Mosbach

St. Bernhard in Mosbach Nachwuchsmangel und Altersstruktur führten zur Schließung des Standortes / Klosterkirche in Balsbach mitbetreut

Bewegter Abschied von den Styler Patres

Archivartikel

Bewegender Abschied von den Steyler Patres von „St. Bernhard“. 21 Jahre waren sie mit zuständig für die Klosterseelsorge in Balsbach.

Mosbach/Balsbach. Wehmut und tiefe Dankbarkeit prägten den Gottesdienst zur Verabschiedung der Steyler Patres von „St. Bernhard“ in Mosbach. Viele waren aus nah und fern gekommen, weil sie sich mit den Steylern und ihrem seelsorgerlichen Dienst in nahezu 60 Jahren verbunden fühlten.

Pater Martin Üffing, Provinzial der deutschen Ordensprovinz SVD (Societas Verbi Divini – Gemeinschaft des göttlichen Wortes, Steylerorden), ging bei der Begrüßung auf die weltweite und lokale Situation des Ordens hinsichtlich Nachwuchs und Altersstruktur ein, was schließlich auch zur („eventuell nur vorläufigen“) Schließung des Mosbacher Standortes geführt hätte. Ausgehend vom Sonntagsevangelium der Brotvermehrung mit der Offenheit Jesu für die Not der Menschen spannte er den Bogen zum helfenden Vertrauen auf Gottes Führung auch in heutiger Zeit.

Den Festgottesdienst zelebrierten mit Präses Pater Ivan Lobo, Pater Adalbert Schaller, Pater Breyer, Pater Eduard Prawdzik, Geistlicher Rat Pater Karl Mack (alle SVD) sowie Pfarrer Haller und Vikar Uzochukwu Uzor von der Seelsorgeeinheit „Mose“ Mosbach-Elz-Neckar, assistiert von den langjährigen Ministranten und Lektoren Lukas Krieger und Tobias Huber. Werner und Christian Stumpf gestalteten an der Orgel und als Kantor den Gottesdienst mit.

Pfarrgemeinderats-Vorsitzender Manfred Bopp würdigte auch im Namen von Pfarrer Dr. Stefan Rencsik (Leiter der Seelsorgeeinheit „Mose“) und von Dekan Johannes Balbach den pastoralen Dienst der Steyler vor Ort in Mosbach, in den umliegenden Gemeinden und weit über die Dekanats- und Bistumsgrenzen hinaus mit all seinen Facetten.

Bopp erinnerte unter anderem an über 30 Jahre Krankenhausseelsorge von Pater Mack und seinen Mitbrüdern, unterstützt von F. Uhl und F. Christof und anderen, auch in ökumenischer Zusammenarbeit mit Pfarrerin Ruth Lauer und ihrem Team, sowie an die strukturellen Veränderungen in den Seelsorgeeinheiten durch den Priestermangel. Die Steyler Niederlassung habe vor allem durch Pater Mack das Bild der Großen Kreisstadt Mosbach mitgeprägt und werde den Menschen in angenehmer Erinnerung bleiben.

Für das Kloster der Klarissen-Kapuzinerinnen in Balsbach wie auch für die Ortschaft selbst waren die Steyler, vor allem Pater Mack, ein Segen besonderer Art. Nach dem Tod von Pater Franz Müller (Januar 1994, Spiritaner aus Buchen) und der diözesanen Beauftragung durch Weihbischof Wolfgang Kirchgässner übernahmen die Patres 1994 die Klosterseelsorge mit der Begleitung der Schwestern zum und im Ordensleben bis zum Wegzug des Konvents nach Gengenbach im Jahre 2015 sowie zahlreiche pastorale Aufgaben in Abstimmung mit dem Ortsgeistlichen. Nutznießer waren auch die Gemeinde Balsbach und viele aus der Umgebung, die dadurch die Möglichkeit hatten, täglich und jeden Sonntag zur festen Zeit den Gottesdienst feiern zu können.

Dabei wurden die Stationen zum Ordensleben, die Festlichkeiten im Kirchenjahr, der Schwestern und der Patres in der Klosterkirche wie auch gelegentlich in „St. Bernhard“ vom Kirchenchor und Gesangverein „Liederkranz“ mit Chorleiter und Organist Manfred Schäfer musikalisch gestaltet. Wie das Kloster waren auch die Patres in das dörfliche Geschehen mit einbezogen.

An all dies und vieles mehr in den 21 Jahren erinnerte Äbtissin Schwester Eva Maria, die zusammen mit Schwester Ancilla aus Gengenbach angereist war. In ihren bewegenden Dankesworten erwähnte sie neben den Zelebranten auch Pater Norbert Klucken, Pater Rissinger, Pater Hilschmann, Pater Yosef Bugalit, Pater Joseph Puthuparampil und Bruder Josef sowie die verstorbenen Pater Arz, Schneider und Carlos (Helmut Brockmann). Anerkennung zollte man auch Hauswirtschafterin Loretta Keller für ihre vielfältigen Dienste im Haus von 1961 bis zuletzt sowie im Gedenken Trudbert Kammerer, der über 50 Jahre den Organistendienst versah. Bescheiden wie immer waren die Worte von Pater Mack zum Abschied, geprägt von Dankbarkeit und tiefem Gottvertrauen, belohnt mit lang anhaltendem Beifall. Beim anschließenden Empfang ließ man in vielen persönlichen Gesprächen die Abschiedsfeier ausklingen. nsch