Mosbach

KZ-Gedenkstätte Verbindung der Lager Neckarelz und Plaszów

Arno Huth berichtet über seine Forschungen

Neckarelz.Vor großem Publikum hat Jennifer Teege, Enkelin des KZ-Kommandanten Amon Göth, ihr Buch „Amon – mein Großvater hätte mich erschossen“ in der KZ-Gedenkstätte Neckarelz vorgestellt.

Was dabei nicht zur Sprache kam: Zwischen dem Konzentrationslager Krakau-Plaszów, das Amon Göth von März 1943 bis September 1944 leitete, und den Neckarlagern gab es Verbindungen auf der Opfer- wie auf der Täterseite. Darüber spricht Arno Huth, stellvertretender Vorsitzender der KZ-Gedenkstätte Neckarelz, in einer Vortragsveranstaltung am Sonntag, 24. Februar, um 17 Uhr im Seminarraum der Gedenkstätte.

Anfang September 1944 kam eine Gruppe von 50 jüdischen Elektrikern über das KZ Natzweiler aus Plaszów nach Neckarelz. Sie bildeten eine „doppelte Minderheit“, da jüdische Häftlinge in den Neckarlagern eher selten waren und Häftlinge fast nie nach ihrer beruflichen Qualifikation ausgewählt und eingesetzt wurden. Arno Huth erzählt die Geschichte dieser Gruppe und zeichnet Einzelschicksale nach.

Im zweiten Teil seines Vortrags geht Huth auf den Lagerführer Franz-Josef Müller ein, den unmittelbaren Vorgänger des Kommandanten Amon Göth in Plaszów. Müller leitete den Aufbau des Lagers; es wurde direkt über den Gräbern eines jüdischen Friedhofs errichtet. Müller stammte aus Mosbach.

Erst in jüngster Zeit konnte Huth zu ihm Recherchen in verschiedenen Archiven aufnehmen. Über den Stand seiner Forschungen berichtet er am 24. Februar.