Mudau

Gemeinderat Mudau tagte Geplante Mehrfachnutzung des Schulgebäudes sorgte für kontroverse Diskussionen

Eltern sorgen sich um die Sicherheit

Die anstehende Mehrfachnutzung des Schulgebäudes im Jahr 2019 sorgte in der Sitzung des Mudauer Gemeinderats für kontroverse Diskussionen.

Mudau. Der Besucherraum im Bürgersaal des Mudauer Rathauses war gut gefüllt als es in der Sitzung des Gemeinderats um die geplante Mehrfachnutzung des Schulgebäudes im Jahr 2019 als Grundschule, Kindergarten und Rathaus ging. Ein Thema, das für alle vom Umbau des Rathauses Betroffenen von großem Interesse war. Entsprechend kontrastreich gestaltete sich die Bürgerfragestunde. So sprach Gudrun Westenhöfer die Sicherheit der Kinder von Schule und Kindergarten an, wenn sich durch den Rathausbetrieb zu viele Unbekannte im Schulgebäude aufhalten.

Zwar begrüßten die Eltern die Schaffung eines Bildungshauses grundsätzlich, doch die Bedenken der erhöhten Risiken für die Kinder, die dadurch bedingte Verzögerung des Umzugs der Kindergartenkinder sowie des zu erwartenden Baulärms während der Schulzeit waren groß. Elternbeiratsvorsitzende Alexandra Mechler und Stellvertreterin Nicole Galm ergänzten die Ausführungen mit präzisen Fragen nach dem Sicherheitskonzept für die Schüler während der Mehrfachnutzung, den geplanten baulichen Veränderungen für die Rathausnutzung, der Prüfung von Alternativen, möglichen Baumaßnahmen ausschließlich während der Ferien und einem gesicherten Zeitplan.

Die Stellungnahme des Elternbeirats schloss mit der Bitte, den Beschluss zu vertagen, um den Kindergartenumzug beschleunigen zu können. Dieser Bitte entsprach das Gremium jedoch nicht. Entgegen der prognostizierten Abnahme von Geburten werde sich ein deutlich höherer Platzbedarf mit der entsprechend steigenden Betreuungszeit entwickeln, erklärte Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger. Eine frühere Umsiedlung der Kindergartenkinder in die Schule sei aber in keinem Fall möglich. Von mehreren Seiten müssten Genehmigungen eingeholt werden und die Umbauplanungen würden eben eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen.

Der Gemeinderat stimmte deshalb zunächst der Einrichtung einer weiteren Krippengruppe für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren im Kindergarten Mudau und der Erweiterung der Betreuungsplätze in der Krippengruppe des Kindergartens Schloßau, jeweils ab dem Frühjahr 2018, zu.

Planung beauftragt

Da dies jedoch keine langfristige Lösung sein könne, sprach sich das Gremium gemäß den Erläuterungen des Bürgermeisters dafür aus, dass die Betreuung der Kinder unter drei Jahren mittelfristig am bestehenden Standort des Kindergartens St. Marien in den dort bereits genutzten kirchlichen Gebäuden erfolgen soll.

Die Betreuung der Kinder über drei Jahre erfolgt mittelfristig – vermutlich ab 2019/20 – in den gemeindeeigenen Räumen der Grund- und Hauptschule Mudau unter Inanspruchnahme der Raumkapazitäten, die durch den Wegfall der Hauptschule entstehen.

Die Verwaltung wurde beauftragt, die notwendigen planerischen und organisatorischen Schritte einzuleiten. Dies alles aber nur unter dem Vorbehalt einer Zustimmung der Seelsorgeeinheit Mudau als Träger der Kindergärten in der Gesamtgemeinde. Sowohl in Mudau als auch in Schloßau führt das zu einem Mehrbedarf an Personal und in Mudau sind außerdem kleine bauliche Änderungen notwendig.

Weiter beschlossen wurde die Erhöhung der Beteiligung der Gemeinde am Defizit der Kindergärten von 88 auf 90 Prozent, nachdem die katholische Kirchengemeinde eine entsprechende Erwartung signalisiert hatte.

Aus den Bauanträgen wurde im weiteren Verlauf der Sitzung ersichtlich, dass der „Smart-Pfad“ der Joachim und Susanne Schulz-Stiftung langsam Formen annimmt. Diesen ersten Plänen stimmte das Gremium zu – unter dem Vorbehalt, dass die Unterhaltung der Geräte noch geklärt werden muss.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt genehmigte das Gremium die Annahme von Spenden mit einer Gesamtsumme von 6285 Euro. Davon erhält der Kinderspielplatz in Steinbach 3000 Euro, das Schlosskonzert in Ernsttal wird mit 815 Euro unterstützt, der Kinderspielplatz in Schloßau mit 1000 Euro, die Heimatpflege mit 1020 Euro und der Jugendtreff in Scheidental mit 450 Euro. L.M.