Main-Tauber

Forstwirtschaft Waldbautrainer sollen im Landkreis das Wissen über die Eichenproduktion festigen

Wie man wertvolles Holz gewinnt

Archivartikel

Um wertvolle Eiche in den Wäldern ernten zu können, braucht es einen langen Atem und vor allem eine gute Pflege der Bäume. Waldbautrainer sollen wichtige Tipps für die Eichenproduktion geben.

Main-Tauber-Kreis. Beim Meistgebotstermin „Submission Taubertal“ Wertholz wurde aus allen Waldbesitzarten des Kreises für insgesamt fast 1,5 Millionen Euro verkauft. Dieses Holz ist durch die Hände von mindestens sechs Generationen von Privatwaldeigentümern, Förstern und Forstwirten gegangen.

„Ich bin stolz auf den guten Ruf, den unser Landkreis für seine Eichenwirtschaft hat“, sagt Forstdirektorin Dagmar Wulfes, die Leiterin des Forstamtes beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis. „Mir ist dabei bewusst, dass wir den Verdienst längst vergangener Forstgenerationen einlösen.“

Auch in Zukunft soll das Wissen darüber, wie wertvolle Eiche produziert wird, im Kreis aktuell bleiben. Deshalb hat das Forstamt die Waldbautrainer von ForstBW in den Main-Tauber-Kreis geholt. Diese halten Schulungen für Förster und Forstwirte in ganz Baden-Württemberg ab und bringen so die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Erfahrungen aus ganz Europa auf die Fläche.

Im Staatswald bei Creglingen hatten die Förster des Main-Tauber-Kreises diesmal Gelegenheit, sich über Jungbestandspflege und Jungdurchforstungen in Eichenwäldern auszutauschen und die beste Bewirtschaftungsform festzulegen. Damit wird gewährleistet, dass auch in 100 Jahren noch wertvolles Eichenholz verkauft werden kann.

In den Kulturen muss die langsam wachsende Eiche gegen die sie überwachsende Konkurrenzvegetation gesichert und vor Wildverbiss geschützt werden. Beginnend bei „Mannshöhe“, also einer durchschnittlichen Höhe des Waldes von zwei Metern, sollte die Eiche im Rahmen einer Mischwuchsregulierung flächig gefördert und von konkurrierenden Baumarten befreit werden.

Gleichzeitig müssen aber die Mischbäume erhalten werden, die später zur Schaftpflege der Eiche, also zur Beschattung des Eichenstamms, benötigt werden. Hier heißt es, genau die richtige Anzahl von Bedrängern zu entnehmen, um im Eichenmischwald ein ausgewogenes Gleichgewicht herzustellen. Eingriffe sind alle drei bis fünf Jahre notwendig. Bei rund 17 Metern Oberhöhe haben die Eichen, die bis dahin sehr dicht gestanden haben, soweit die unteren Äste verloren, dass jetzt die besten Bäume gefördert werden können und in die Dimension wachsen.

Bis zu dieser Höhe sind schon fast 40 Jahre vergangen. Weitere 100 Jahre mit regelmäßiger Durchforstung und Förderung der besten Eichen werden vergehen, bis die ersten dicken Eichen für die Submission geerntet werden können. lra