Mosbach

Vorstandssitzung der Kreis-SPD Kreistagssitzung vorbereitet / Umstrukturierung der Johannes-Diakonie vorgestellt

„Die Dezentralisierung ist ein langsamer Prozess“

Archivartikel

Mosbach.Um die Zukunft der Johannes-Diakonie ging es im ersten Teil der Fraktionssitzung, zu der die Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Heide Lochmann, ihre Kollegen und Dr. Hans-Joachim Förschler, den Vorsitzenden der Johannes-Diakonie, im Mosbacher „Fideljo“ begrüßte.

Konversion, Dezentralisierung und Regionalisierung war daher das erste Thema, zu dem Dr. Förschler den aktuellen Stand und die Weiterentwicklung bis 2035 vorstellte. Eine veränderte Sichtweise zur Behindertenhilfe führte zur neuen Landesheimbauverordnung, zur UN-Behindertenrechtskonvention und zum Bundesteilhabegesetz. Ziel war nicht mehr die Verwahrung, sondern die Ermöglichung von Teilhabe und Selbstbestimmung der behinderten Menschen.

Dies war auch für die Johannes-Diakonie seit 2009 Anlass zu einem Entwicklungsprozess, der zu Umstrukturierungen, Neubauten in verschiedene Regionen und anderen Wohnanlagen mit kleineren Einheiten inmitten der Städte führte und weiter führen soll. „Nicht morgen und alles auf einmal, wie manche meinen, geschieht die Veränderung, sondern es ist ein langsamer Prozess. Die neuen Wohnorte und Wohnformen betreffen viele Menschen, Bewohner, Angehörige, Mitarbeitende, Einrichtungen, Kommunen und Ämter“. Die Johannes-Diakonie will möglichst vielen gerecht werden und mit den deutlich verbesserten Wohnstandards die höheren Ansprüche der Betroffenen ebenso wie die Vorschriften berücksichtigen.

Beim Umbau auf einem guten Weg

Der Vorstandsvorsitzende erläuterte die Doppelstrategie, die Veränderung in verschiedene Schritten, die sowohl die Neubauten und Dezentralisierung beinhaltet als auch den Erhalt und die Sanierung der verkleinerten Zentren in Mosbach und Schwarzach. Er setzt auf solides und transparentes Arbeiten in den nächsten 17 Jahren und auf lebhafte Diskussionen, die diesen Prozess kritisch begleiten. Heide Lochmann dankte Dr. Förschler für die Aussprache und stellte für die Fraktion fest, dass sich die Johannes-Diakonie als wichtige Einrichtung und großer Arbeitgeber im Neckar-Odenwaldkreis auf einem guten Weg beim Umbauprozess befindet. „Wir werden diesen Prozess gerne unterstützen.“

Dann ging es um die Vorbereitung der Kreistagssitzung und verschiedener Ausschüsse. Für die Wahlen 2019 sind zwar im Landkreis mit leicht veränderten Bevölkerungszahlen in den sieben Wahlbezirken zu rechnen, aber aus der Sicht der SPD erfordert das keine Änderung der Wahlkreise.

Positive Änderungen sind allerdings dank der guten wirtschaftlichen Gesamtlage in Bund und Land auch im Kreishaushalt zu erwarten. So erhöhen sich einige Zuweisungen und auch die Grunderwerbssteuer, deren Einnahmen seit Grün-Rot im Lande stetig steigen. „Zum Wohl der Menschen im Kreis kümmern wir uns auch mit diesen Geldquellen um die Kreistöchter, wie die Kliniken und andere Einrichtungen“, freute sich Dr. Dorothee Schlegel.

Die KWiN und die Störstoffsack-Thematik war ein weiterer Punkt. Herbert Kilian berichtete aus Hardheim, Rosenberg und Buchen und den Gesprächen mit den Menschen. Jede Veränderung sei ein Prozess und müsse verinnerlicht werden. „Rom wurde nicht an einem Tag erbaut und nur, wenn man an den Erfolg einer Sache glaubt und sie gut kommuniziert, die Menschen mitnimmt und auf deren Akzeptanz baut, wird das Projekt „restmüllarmer Landkreis“ gelingen“. Schlegel, Graner und Kilian nehmen die gehörte Kritik mit in die nächste KWiN-Vorstandssitzung. Heide Lochmann beschloss die Sitzung auch mit einem Dank an die vielen Kollegen, die bei der Demofahrt der Frankenbahn dabei waren. „Nah bei den Menschen und Themen bleibt unsere Strategie für die Zukunft.“