Mosbach

„Seebrücke – schafft sichere Häfen“ Kundgebung in Mosbach

„Seenotrettung ist kein Verbrechen“

Mosbach.Mehr als 160 Menschen – darunter viele, die selbst über das Mittelmeer nach Europa kamen und Schreckliches erlebt haben, kamen zur Kundgebung „Seebrücke – schafft sichere Häfen“ in Mosbach. Veranstaltet wurde sie vom Evangelischen Kirchenbezirk und der Diakonie Neckar-Odenwald.

Der Marktplatz war übersät von orange (der offiziellen Farbe der Kampagne) gekleideten Menschen – und Plakaten, auf denen zum Beispiel „Retten ist kein Verbrechen!“ oder „Stoppt das Sterben im Mittelmeer“ zu lesen war.

„Ich freue mich, dass wir uns heute hier treffen können, um ein Zeichen für Menschlichkeit und Hoffnung, ein Zeichen für Solidarität und Frieden in der Welt zu setzen.“ Mit diesen Worten begann Dekan Folkhard Krall sein Statement für die Seenotrettung auf dem Mittelmeer. „Wir sind heute hier, um unsre Stimmen dagegen zu erheben, dass Menschen und Boote von Grenzpatrouillen zurückgedrängt und beschossen werden, und wir sprechen uns dafür aus, dass die privaten Seenotretter nicht kriminalisiert werden, sondern ihre lebensrettenden Hilfen durchführen dürfen“, so Nancy Gelb, Kirchenbezirksbeauftragte für Flucht und Migration.

Jeannette Bell, Mitarbeiterin der Diakonie Neckar-Odenwald, fragte sich und ihre Zuhörer: „Wollen wir durch die von uns als Wähler legitimierte Politik mitschuldig sein an dem Tod von Tausenden Menschen im Mittelmeer? Können wir wegschauen, wenn Seenotretter daran gehindert werden, ertrinkenden Menschen das Leben zu retten? Tragen wir diese deutsche und europäische Politik mit? Wir als Kirche haben eine klare Antwort auf diese Fragen: Nein, wir tragen diese Politik nicht mit.“

Verschiedene Aktionen

Als Hauptredner war Friedrich Reich, Mitgründer der Organisation RESQSHIP, zur Kundgebung angereist. Er war selbst zwei Mal auf dem Mittelmeer unterwegs, um Menschenleben zu retten. Für ihn ist die „aktuelle Verhinderungspolitik zur Seenotrettung nicht nachvollziehbar und unmenschlich“. Er dankte daher allen Anwesenden für ihre Solidarität mit den Rettern.

Umrahmt wurde die Kundgebung in Mosbach von verschiedenen Aktionen. So wurde beispielsweise der Marktplatz in ein Meer umgewandelt, auf dem Schlauchboote und Rettungswesten verteilt waren. Teilnehmer konnten Papierschiffchen basteln und sie symbolisch „zu Wasser“ lassen, um ihre Unterstützung und Anteilnahme auszudrücken.