Mosbach

Diakonie Neckar-Odenwald Sebastian Röder vom Flüchtlingsrat Baden-Württemberg referierte

Aufenthaltsstatus an Voraussetzungen geknüpft

Mosbach.Der kleine Saal im Martin-Luther-Haus in Mosbach war am vergangenen Donnerstag gut besucht. Knapp 40 Ehrenamtliche und Menschen mit Fluchterfahrung waren der Einladung von Nancy Gelb, Kirchenbezirksbeauftragte für Flucht und Migration, Stabstelle Flucht und Migration des Diakonischen Werkes Neckar-Odenwald, gefolgt. Sie waren gekommen, um einem hoch aktuellen Thema Gehör zu schenken: Wie geht es weiter nach der Anerkennung als Flüchtling in Deutschland? Was kann man tun, um seinen Aufenthalt zu verfestigen?

Referent war der beim Flüchtlingsrat Baden-Württemberg tätige Jurist Sebastian Röder. Trotz des rechtlichen Charakters der Thematik schaffte er es, praktische Beispiele zu geben und zu vermitteln, welche unterschiedlichen Möglichkeiten die Betroffenen haben, ihren Aufenthalt zu verfestigen.

Dabei komme es immer auf die genaue Einzelsituation an, jeder Fall sei anders zu bewerten. Dennoch bestehe für diejenigen, denen der Schutzstatus „Flüchtlingseigenschaft“ zuerkannt wurde, die Möglichkeit, eine Niederlassungserlaubnis zu erhalten. In der Regel nach fünf Jahren. Nach dem Integrationsgesetz sei die Verfestigung des Aufenthaltsstatus an verschiedene Voraussetzungen geknüpft, so Röder. Als Integrationsleistung werde unter anderem erwartet, dass Flüchtlinge ihren Lebensunterhalt überwiegend unabhängig von öffentlichen Mitteln sichern und hinreichende Kenntnisse der deutschen Sprache besitzen.

Höhere Anforderungen

Gelten Flüchtlinge als besonders gut integriert und erfüllen noch höhere Voraussetzungen, bestehe bereits nach drei Jahren die Möglichkeit, eine Niederlassungserlaubnis zu erhalten. Höhere Anforderungen werden an Geflüchtete gestellt, die lediglich den „subsidiären Schutzstatus“ oder „Abschiebeverbote“ erlangt haben.

Referent Röder ging auch auf die Möglichkeit des Widerrufs des zuerkannten Status ein. In Betracht komme dafür die tatsächliche Änderung der Umstände im Heimatland, die ehemals zur Anerkennung geführt haben.

In den Pausen der Veranstaltung und nach dem Fachvortrag beantwortete der Referent Fragen der Zuhörer, speziell zum Thema Beschäftigung. Laut Röder helfe dies, um eine Niederlassungserlaubnis zu bekommen. Jedoch stelle eine Beschäftigung keine Garantie dar, dass Flüchtlinge für unbegrenzte Zeit in Deutschland leben dürfen.

Röder endete mit dem Dank an die Ehrenamtlichen, die die betroffenen Personen begleiten und den Weg der Integration ebnen.