Neckar-Odenwald

Weiterführende Schulen im Landkreis Vielfältige Möglichkeiten für Jugendliche nach dem Haupt- oder Realschulabschluss

Anmeldefrist geht bis zum 1. März

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Viele Schüler befinden sich zurzeit in ihrem letzten Jahr an ihrer bisherigen Schule und für viele ist noch unklar, welchen Weg sie anschließend einschlagen wollen. Für den Besuch von Vollzeitschulen gilt als letzter Anmeldungsterm der 1. März.

Grundsätzlich gilt, dass für alle Jugendlichen unter 18 Jahren, die weder einen Ausbildungsplatz haben noch eine Vollzeitschule besuchen, dass Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf (VAB), das Berufseinstiegsjahr (BEJ) oder die Berufsfachschule Pädagogische Erprobung (BFPE) gesetzlich vorgeschrieben sind. Diese werden an den gewerblichen und hauswirtschaftlichen Schulen des Neckar-Odenwald-Kreises angeboten.

Existiert bereits ein Hauptschulabschluss oder ein Ausbildungs- oder Ausbildungsvorvertrag, so können die einjährigen Berufsfachschulen an den verschiedenen Schulzentren besucht werden. Ein Hauptschulabschluss oder die Versetzung in die zehnte Klasse der Hauptschule/Werkrealschule ist die Voraussetzung zum Eintritt in die zweijährigen Berufsfachschulen (2BFS). Abgeschlossen wird die 2BFS mit der Fachschulreife (Mittlere Reife).

Der Mittlere Bildungsabschluss ist Voraussetzung zum Besuch der verschiedenen Berufskollegs (BK). Ziel der Berufskollegs ist es, die Fachhochschulreife nach zwei Jahren zu erlangen. Einen Sonderfall innerhalb der Berufskollegs stellt das Berufskolleg Fachhochschulreife (BKFH) dar. Es dauert nur ein Jahr und setzt neben der Mittleren Reife auch eine abgeschlossene Berufsausbildung oder den Besuch des einjährigen Dualen Berufskollegs Fachrichtung Soziales voraus.

Der Mittlere Bildungsabschluss (Notenschnitt von mindestens 3,0 in Deutsch, Englisch und Mathematik) ist auch Voraussetzung für den Besuch eines beruflichen Gymnasiums. Das berufliche Gymnasium, Bildungsabschluss Abitur, bereitet die Schüler innerhalb von drei Jahren auf das Studium an einer Universität oder Hochschule vor. Durch seine verschiedenen Profilierungen vermittelt es bereits Vorkenntnisse für zahlreiche Studienfächer und bereitet auf das Berufsleben vor.

Für Berufserfahrene werden zudem Meister- und Technikerschulen – auch berufsbegleitend – angeboten. Es bestehen im Landkreis folgende Möglichkeiten:

Kaufmännische Schulen

Die kaufmännischen Schulen sind die Ludwig-Erhard-Schule (LES) in Mosbach und die Frankenlandschule(FLS) in Walldürn. Beide Schulen bieten die zweijährige Berufsfachschulen Wirtschaft („Wirtschaftsschule“), ein- und zweijährige Berufskollegs sowie Wirtschaftsgymnasien.

Am Wirtschaftsgymnasium der Ludwig-Erhard-Schule kann mit den Wahlfächern Wirtschaftsinformatik, Privates Vermögensmanagement und Global Studies ein individueller Schwerpunkt gelegt werden. Zudem wird das Fach Psychologie angeboten.

In der Wirtschaftsschule und in den Berufskollegs wird durch die kaufmännische Mitarbeit in einer der vier Juniorenfirmen der Ludwig-Erhard-Schule ein hoher Praxisbezug erreicht.

Die Frankenlandschule bietet im Wirtschaftsgymnasium neben dem Bereich Wirtschaft das Profil Internationale Wirtschaft an. Dieses wird in einigen Fächern bilingual (Englisch) unterrichtet. Zusätzlich können die Schüler des Wirtschaftsgymnasiums entscheiden, ob sie in einer Tablet-Klasse unterrichtet werden möchten. Sportlich interessierte Schüler können in einem erhöhten Umfang Sportunterricht in der Eingangsklasse und der Jahrgangsstufe 1 erhalten.

Im Berufskolleg Wirtschaftsinformatik absolvieren die Schüler ein einwöchiges Betriebspraktikum.

Im kaufmännischen Berufskolleg 1 und 2 führen die Schüler der Juniorenfirma „SEAL“ die Cafeteria der Frankenlandschule. Sie durchlaufen dabei die folgenden Module: Marketing, Rechnungswesen, Kassenwesen und Automaten.

