Neckar-Odenwald

Frühjahrszeit ist Zeckenzeit Mit den ersten Sonnenstrahlen kommen auch die Plagegeister / Zahlen der AOK Rhein-Neckar-Odenwald

Anstieg an Borreliose-Erkrankungen

Archivartikel

Mit dem Frühling kommen jedes Jahr auch wieder die Zecken aus dem Boden zurück an die Oberfläche – und sind im Gras oder im feuchten Laub zu finden.

Buchen. Ein Zeckenstich ist im besten Fall ausgesprochen lästig – und in schlimmeren Fällen können die kleinen Spinnentiere auch Krankheiten übertragen. Dazu gehören insbesondere Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Lyme-Borreliose. Die Zahlen für Borreliose-Erkrankungen steigen nach einer jetzt vorgelegten Statistik der AOK Baden-Württemberg in den letzten Jahren an – wobei die Krankheit bei frühzeitigem Erkennen durchaus heilbar ist. Gegen FSME gibt es dagegen kaum Therapiemöglichkeiten – weswegen die AOK allen Menschen, die sich in der hiesigen Region häufig im Freien aufhalten, eine Schutzimpfung empfiehlt.

Risikogebiet

Baden-Württemberg, und hier insbesondere auch der nördliche Teil des Landes, gehören laut Robert Koch-Institut (RKI) zu den Risiko-Gebieten für Zeckenstiche. Entsprechend sind auch die Erkrankungszahlen nach einem Zeckenbiss in der hiesigen Region vergleichsweise hoch. Bei Borreliose treten nach einem Zeckenstich üblicherweise innerhalb von etwa sechs Wochen grippeähnliche Beschwerden wie Fieber. Kopf- und/oder Gliederschmerzen auf. Die Krankheit muss mit Antibiotika behandelt werden und heilt dann meist komplett aus.

Grippeähnliche Beschwerden kennzeichnen zunächst auch eine Erkrankung an FSME. Bei der Mehrzahl der davon Betroffenen heilt diese zwar ebenfalls wieder komplett aus und bleibt ohne Folgen. Ist jedoch das zentrale Nervensystem oder das Rückenmark betroffen, kann es zu bleibenden Schäden kommen. Auch deshalb wird hier eine Impfung empfohlen.

An der von Zecken übertragenen Hirnhautentzündung (FSME) sind laut Zahlen des RKI im zurückliegenden Jahr in Baden-Württemberg insgesamt 178 Menschen erkrankt. Das sind immerhin 58 Erkrankungen mehr als noch im Jahr zuvor. Eine Impfung gegen FSME erfolgt in drei Phasen im Abstand von zunächst etwa vier Wochen und dann nach einem Jahr. Die AOK empfiehlt auch deshalb, eine Erstimpfung jetzt zum Frühjahrsbeginn durchführen zu lassen.

Die von der AOK unter ihren Versicherten ermittelten Zahlen für den Neckar-Odenwald-Kreis zeigen, dass es in den zurückliegenden eineinhalb Jahrzehnten auch hier immer wieder vereinzelt zu FSME-Erkrankungen gekommen ist – wenngleich immer nur im einstelligen Bereich.

Erkrankungen an Borreliose registrierte die AOK Baden-Württemberg unter ihren Versicherten im zuletzt insgesamt 15.563. Das waren etwa 0,4 Prozent aller Versicherten. Prozentual ist dieser Anteil in den zurückliegenden vier Jahren in etwa gleich geblieben. Der Anteil der erkrankten Frauen lag dabei meist bei etwa 0,4 Prozent; der von erkrankten Männern bei etwas über 0,3 Prozent. Im Neckar-Odenwald-Kreis erkrankten alles in allem 467 Menschen an Borreliose; das waren immerhin über 100 mehr als noch vier Jahre zuvor.

Die AOK empfiehlt, zum Schutz vor Zeckenstichen und möglichen Infektionen beim Aufenthalt auf Wiesen. im Wald, an Waldrändern sowie in Grünanlagen mit Büschen und Bäumen geschlossene Schuhe, lange Hosen und Oberbekleidung mit langen Ärmeln zu tragen. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte man den Körper stets sorgfältig nach Zecken absuchen. Bei einem Zeckenstich sollte das Tier mit einer speziellen Zeckenpinzette entfernt und die Wunde sorgfältig desinfiziert werden. Im Zweifelsfall sollte ein Arzt aufgesucht werden.