Mosbach

Offener Treff des Diakonisches Werks Georg Nelius zu Gast

Berührende Geschichten

Mosbach.Auf Einladung des Mosbacher Arbeitslosenzentrums besuchte der Landtagsabgeordnete Georg Nelius den offenen Treff „Leuchtturm“ des Diakonischen Werks. Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführer Guido Zilling berichtete die Sozialarbeiterin Annika Spitzer von der Entstehung und Entwicklung des Projektes für langzeitarbeitslose und andere erwerbslose Menschen. Gefördert durch das Land Baden-Württemberg sei seit 2013 der wöchentliche Treffpunkt „Leuchtturm“ eine wichtige Säule des Projektes. Nelius verschaffte sich einen Einblick über den unkomplizierten und zwanglosen Umgang von Menschen mit sehr unterschiedlichen Biografien.

In stets guter Gesprächsatmosphäre moderierte Bernhard Goldschmidt, Leiter des Fachgebietes Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit beim Diakonischen Werk, die Fragen und Redebeiträge der Anwesenden. Fragen zu seinem beruflichen Werdegang „vom Lehrer zum Politiker“, zum Thema Ehrenamt und zur Arbeitslosenstatistik wurden diskutiert. Groß war die Aufmerksamkeit, als ein Besucher seine persönliche Geschichte erzählte, in der durch eine Krankheit in die Arbeitslosigkeit rutschte. Trotz zahlreicher Reha-Maßnahmen, Unterstützungsangebote und Gutachten war es dem Betroffenen nicht möglich, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, der sein gesundheitliches Handicap berücksichtigt. „Ich habe Verständnis für Arbeitgeber, die mir keinen Job geben können. Aber was soll ich machen, wenn ich aufgrund meiner gesundheitlichen Einschränkungen nicht den Anforderungen gerecht werden kann?“

Spannend wurde es, als einige Besucher des Treffs dem Landtagsabgeordneten von ihrer Vision erzählten. „Eine Firma, in der jeder ohne Druck entsprechend seiner Leistungsfähigkeit seine Arbeitskraft einbringen kann. Eine Firma, in der jeder seine Fähigkeiten weiterentwickeln kann. Eine Firma, in der etwas Nützliches für die Allgemeinheit geschaffen wird.“ Ideen gäbe es genügend, nur das nötige Startkapital und eine Koordinierungsperson fehlen noch. Nelius bedankte sich für die Offenheit und die Bereitschaft, persönliche Arbeits- und Lebensgeschichten zu erzählen.