Mudau

Gemeinderat Mudau Borkenkäfer schmälert Erlös aus dem Gemeindewald / Baumaßnahmen abgerechnet

Fichtenpreis im freien Fall

Archivartikel

Mudau.Für das kommende Geschäftsjahr sieht der Gemeindewald der Gemeinde Mudau eine Gewinnerwirtschaftung in Höhe von nur 12 844 Euro vor. Dies geht aus dem Betriebsplan 2019 hervor, dessen vorsichtige Zahlen und Prognosen die Forstbetriebsleitung Walldürn dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung vorgelegt hat. Den Einnahmen in Höhe von 125 844 Euro stehen auf der Ausgabenseite 113 000 Euro gegenüber. Als Erlöse aus Holzverkäufen sieht der Betriebsplan 121 244 Euro vor, ergänzt durch 3800 Euro aus der Jagdpacht und 800 Euro aus der Waldbrandversicherung im Privatwaldbereich.

Größte Brocken auf der Ausgabenseite sind die Holzaufbereitung mit 67 600 Euro, 22 000 Euro als Bewirtschaftungsbeiträge an den Landkreis, 10 600 Euro für Kulturaufwand, 5000 Euro für die Wegunterhaltung und nochmals 5000 Euro für Steuern und Versicherungen. Aber die Fachleute um Forstbetriebsleiter Jörg Puchta und Revierleiter Michael Schwarz haben „Bauchweh“, denn der Wald leide in diesem Jahr noch mehr als 2003. Aufgrund der Witterung – entschieden zu trocken und zwei Generationen Borkenkäfer – sei eine Planung nahezu unmöglich.

Nasskaltes Frühjahr erwünscht

Revierleiter Schwarz ergänzte für Mudau speziell, dass das Holzjahr ganz hervorragend angefangen habe, doch im Juli sei der Käfer geradezu explodiert. Man könne den Plan nicht mehr befolgen und werde sich auf das „Muss“ bei der Holzernte und auf die Pflege konzentrieren. Der Fichtenpreis sei im freien Fall bei über 50 Millionen Festmetern Sturmholz plus Käferholz europaweit. Jörg Puchta wünscht sich darum ein wenig Schnee für den Winter, nicht zu kalt und ein nasskaltes Frühjahr, damit dem Käfer etwas Einhalt geboten werde. Weiter empfahl er allen Waldbesitzern, das Käferholz bis spätestens Februar aus dem Wald zu bringen. Als Pflanzbäume der Zukunft nannte er die Douglasie und die Weißtanne, Eiche und Buche, doch das Augenmerk liege auf stabilen Mischwäldern.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt stellte der Gemeinderat die Kosten für den Ausbau der Kohlhofstraße im Ortsteil Reisenbach mit 1 003 437 Euro fest. Wie Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger mitteilte, wurde die Maßnahme innerhalb des Finanzierungsrahmens im Gemeindehaushalt abgerechnet. Für die Bauarbeiten zeichnete die Firma Meny Bau aus Mosbach verantwortlich, und die Straßenbeleuchtung wurde von der Netze BW realisiert. Gemäß einer Beprobung durch das Büro Töniges musste kein belastetes Material kostenintensiv entsorgt werden, so dass durch größere Einsparungen bei den Deponiegebühren und bei der Rohrgrabenverfüllung geringere Ausgaben in Höhe von 210 000 Euro verbucht wurden.

Auf Mörschenhardter und Steinbacher Gemarkung wurden im vergangenen Jahr Feldwegsanierungen durch die Firma HF-Bau aus Balsbach im Bereich „Heumattenfeldweg“, „Alte Gärten“, „Höhenweg“ und eine Deckenerneuerung für die Gemeindeverbindungsstraße Steinbach–Hettigenbeuern im Bereich des Ortsausgangs Steinbach sowie eine Sanierung der Ortsstraße „Mühltal“, ebenfalls in Steinbach, durchgeführt.

Hierzu stellte der Gemeinderat Kosten in Höhe von 86 354 Euro bei Einsparungen von 9546 Euro fest. Für die Sanierung des Schloßauer Wasserturms fielen Kosten von 160 176 Euro an, die über den Erfolgsplan des Eigenbetriebes Wasserversorgung finanziert wurden. Die Arbeiten waren von der Firma Kohlhammer aus Möckmühl Anfang Mai beendet worden.

Weiter gab der Gemeinderat seine Zustimmung zu dem von Christoph Müller vorgelegten Winterdienstplan, der nahezu keine Änderungen gegenüber dem des vergangenen Winters beinhaltete. Die Durchführung der Winterdienstarbeiten obliegt dem Bauhof der Gemeinde Mudau im Verbund mit diversen Vertragsunternehmen. Neu in den Winterdienstplan aufgenommen wurden die neuen Strecken im Bereich der Baugebiete „Brückengut“ und „Neuer Garten II“.