Main-Tauber

Schule FN-Umfrage nimmt künftige Fünftklässler in den Blick / Entscheidungen hängen unter anderem von Profil und Verkehrsanbindung ab

Zahl der Anmeldungen schwankt leicht

Archivartikel

Die weiterführenden Schulen im Kreis bereiten sich nach der Anmeldung der kommenden Fünftklässler nun auf das neue Schuljahr vor.

Main-Tauber-Kreis. Überall im Kreis haben sich die zukünftigen Fünftklässler an den weiterführenden Schulen angemeldet. Eine spannende Zeit für Schulen, Schüler, Lehrer und Eltern, denn ohne verpflichtende Grundschulempfehlung ist das Anmeldeverhalten der Schüler oftmals nicht vorhersehbar.

Die Eltern und Schüler fragen sich, ob sie an ihrer Wunschschule aufgenommen werden können. Schulleiter und Lehrer bangen, ob die Anmeldezahlen konstant zu den vorangegangenen Jahrgängen bleiben. Summa summarum schwanken die vorläufigen Anmeldestände der kommenden Fünftklässler im Main-Tauber-Kreis leicht.

Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle wie Geburtenrückgänge, Wachstum oder Rückgang der Bevölkerung in Kommunen und neue beliebte Angebote an Schulen. Auch die Schülerbeförderung scheint prägend bei der Entscheidung der Eltern und Schüler, welche weiterführende Schule in Frage kommt.

Bei einer FN-Umfrage sämtlicher Schulen im Kreis klang hier und da an, dass Eltern gewillt seien, ihre Kinder eher auf das Gymnasium zu schicken, obwohl die nicht verpflichtende Empfehlung der Grundschule anders laute.

Durch den Wegfall der Hauptschule fürchten viele Eltern, dass die Realschule zur neuen Hauptschule werde. Die Gesamtschule, als eher neueres Schulmodell im Kreis, sei bei vielen Eltern noch wenig bekannt. Einzelne seien begeistert, andere hielten sich noch zurück und wollten die Entwicklung abwarten.

Außendarstellung enorm wichtig

In Zeiten ohne geltende Grundschulempfehlung und sinkender Schülerzahlen ist die Außendarstellung von Schulen, vor allem weiterführenden Schulen, enorm wichtig geworden.

Informationsabende, Schnupperunterricht für Schüler und Eltern, Tag der offenen Tür – die Schulen wollen sich von ihrer besten Seiten zeigen, ihr Lehrangebot und die Schwerpunkte darlegen. An verschiedenen Stellen klang bei der Recherche an, dass potenzielle Schüler und deren Eltern nicht nur beraten, sondern beworben werden.

Positiv sei für viele der Gedanke der freien Wahl der Schule. Jedes Kind habe seine eigene Entwicklungsgeschwindigkeit und andere Interessen. Außerdem scheinen sich durch die entstandene Konkurrenz viele Schulen neu aufzustellen und ihre Konzepte zu überdenken.

Tauberbischofsheim

Die Werkrealschule in Tauberbischofsheim hat im neuen Schuljahrgang eine Klasse weniger. Mit 23 Anmeldungen für Klasse 5 wird es eine Klasse geben. Dagegen haben sich 88 Schüler für die Realschule des Schulverbundes „Schulzentrum am Wört“ angemeldet, wodurch ein dreizügiger Jahrgang entsteht.

Die Schulleiterin des Mathias-Grünewald-Gymnasiums (MGG), Martina Schlegl, äußerte sich zu den Anmeldezahlen: „Leider haben wir im Vergleich zum letzten Jahr keine Steigerung bei den kommenden Fünftklässlern. Letztes Jahr war aber ein Spitzenjahrgang – somit liegen wir für das kommende Schuljahr in einem konstanten Bereich.“

Von den Grundschulen wisse sie, dass der betreffende Jahrgang nicht besonders geburtenstark gewesen sei. „In der Tauberschiene spielt auch die dichte räumliche Nähe der Schulen und die entstandene Konkurrenzsituation durch das G8 und G9-Abitur eine große Rolle. Zudem hat der demografische Wandel Einfluss auf die Anmeldezahlen“ , erklärte die Studiendirektorin. Eine definitive Zahl konnte das MGG jedoch nicht herausgeben, da noch Beratungstermine laufen.

