum, mit der Pubertät und dem Erwachsenwerden der Kinder zurechtzukommen und das Zusammenleben als Paar wieder zu entdecken. Was also ist sinnvoller, als beide Aufgaben gemeinsam anzugehen?

Bopp und Kaspar tun das nun erstmals in einem Vortrag, den sie am 16. Oktober in Tauberbischofsheim gemeinsam halten. Auf der Elternebene spricht Bopp darüber, „was Jugendliche leisten müssen, um erwachsen zu werden und wie Eltern sie dabei unterstützen können“, wie er erklärt. Eltern sollen verstehen, was in den jungen Menschen vor sich geht.

Die zweite Perspektive ist die des Paares, das sich in weiten Strecken der gemeinsamen Zeit als Paar - neben den sonstigen Anforderungen des Alltags - auf die „Nest- und Brutpflege“ konzentriert hat.

Nun wird diese Energie frei für etwas Neues. Das kann Krise und Chance zugleich bedeuten, denn das Paar steht nun vor der Aufgabe, sich nochmals neu zu definieren. Was machen wir mit dem Rest unseres Lebens?

Bopp und Kaspar freuen sich auf die fächerübergreifende Veranstaltung. Iris Kaspar meint: „Es hat viel Sinn, das System Familie als Ganzes zu sehen und die verschiedenen Perspektiven auszuleuchten.“ Bopp ergänzt: „Nicht nur Kinder entwickeln sich zu Erwachsenen, sondern auch Paare oder allein Erziehende müssen ihre Kinder loslassen und ihr eigenes Leben neu ausrichten. Dies Zeit stellt für alle eine besondere Herausforderung dar“.

Der Vortrag gibt ganz konkrete Tipps. Die Vortragenden gehen auf Fragen der Teilnehmenden ein. Der Vortragsabend findet am Dienstag, 16. Oktober, von 19.30 bis 21.30 Uhr statt im „Blauen Salon“ in der Geschäftsstelle des Caritasverbands im Tauberkreis am Schlossplatz 6 in Tauberbischofsheim statt. car