Mudau

Pieta-Grotte am Schloßauer Hohlweg wird 50 Jahre alt Kirchengemeinde feiert am morgigen Sonntag / Schloßauer leisteten viele Arbeitsstunden ehrenamtlich

Maiandacht zum Jubiläum der Kapelle

Archivartikel

Die Kapelle in der „Schloßauer Hohl“ am Kinzertweg, wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Die Kirchengemeinde feiert das Jubiläum am morgigen Sonntag mit einer Maiandacht.

Mudau/Schloßau. Es ist dies die dritte Kapelle, die vom damaligen Pfarrer Johann Buchdunger in drei aufeinander folgenden Jahren errichtet wurde. Diese Kapelle sollte eigentlich weiter draußen am „Boppenäckern-Rundweg“ errichtet werden, was aber letztendlich aus verschiedenen Gründen nicht umsetzbar war. Somit wurde die Kapelle am Hang des Hohlweges durch einheimische Männer gebaut.

Pfarrer Buchdunger fand für den Bau der Kapellen immer wieder Handwerker aus dem jeweils nächstgelegenen Schloßauer Dorfteil, welche die Arbeiten an den Kapellen ehrenamtlich ausführten.

Diese Kapelle hat einen trapezförmigen, nach vorne offenen Grundriss und ist in Sandstein ausgeführt worden. Die seitlichen Wände laufen treppenartig nach vorne aus, so dass sich die Kapelle optimal in das stark abfallende Gelände einfügt.

Die Kapellenrückwand ist mit einem grau-weißes Steinmosaik gestaltet. Den zentralen Mittelpunkt bildet hierbei eine Pieta-Gruppe nach einer Kopie des Originals von Tilmann Riemenschneider. Dargestellt ist die Muttergottes mit dem toten Heiland auf dem Schoß und dem Lieblingsjünger Johannes.

Durch die vielen ehrenamtlichen Stunden der beteiligten Männer beliefen sich die Baukosten im Jahr 1968 lediglich auf 3000 D-Mark, die zum Großteil durch Spenden der Gläubigen aufgebracht wurden. Dies war eine beachtliche handwerkliche und finanzielle Leistung, wenn man beachtet, dass die beiden Jahre zuvor bereits Kapellen in Eigenregie und durch Spenden der Bevölkerung gebaut wurden. Die Weihe der Kapelle fand schließlich im November 1968 statt.

Für die gesamte Kapelle war im Jahr 1989 eine grundlegende Renovierung erforderlich, da der Zahn der Zeit an dem Kleinod nagte und Feuchtigkeit von hinten eingedrungen war..

Unter großer Beteiligung der Schloßauer Jugend wurde die Kapelle freigelegt und von der Hangseite abgedichtet. Danach wurde der innere Bereich neu verputzt und gestrichen. Zudem wurde damals der Bewuchs um die Kapelle entfernt, welcher sie ebenfalls nachhaltig geschädigt hatte.

Auch das anfällige Schindeldach wurde entfernt und durch ein neues, langlebiges Kupferdach ersetzt. Mitte der 1980er Jahre wurde auch die Pieta neu gefasst, da diese zwischenzeitlich stark verblasst war. Im Sockel der Kapelle befindet sich eine Inschrifttafel mit dem Wortlaut: „O große Lieb, o höchstes Gut! Herr erbarme Dich unser!“ Die kleine Kapelle wird heute von zwei Familien ehrenamtlich gepflegt und über die Sommermonate mit Blumenschmuck versehen. Sie ist vor allem Ziel sonntäglicher Spaziergänge und dient zur Feier von Maiandachten.