Mudau

Sitzung des Mudauer Gemeinderates Bauträger aus Offenburg möchte Gelände des ehemaligen Sägewerkes nutzen / Zahlreiche weitere Bauvorhaben bewilligt

Seniorenzentrum im Ortskern geplant

Für elf bis 13 Millionen Euro soll in Mudau durch einen privaten Bauträger ein neues Seniorenzentrum entstehen. Der Gemeinderat hat bereits den Bebauungsplan beschlossen.

Mudau. Es ist noch nichts endgültig entschieden, aber die Weichen für ein neues Seniorenzentrum in Mudau durch einen privaten Bauträger sind gestellt. In seiner ersten öffentlichen Sitzung im neuen Jahr beschloss der Gemeinderat unter der Leitung von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger die Aufstellung eines Bebauungsplanes. „Mit dem Aufstellungsbeschluss bekunden wir zunächst nur, dass die Gemeinde städtebaulich tätig werden will. Insofern hat dieser Beschluss auch für die Öffentlichkeit eine Anstoßfunktion in der Hinsicht, dass die Gemeinde ihr Planungsrecht anzuwenden gedenkt“, betonte der Bürgermeister.

Gleichzeitig verwies er auch auf die Gemeinderatsitzung im letzten Monat: Die Schwetlick Bauträgergesellschaft aus Offenburg möchte im Mudauer Ortszentrum am Rathausplatz im ehemaligen Holzsägewerk Link ein Seniorenzentrum errichten. Zu einer Anfrage der Fränkischen Nachrichten über die Gesamtkosten teilte Udo Schwetlick von der Bauträgergesellschaft mit: „Wir rechnen mit einem finanziellen Volumen von circa elf bis dreizehn Millionen Euro.“

Höchstens 45 Einzelapartments

Wie in der Sitzung mitgeteilt wurde, sei bereits ein Grundstückskaufvertrag abgeschlossen worden, der zurzeit abgewickelt werde. Geplant sei bei der gesamten Maßnahme ein Seniorenzentrum mit maximal 45 Einzelapartments, 15 betreuten Wohnungen, eine Tagespflege, einem Wirtschaftstrakt mit Aufenthalts- und Umkleideräumen der Beschäftigten, eine Küche, eine Cafeteria und Verwaltungsräume. Die Einzelapartments sollen in Wohngruppen mit dem jeweiligen Gemeinschaftszentrum zusammengefasst werden.

Beabsichtigt sei, so die Planungen der Offenburger Firma, dreigeschossig zu bauen, wobei das gesamte Gebäude durch ein zentrales dreigeschossiges Treppenhaus verbunden wird. Im Einvernehmen mit dem Investor wurde vorgeschlagen, das Ingenieur-Büro für Kommunalplanung aus Mosbach mit den städtebaulichen Leistungen und die artenschutzrechtlichen Prüfungen an das Büro für Umweltplanung Walter Simon aus Mosbach zu beauftragen. Weitere Verfahren wie beispielsweise ein Schallgutachten soll gesondert im zeitlichen Rahmen erfolgen, wobei sich die Gesamtkosten der vorläufigen Planungen auf rund 32 000 Euro beziffern und durch den Investor zu tragen sind, so der Abstimmungstenor.

38 Bauplätze vorgesehen

In einem weiteren Tagesordnungspunkt gab das Gremium seine Zustimmung zum geänderten Bebauungsplan „Rumpfener Buckel“ und beauftragte die Verwaltung, die weiteren Planungsleistungen wie zum Beispiel artenschutzrechtliche Prüfung und Grünordnungsplan abzurufen und die Pläne soweit voranzutreiben, dass eine Offenlegung bis Frühsommer 2018 möglich ist. Die Ergebnisse der Bürger- und Behördenanhörung hatten keine gravierenden Einschränkungen ergeben und der Flächenanspruch für Wohnbauland in Mudau wurde seitens der Raumordnungsbehörde und der Regionalplanung grundsätzlich akzeptiert. Der aktuelle Bebauungsplan sieht nach Erläuterungen des Ingenieurs Jürgen Glaser vom Büro für Kommunalplanung insgesamt 38 Bauplätze und einen ersten Abschnitt einer späteren baulichen Entwicklung am östlichen Ortsrand vor. Der Anschluss des Gebietes an die Landesstraße soll mittels eines Kreisels hergestellt werden.

Ebenfalls neu gebaut wird auf dem Gelände der ehemaligen Straßenmeisterei im Kernort Mudau. Auch hier stimmten die Gemeinderäte einem Entwurf zur Änderung des Bebauungsplanes „Oberer Sotteich“ zu und beauftragten die Verwaltung mit weiteren Verfahrensschritten. Das gesamte Areal wurde inzwischen von der Gemeinde erworben und die aufstehenden Gebäude sind bereits abgebrochen. Wesentlicher Bestandteil der neuen Erschließung wird eine Stichstraße von der angrenzenden Landesstraße aus in das Gelände sein. Nach den Vorstellungen der Gemeindeverwaltung kann die bisherige Abbiegespur auf der L 523 weiter genutzt werden. Die Stichstraße soll ausgebaut künftig als Erschließungsstraße für das Gewerbegebiet dienen.

Elf neue Bauplätze in Langenelz

Mit einem finanziellen Aufwand von 414 000 Euro sollen auch in Langenelz auf einer Größe von 93 Hektar in östlicher Richtung an das Baugebiet „Struthäcker I“ elf neue Bauplätze erschlossen werden. Ingenieur Oswald Gehringer vom Büro Sack und Partner aus Adelsheim erläuterte die Maßnahme. Die Baugröße der einzelnen Grundstücke werde dabei zwischen 610 bis 970 Quadratmeter betragen. Das Gebiet werde ebenfalls mit einer Stichstraße ohne Gehwege und einem abschließenden Wendehammer erschlossen und mittels eines Fußweges zudem mit der angrenzenden Wanderbahn verbunden.

Hochwasserschutzmaßnahmen beschäftigen zunehmend auch die Gemeinde Mudau und waren das nächste Thema in der Sitzung. Ohne Entscheidung blieb der Planentwurf durch das Ingenieurbüro Sack und Partner bezüglich der Hochwasserschutzmaßnahme „Seeschlagbächlein“ im „Unterdorf“ von Langenelz. Für circa 25 000 Euro sollen hier den vermehrt auftretenden Überflutungen durch schlechte hydraulische Gewässerführung mit Schäden in der Flur und an einem Anwesen entgegengewirkt werden. Wie Oswald Gehringer erläuterte, will man den natürlichen Gewässerlauf ausnutzen und das überschüssige Wasser wegbringen. Geplant war ein Rohr oberhalb der betroffenen Gebäude einzubauen und in diesem Bereich auch einen Damm zu schütten. Dabei muss im unteren Bereich eines Grundstücks eine Flutmulde angelegt und das Einverständnis des betroffenen Grundstückseigentümers eingeholt werden. Grundsätzlich wäre das der Wille des Langenelzer Ortschaftsrates, doch will dieser das Wasser nicht zur natürlichen Gewässerführung leiten, sondern ganz von dem Anwesen weg.