Mosbach

Workshop und Konzert und Mosbach Frieder Bernius gab wertvolle Tipps / Drei Kammerchöre sangen a cappella

„Menschliche Stimme kann die Herzen bewegen“

Archivartikel

Mosbach.Chorgesang auf höchstem Niveau gibt es in Mosbach in schöner Regelmäßigkeit. Das gilt nicht nur für die Konzerte der Kantorei und anderer Ensembles. Drei internationale Kammerchorwettbewerbe setzten Maßstäbe. Jetzt fand ein Workshop-Tag mit abschließender Präsentation statt. Zu erleben waren der „Junge Kammerchor Rhein Neckar“ unter Mathias Rickert, das Ensemble „Vocapella Limburg“ unter Tristan Meister und der „Neue Kammerchor Berlin“ unter der Leitung von Adrian Emans.

Verbunden sind diese mit dem Namen Frieder Bernius. Über persönliche Kontakte gelang es, den Gründer und Leiter des renommierten Stuttgarter Kammerchors, zum wiederholten Mal nach Mosbach zu holen. 2012, 2014 und 2016 fungierte er zusammen mit Marcus Creed, dem Leiter des SWR-Vokalensembles, als Juror internationaler Chorwettbewerbe in Mosbach. Jetzt arbeitete er mit drei Chören, wobei die Workshops öffentlich waren: Interessierte Sänger, Musikpädagogen und andere Freunde des Chorgesangs hatten die Chance, mitzuerleben, wie Frieder Bernius den bestens vorbereiteten Sängern Wege aufzeigte, noch ein bisschen besser zu werden.

Virtuos und frisch

Am Abend präsentierten sich die jungen Ensembles in der Stiftskirche unter dem Motto „Drei Kammerchöre singen a cappella“ in jeweils etwa halbstündigen Auftritten – und mit ganz unterschiedlichem Charakter und Repertoire.

Dabei konnte man „erleben, was die menschliche Stimme bewegen kann – die Herzen“. So brachte es Dekan Folkhard Krall in der Begrüßung auf den Punkt. Dafür, dass in Mosbach ein „guter Klang“ herrsche, dankte Krall der Dreier-Kooperation von städtischem Kulturamt, evangelischem Bezirkskantorat mit Kirchenmusikdirektor Bernhard Monninger und Chorverband Mosbach.

Mit einem Dank an den „Spiritus rector“ Frieder Bernius wünschte Krall einen schönen Konzertabend und kündigte als erstes Ensemble den fast 30-köpfigen „Junge Kammerchor Rhein-Neckar“an. Dieser gefiel mit seinem einerseits hoch virtuosen und differenzierten, andererseits aber auch frischen Gesang, wobei unter anderem das „Sanctus“ aus der Messe für zwei vierstimmige Chöre von Frank Martin herausragte.

Zart, aber auch kraftvoll präsentierten sich die 20 jungen Männer von „Vocapella Limburg“. Seine Qualitäten bewies das Ensemble besonders bei Bernd Engelbrechts „Feuerreiter“ nach Mörikes Ballade und Regers „Der Tod als Schnitter“.Bewegend war Regers „Wie ist doch die Erde so schön“.

Schließlich kam der „Junge Kammerchor Berlin“ auf die Bühne im Kirchenraum. Die 18 Sängerinnen und Sänger beeindruckten mit tollen Stimmen, Präzision und Konzentration. Besonders begeisterte „I denna ljuva sommartid“ (Bengt Ollén), vom Ensemble im Kirchenrund aufgestellt präsentiert. Für einen rasanten Abschluss und großen Schlussapplaus sorgten György Orbáns „Daemon irrepit callidus“ und „Double, double toil and trouble“ von Jaakko Mäntyjärvi. sab