Rund ums Gewerbe

Im gewerblichen Bereich eröffnet sich das breite Angebot der Gewerbeschule Mosbach (GSM) und der Zentralgewerbeschule Buchen (ZGB). Beide Schulen bieten neben dem Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf auch einjährige Berufsfachschulen in verschiedenen Berufsfeldern sowie eine zweijährige Berufsfachschule im Bereich Metall- und Elektrotechnik an.

Bei den Berufskollegs werden an der ZGB und der GSM das Technische Berufskolleg I und II sowie an der ZGB das einjährige Berufskolleg Technik zur Fachhochschulreife (1BKFHT) angeboten. Zudem gibt es an beiden Schulen ein Technisches Gymnasium mit Schwerpunkten Mechatronik und Informationstechnik sowie Gestaltungs- und Medientechnik in Mosbach und Technik und Management in Buchen. Wer sich zum „staatlich geprüften Techniker“ qualifizieren möchte, kann dies mit dem Schwerpunkt Konstruktionstechnik an der GSM und dem Schwerpunkt Qualitätstechnik an der ZGB ebenfalls an beiden Schulen tun. Die Gewerbeschule Mosbach bietet für das Maler- und Lackiererhandwerk eine einjährige Fachschule (Meisterschule) zum Erwerb des Meisterbriefes an.

Pflege und Soziales

Für die hauswirtschaftliche, sozial-pflegerische Richtung stehen in Buchen die Helene-Weber-Schule (HWS) und in Mosbach die Augusta-Bender-Schule (ABS) zur Verfügung. Beide Schulen bieten das Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf, die Berufsfachschule Pädagogische Erprobung und die zweijährigen Berufsfachschulen mit den Profilen Hauswirtschaft und Ernährung sowie Gesundheit und Pflege an.

Für Schüler mit besonderem Förderbedarf gibt es an der ABS die Möglichkeit der Qualifizierung für den allgemeinen Arbeitsmarkt über die berufsvorbereitende Einrichtung (BVE) und die Kooperative Bildung und Vorbereitung (KoBV). In Mosbach können auch das Ernährungswissenschaftliche (EG) und Biotechnologische Gymnasium (BTG) besucht werden. Die HWS in Buchen bietet das Sozial- und gesundheitswissenschaftliche Gymnasium (SGG) an. Zusätzlich gibt es dort die zweijährige Berufsfachschule Kinderpflege. In Mosbach werden die dreijährige oder vierjährige Berufsfachschule Altenpflege, die einjährige Berufsfachschule für Altenpflegehilfe sowie die zweijährige Berufsfachschule Altenpflegehilfe mit besonderer Deutschförderung angeboten.

Angehende Erzieher können an der Augusta-Bender-Schule das Berufskolleg Sozialpädagogik besuchen. Wer den Beruf des Erziehers hier in der praxisintegrierten Erzieherausbildung (PiA) erlernt, erhält ein Ausbildungsentgelt, wie in jeder dualen Ausbildung. Für „grüne Berufe“ besteht die Ausbildungsmöglichkeit in der Landwirtschaftlichen Berufsschule.

An Berufskollegs stehen in Mosbach außerdem das 1BK1P Gesundheit und Pflege, das duale Berufskolleg mit Fachrichtung Soziales (1BKST) und das einjährige Berufskolleg haus-, landwirtschaftlicher- und sozialpädagogischer Richtung zum Erreichen der Fachhochschulreife mit Schwerpunkt Biologie (1BKFHB) zur Verfügung. In Buchen werden in der Fachrichtung Gesundheit und Pflege das Berufskolleg I sowie das zur Fachhochschulreife führende Berufskolleg II angeboten.

Zum Erwerb von Zusatzqualifikationen gibt es an der Helene-Weber-Schule Buchen die zweijährigen Berufsfachschulen mit den jeweiligen Profilen Erziehung, Hauswirtschaft/Ernährung und Pflege. Ebenso gehört die Fachschule für Organisation und Führung zum Programm dieser Schule.

Pflegekräfte in der Altenpflege können sich an der Augusta-Bender-Schule Mosbach in zweijährigen Ausbildungsgängen in folgenden Schwerpunkten weiterbilden: Leitung einer Pflege- und Funktionseinheit sowie der Gerontopsychiatrie. Landwirte, die ihren Betrieb im Nebenerwerb führen wollen, haben auch hier die Möglichkeit zu einer zweijährigen Ausbildung. lra