Wertheim

Die Gemeinschaftsschule in Wertheim und die Werkrealschule Urphar-Lindelbach rechnen mit konstanten Schülerzahlen bei den kommenden Fünftklässlern. Dies bestätigten die Anmeldezahlen von 33 Schülern in der Gesamtschule und zehn neuen Fünftklässlern in der Werkrealschule.

Dagegen sind es bei der Comenius Realschule 20 Anmeldungen weniger. Im Vorjahr waren es 153 Schüler, dieses Jahr 122. Schulleiter Otterbach und dessen Team wollen ihr Konzept aus einem bilingualen Zug und einem eher technischen und mathematischen Zug (MINT-Zug) beibehalten.

„Natürlich schauen wir uns die Zahlen an und reagieren entsprechend mit Weiterentwicklungen unseres bestehenden erfolgreichen Angebotes“, sagt Otterbach.

Das Dietrich Bonhoeffer-Gymnasium freut sich über steigende Anmeldezahlen. Dieses Jahr im September sind es voraussichtlich 94 Fünftklässler, im Jahr zuvor waren es 76. Das breit aufgestellte Programm im mathematisch-technischen Bereich, aber auch einem großen musikalischen Schwerpunkt sei Grund für die gestiegene Beliebtheit.

Külsheim

Für die fünften Klassen an der Pater-Alois-Grimm-Gemeinschaftsschule Külsheim haben sich 57 Schüler angemeldet. Daraus ergeben sich drei Klassen. „Wir nehmen maximal 60 Schüler in einem Jahrgang auf, wegen unseres Konzeptes mit Lernpartnern aus den anderen Klassenstufen. Somit ist es eine Punktlandung, und wir sind damit sehr zufrieden“, erklärt Schulleiter Müller.

Boxberg

Die Realschule Boxberg zeigt sich erfreut über steigende Anmeldezahlen für den kommenden Jahrgang. Waren es letztes Jahr noch 31 Schüler, haben sich dieses Jahr bereits 42 angemeldet, wodurch zwei Klassen entstehen können. Dies sei durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit erreicht worden. Außerdem sei das neue Konzept der Realschule beliebt, erläuterte Sekretärin Rüttiger.

Bad Mergentheim

Die Eduard-Mörike-Gesamtschule in Bad Mergentheim hat aktuell 29 Anmeldungen. Die Schulleitung erwartet jedoch bis zu den Sommerferien eine Steigerung der Zahl, da es immer wieder Eltern gibt, welche die pünktliche Anmeldung ihres Nachwuchses verpassen.

Die Kopernikus Realschule wird im neuen Jahrgang wieder drei Klassen bilden können. Die Zahl von 86 Anmeldungen sei nahezu identisch mit den Vorjahren. Einen konstant guten Zulauf hat die Sankt Bernhard Realschule. Es wird wieder ein dreizügiger Jahrgang gebildet werden, dessen Klassen jeweils 30 Schüler zählen.

Der kommissarische Schulleiter des Deutschorden-Gymnasiums, Christian Schlegl, konnte sich noch nicht zu den konkreten Anmeldeständen der neuen Fünftklässler äußern. Eine Tendenz, dass es drei Klassen geben wird, sei jedoch klar erkennbar. „Die Anmeldezahlen sind gestiegen im Vergleich zu den Vorjahren“, äußerte sich Schlegl. Hier spiele das Wachstum Bad Mergentheims eine Rolle.

Creglingen

Die Werkrealschule Creglingen hat voraussichtlich eine Klasse von 13 Fünftklässlern ab September. Dies sei für die Schule eine leichte Steigerung.

