Mosbach

Im Gedenken Gottesdienst in der Johanneskirche der Diakonie

Erinnerung an Opfer der "NS-Euthanasie"

Mosbach.An diesem Sonntag jährt sich zum 77. Mal die Deportation der Mosbacherin Maria Zeitler und ihre Ermordung in Grafeneck auf der Schwäbischen Alb.

In einem Gottesdienst am Sonntag, 17. September, 10.30 Uhr, in der Johanneskirche auf dem Gelände der Johannes-Diakonie Mosbach wird der Opfer der "NS-Euthanasie" gedacht und insbesondere an das Lebensschicksal von Maria Zeitler erinnert, die einen Tag nach ihrem 29. Geburtstag deportiert und getötet wurde. Nach dem Gottesdienst wird am 2013 verlegten "Stolperstein" für Maria Zeitler im Gartenweg 5 ein Blumenstrauß niedergelegt.

Maria Zeitler kam 1940 mit dem zweiten Transport von Bewohnern der Johannes-Diakonie nach Grafeneck. Ein erster Transport erfolgte vier Tage vorher, am 13. September 1940, ein dritter drei Tage später, am 20. September. Insgesamt wurden 218 der damals etwa 480 Bewohner deportiert und in der ersten Gasmordanstalt der Geschichte, in Grafeneck, ermordet.

Gegen Kriegsende wurden weitere 45 Bewohnerinnen und Bewohner Opfer von medizinischen Versuchen und Tötungsaktionen, so dass am Ende des Dritten Reiches mehr als die Hälfte der Bewohner der Johannes-Diakonie der menschenverachtenden Politik des Nationalsozialismus zum Opfer gefallen waren.