Mosbach

Auf die Gleise geschubst

Sechseinhalb Jahre für Angeklagten

Archivartikel

Mosbach.Das Landgericht Mosbach hat am Montag einen zur Tatzeit 20-jährigen, jetzt 21-jährigen, Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit gefährlichem Eingriff in den Bahnverkehr unter Einbeziehung früherer Verurteilungen zu einer Einheitsjugendstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hat eine Einheitsjugendstrafe von sieben Jahren beantragt, die Verteidigung eine von vier Jahren. Das Urteil ist rechtskräftig.

Nach den Feststellungen des Amtsgerichts Mosbach im Urteil vom 9. Juli befand sich der Angeklagte am 18. Februar gegen 23 Uhr auf dem Bahnsteig am Bahnhof in Neckarelz. Dort habe er im Rahmen eines Streits dem mit dem Rücken zum Bahngleis stehenden Geschädigten einen Faustschlag ins Gesicht versetzt und ihn dann geschubst, sodass der Geschädigte nach hinten getaumelt und ins Gleisbett gefallen sei. Hierdurch habe der Geschädigte eine Unterkieferfraktur und eine Schädelprellung erlitten. Während des Sturzes sei in etwa 70 Metern Entfernung eine S-Bahn in den Bahnhof eingefahren. Da der Zugführer das Geschehen beobachtet habe, habe er eine Schnellbremsung eingeleitet und sei rund zehn bis 15 Meter vor dem Geschädigten zum Stehen gekommen.

Gegen das Urteil des Amtsgerichts Mosbach vom 9. Juli, bei dem der Angeklagte zu fünf Jahren verurteilt worden war, hatten der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt.