Main-Tauber

Landgericht Mosbach Große Jugendkammer verhandelte schweren Bandendiebstahl in acht Fällen / Geräte aus Feldscheunen und von Baustellen gestohlen

Zwei Jahre und acht Monate für 23-Jährigen

Die Große Jugendkammer des Landgerichts Mosbach verurteilte am Donnerstag einen 23-Jährigen wegen schweren Bandendiebstahls zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten.

Mosbach/Main-Tauber-Kreis. „Aufgrund der Schwere der Vergehen ist eine Bewährungsstrafe nicht möglich“, stellte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung fest. Mit der Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten habe man schon ein mildes Urteil gefällt. Dies sei vor allem zustande gekommen, weil der Angeklagte geständig und „ein kleines Licht“ in der Bande und sicherlich kein Anführer gewesen sei.

Bei einem bereits verurteilten Mitglied der Bande sei dies anders gewesen. Dieser sei sicherlich ein Anführer gewesen. Er habe damals eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten bekommen. Deshalb sei auch klar gewesen, dass das Strafmaß für den 23-Jährigen geringer sein müsse. Strafmildernd sei zudem hinzugekommen, dass der Angeklagte noch nicht einschlägig vorbestraft gewesen sei.

Mehrere Beutezüge

Und in der Tat wurden dem gebürtigen Serben eine ganze Latte von Straftaten zur Last gelegt. Von zunächst 13 Fällen des schweren Diebstahls blieben am Ende acht übrig. Die Diebesbande hatte von August 2016 bis Mai 2017 eine ganze Reihe von Diebeszügen im nördlichen Main-Tauber-Kreis, im benachbarten Landkreis Würzburg sowie im Landkreis Ludwigsburg unternommen.

Dabei hatten sie ein umfangreiches Sammelsurium an Geräten, Maschinenteilen und Fahrzeugen erbeutet, das so manchem Baumarkt zur Ehre gereicht hätte. Die hierbei gestohlenen Dinge wurden oder sollten in Serbien verkauft werden.

Glücklicher Zufall

Und genau dies wurde der Bande zum Verhängnis. Bei einem Transport des Diebesguts mittels Kleinlastwagen nach Serbien wurden die Fahrzeuge an der österreichisch-serbischen Grenze kontrolliert. Ein Polizeibeamter hatte von der Diebstahlserie gehört und schickte Bilder vom Diebesgut, das daraufhin von den Besitzern identifiziert wurde. Ein Fahrer war der Angeklagte, und so kam man auf seine Spur.

Ein DNA-Abgleich ergab, dass der 23-jährige dreifache Vater mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an einem der Tatorte war. Auch im DNA-Gemisch an den sieben anderen Tatorten konnte seine DNA festgestellt und somit eine Beteiligung nachgewiesen werden.

Ein anderer Polizeibeamter, der die Diebstahlserie auf bayrischer Seite bearbeitete, hatte die beiden Transporter bei einem Spaziergang in einer nördlichen Gemeinde des Main-Tauber-Kreises gesehen und sich die Nummern aufgeschrieben. Ein weiteres Teil fügte sich ins Puzzle ein.

Die daraufhin erfolgten Observierungen und Telefondatenabgleiche ergaben, dass der Angeklagte zu den Tatzeitpunkten in Deutschland gewesen ist. Dies hatte er bei der ersten Vernehmung noch bestritten. Somit fügte sich das Bild zusammen. Die Indizien sprachen eindeutig für eine Mittäterschaft des Angeklagten.

Von Onkel gezwungen

„Ich gebe zu, an den Diebstählen beteiligt gewesen zu sein“, gestand der Angeklagt ohne Umschweife. Sein Onkel habe ihn in die Sache hineingezogen. Er habe sich von ihm Geld geliehen, und der Onkel habe gesagt, er soll bei den Diebstählen mitmachen, um seine Schuld zu begleichen. „In meiner Heimat ist das Wort eines älteren, nahen Verwandten Gesetz“, sagte der Mann mit serbischer Staatsangehörigkeit. Er bedaure es sehr, dass er bei den Diebeszügen mitgemacht hat.

Der Verteidiger hatte eine Bewährungsstrafe gefordert und dafür drei Gründe ins Feld geführt. Als Hauptargument nannte er, dass sein Mandant geständig sei und die Taten bereue. Als zweites führte er ins Feld, dass er von seinem Onkel zu den Diebstählen angestiftet worden sei und aufgrund der familiären Situation gar nicht anders hätte handeln können. Zudem argumentierte der Verteidiger, dass die Tatorte zumeist entlegene Orte gewesen seien. Deshalb sei die Wahrscheinlichkeit gering gewesen, dass Menschen hätten zu Schaden kommen können.

Der Staatsanwalt sah dies etwas anderes. Aufgrund der vielen Beutezüge und der Schwere der Diebstähle forderte er eine Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren.

Das Strafmaß des Gerichts lag somit nahezu in der Mitte. Sowohl der Angeklagte als auch der Staatsanwalt gaben an, dass sie auf Rechtsmittel gegen das Urteil verzichten wollen.