Mosbach

„Fachkräfte gesucht“ Informationsveranstaltung in Mosbach beschäftigte sich mit Auszubildenden des Berufsbildungswerks Mosbach-Heidelberg

Konkrete Unterstützung für die Betriebe

Mosbach.Rund 4500 Auszubildende werden jedes Jahr im Bezirk der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald ausgebildet. Und dennoch suchen viele Industrie- und Handwerksbetriebe der Region weiter nach Fachkräften. Mit dieser Darstellung führte Klaus Hofmann, Vizepräsident der Handwerkskammer, bei der Infoveranstaltung „Fachkräfte gesucht“ im Mosbacher „fideljo“ den Anwesenden die Lage am Stellenmarkt vor Augen. Gemeinsam hatten das Berufsbildungswerk Mosbach-Heidelberg (BBW), die Agentur für Arbeit Schwäbisch-Hall Tauberbischofsheim und die Handwerkskammer regionale Firmenvertreter aus Industrie und Handwerk eingeladen, um über den Fachkräftemangel zu sprechen und darüber, wie das BBW durch seine Ausbildungsangebote diesen Mangel zumindest lindern kann.

Eine Chance für BBW-Azubis

Hofmann brachte seine sehr positiven Erfahrungen mit Auszubildenden des Berufsbildungswerks zum Ausdruck, und warb dafür – vor allem auch im Interesse der Betriebe – Auszubildenden des BBW in den Betrieben eine Chance zu geben. An der BBW, einer Einrichtung der Johannes-Diakonie Mosbach mit Standorten in Mosbach und Heidelberg, werden junge Menschen mit besonderem Förderbedarf in knapp 30 Berufen ausgebildet. „Unsere Auszubildenden können die gesuchten Fachkräfte zwar nicht immer ersetzen“, erklärte BBW-Leiter Manfred Weiser. „Aber sie sind qualifiziert und können so die Betriebe sehr konkret unterstützen.“

„Am BBW findet eine gute Ausbildung statt“, bestätigte Stefan Schubert, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Schwäbisch-Hall Tauberbischofsheim. Den Firmenvertretern riet Schubert, möglichst schon während der Ausbildungsphase nach geeigneten Mitarbeitern Ausschau zu halten und die Förderung durch die Agentur für Arbeit zu nutzen. Deren Vertreter wiesen unter anderem auf finanzielle Förderungen bei der Beschäftigung von Menschen mit Unterstützungsbedarf hin, etwa auf den Eingliederungszuschuss.

Begleitung beim Übergang

Wie BBW-Auszubildende beim Übergang in den Beruf begleitet werden, schilderten unter anderem die BBW-Mitarbeiterinnen Andrea Kronawetter und Elke Hoheisel. Sie unterstützen BBW-Auszubildende bei Problemen des Alltags wie Wohnungssuche oder Behördenkontakten, „damit ein Arbeitsverhältnis nicht an diesen Fragen scheitert“, wie Hoheisel erklärte. Der Leiter des Rehateams der Arbeitsagentur, Sören Kaffenberger, und Rehaberaterin Ulrike Gehrig-Ferreira boten ihre Hilfe bei Einzelfragen an.

Ein besonderes Projekt stellte Wilhelm Kronawetter, Leiter des Fachbereichs Metall am BBW, vor. Bei der „Verzahnten Ausbildung mit Betrieben“ (VAmB) verbringen BBW-Azubis einen großen Teil der praktischen Ausbildung in Partnerunternehmen. Der Vorteil: Die Jugendlichen sammeln schon in der Ausbildung Erfahrungen in einem Betrieb des allgemeinen Arbeitsmarktes. Und die beteiligten Firmen gewinnen einen Eindruck von möglichen Bewerbern, und zwar ohne Kosten, wie Kronawetter betonte.

Ein Firmenvertreter, der schon lange mit dem BBW zusammenarbeitet, ist Peter Maurer von der Herbold Meckesheim GmbH. Er schilderte bei der Infoveranstaltung seine Erfahrungen mit Auszubildenden vom BBW. Von den ersten Praktikanten des Berufsbildungswerkes hatte sich Maurer vorzeitig verabschieden müssen.

Doch inzwischen gehören zwei BBW-Absolventen zu seinem Team, die gut zupacken und Fachkräfte entlasten können, wie Maurer betonte: „Ihre Loyalität zu erleben, ist schon etwas Schönes“.