Mudau

Kinder stark machen Ein „heiteres und nachdenkliches“ Theater an der Grundschule Schloßau

Nachwuchs soll erkennen, wann Gefahr droht

Archivartikel

Schlossau.Es ist die Geschichte von Krümel und Wurzel, die Geschichte einer richtig tollen Freundschaft: Das Theaterstück „Geheimsache Igel“ stand auf dem Programm der Grundschule Schloßau. Es wurde gespielt von Schauspielern vom „Theater 3 D“ aus Wiesbaden. Rahel Dolder war dabei die Krümel und Eric Haug stellte ihren besten Freund Wurzel dar. In der „Geheimsache Igel“ geht es zum einen um die schöne, wichtige, die „allerbeste“ Freundschaft der beiden Hauptpersonen, aber auch um Gefahren, die in dem Stück zu einer echten Bewährungsprobe werden.

Spürbare Veränderung

Krümel ist langweilig, ihr Freund Wurzel ist nicht da und so muss sie alleine spielen. Am liebsten macht sie das mit ihrem Igel und gelben Spielsachen, denn „gelb ist meine Lieblingsfarbe“. In ihre heile Kinderwelt drängt sich aber plötzlich eine Gefahr: Ein mysteriöser „Blauer Mann“ taucht auf und versucht Krümel in eine blaue Kiste zu locken. Das hört sich nicht nur gefährlich an, denn Krümels Welt ändert sich insgesamt. Aus gelb wird blau, aus wohlbehütet und harmonisch wird plötzlich „ganz komisch“, sogar gefährlich. Das junge Publikum in der Schloßauer Grundschule fühlt die Veränderungen mit, erkennt die Bedrohung durch den Blauen Mann und die Kiste. Hier setzt der pädagogische Anspruch des Theaterstücks an: Die Kinder sollen erkennen wann Gefahr im Anzug (hier im wahrsten Sinn des Wortes im „blauen Anzug“) ist. Sie können sich sehr gut und beachtlich schnell mit der Hauptperson Krümel identifizieren, ihre Situation erkennen und sie vor drohendem Unheil warnen. Es gilt dann „Nein!“ zu sagen, so die eindeutige Botschaft des Stücks, „Nein!“ zu den Verführungen des Blauen Mannes und der Kiste.

Es geht bei der „Geheimsache Igel“ nur nicht um eine nette, romantische Geschichte einer Freundschaft, sondern insbesondere um das Erkennen gefährlicher Situationen und die richtige Reaktion der Kinder darauf – eben Stärke zu zeigen und „Nein!“ zu sagen. Es geht dabei auch darum, in diesen Momenten die Nähe seiner Freunde zu suchen und sich ihnen anzuvertrauen. Rahel Dolder und Eric Haug „lebten“ ihre Figuren Krümel und Wurzel. Sie machten es in allen Szenen den jungen Zuschauern sehr einfach, sich einzufühlen und sich mit ihnen zu identifizieren. Ihre Vorstellung war kindgerecht, authentisch und einfühlsam. Die Kinder dankten es ihnen mit spontanen Reaktionen und großem Applaus. Im intensiven Gespräch nach der Aufführung haben die beiden Schauspieler die Szenen in den Alltag der Kinder übertragen, in dem es im Zweifelsfall auch zu fragwürdigen Situationen kommen kann. Kinder durch das Theaterspiel zu sensibilisieren und zu ermutigen ist auch die Intention des Kinderschutzbundes des Neckar-Odenwald-Kreises, der seit einigen Jahren die Aufführungen von „Geheimsache Igel“ zusammen mit dem Jugendreferat des Landratsamtes an Grundschulen verantwortet. Jugendreferent Rainer Wirth, der diese Gastspiele organisiert, ist immer wieder beeindruckt, wie sensibel die Schüler die Situationen im Stück nachvollziehen können und lernen, entschlossen der Krümel beiseite zu stehen. Auch Rektor Markus Wellm und das Lehrerkollegium seiner Schule waren angetan vom Einfühlungsvermögen ihrer Schüler. Markus Wellm dankte nach der Aufführung den Schauspielern und den Organisatoren des Kinderschutzbundes und des Jugendreferates für die „Geheimsache Igel“, eines wichtigen Erlebnisses für die Schulgemeinschaft.