Der Konrektor der Realschule ist sehr zufrieden mit einer Steigerung der angemeldeten Schüler. „Konkrete Zahlen können wir leider noch nicht nennen“, äußerte Michael Frank im Gespräch, „letztes Schuljahr hatten wir zwei fünfte Klassen.“

Niederstetten

In der Realschule des Bildungszentrums in Niederstetten sind es derzeit 42 angemeldete zukünftige Fünftklässler. Daraus werden zwei Klassen gebildet, was konstant zu den Vorjahren ist. Die dort ansässige Hauptschule wird dieses Jahr ihren letzten Abschluss machen. Danach besteht die Möglichkeit, einen Werkrealabschluss innerhalb des Bildungszentrums zu machen.

Weikersheim

Das Weikersheimer Gymnasium kann die Anmeldestände für die fünften Klassen noch nicht bekannt geben, da das „Okay“ vom Regierungspräsidium noch nicht vorliege. Die Schulleiterin Christiane Ballas-Mahler wollte sich trotzdem äußern: „Wachsende Ballungszentren wie Bad Mergentheim haben es leichter, die Klassengrößen zu halten.

Hier im ländlicheren Raum haben wir mit einem starken Rückgang der Geburtenraten zu kämpfen.“ Ballas-Mahler sieht demnach den Grund für sinkende Anmeldestände nicht bei verschiedenen Konzepten und Angeboten der Schulen, vielmehr an den Geburtenrückgängen. „Grundschulen wie Röttingen haben sich beispielsweise in den letzten Jahren halbiert“, so die Weikersheimer Schulleiterin, „dadurch kommen natürlich auch weniger Schüler an die weiterführenden Schulen im Umkreis.“

Lauda-Königshofen

Das Martin-Schleyer-Gymnasium in Lauda erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Für die fünfte Klasse haben sich 80 Schüler aus dem ganzen Kreis angemeldet, wodurch die Dreizügigkeit erreicht wird. Es klang hier und da an, dass aufgrund des angebotenen G9-Zuges auch Schüler aus Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim dorthin gehen möchten.

Die Josef-Schmitt-Realschule wird wie fast eh und je drei Klassen bilden können. Die Gemeinschaftsschule in Lauda-Königshofen schätzt die Entwicklung ihrer Anmeldungen positiv ein. Momentan sei die geplante fünfte Klasse zwar im Vergleich mit den vorherigen Jahrgängen nur einzügig.

Konrektor Dr. Rainer Gesell erklärte die aktuell eher rückläufigen Zahlen mit der Tatsache, dass sich der Altbau der Schule derzeit in Renovierung befindet. „Deshalb sind die Klassen fünf bis sieben im Moment ausgelagert nach Königshofen an die Turmbergschule. Im nächsten Frühjahr ist die Bauzeit abgeschlossen und alles geht wieder seinen geregelten Gang“, so Gsell. Die Schulleitung ist überzeugt, dass die Klassenstärke und Anzahl der Klassenzüge nach der Sanierung des Altbaus an der Lokomotive in Lauda wieder zunehmen werden.

Grünsfeld

Die Dorothea-von-Rieneck-Werkrealschule in Grünsfeld-Wittighausen hat bereits seit mehreren Jahren keine fünfte Klasse mehr. Im aktuellen Schuljahr wird der letzte Jahrgang seinen Hauptschulabschluss ablegen. Danach wird die Schule sich auf Grundschüler konzentrieren.

Eubigheim

Das Lernhaus Ahorn in Eubigheim wuchs in den vergangenen Jahren ständig. Für die fünfte Klasse sind die Anmeldungen dieses Jahr jedoch leicht rückläufig. Schulleiterin Carmen Stemmler und ihr Team glauben weiter an ihr Konzept. Ein Problem, mit dem die Schule zu kämpfen hat, ist die Schülerbeförderung.