Neckar-Odenwald

„Limes im Kreis Miltenberg“ Morgen Aktionstag / Welterbetag

Antike Kultur steht im Mittelpunkt

Archivartikel

Landkreis Miltenberg.In vielfältigen Aktionen und Führungen wird am Sonntag, 3. Juni, eine berühmte Grenze lebendig und nachhaltig ins Bewusstsein gerufen: der bekannte römische Limes.

Roms Grenze durchzog bekanntlich die Region am Untermain auf rund 30 Kilometern Länge mit Kastellen, Palisaden und Wachtürmen und trennte einst das Römische Imperium vom Freien Germanien. Der Aktionstag Anfang Juni ist eine Initiative der Kreisheimatpflege im Landkreis Miltenberg. Zum ersten Mal wird zwischen Niedernberg, Obernburg, Miltenberg, Bürgstadt und Amorbach-Reichartshausen in diesem Jahr den Unesco-Welterbetag regionalbezogen gefeiert: „Der Limes im Landkreis Miltenberg“ ist das Thema.

Hierbei arbeiten Vereine, Institutionen und Ehrenamtliche aus dem ganzen Landkreis zusammen, um der Öffentlichkeit das hier vorhandene UNESCO-Welterbe Limes zu präsentieren. Auch römische Imbisse und Kinderspiele, Ausstellungen und Filme laden dazu ein, die reiche antike Kultur im Landkreis Miltenberg in vielfältiger Form zu genießen. Alle Führungen und Museumseintritte sind am Unesco-Welterbetag frei. So zeigen erstmals in gemeinsamen Veranstaltungen hiesige Museen, Vereine und ehrenamtliche Mitarbeiter von 11 bis 17 Uhr das historische Denkmal.

Im Jahr 2005 wurde der 550 Kilometer lange Obergermanisch-Raetische Limes, das längste Bodendenkmal Europas, zum Unesco-Welterbe erhoben. Diese Ernennung gilt als der höchste Status, den ein Denkmal erhalten kann. Als anspruchsvolle Kriterien zur Auswahl eines Denkmals gelten die Einzigartigkeit, die Echtheit und die Unversehrtheit. Das Siegel Unesco-Welterbe besitzen in Deutschland beispielsweise die Würzburger Residenz, die Wartburg und der Kölner Dom. Die Auszeichnung als Welterbe bedeutet, dass das Denkmal einen besonderen Schutz genießt und erhalten bleiben soll.

Der Limes-Abschnitt im Landkreis Miltenberg weist die Besonderheit auf, dass er die Landschaft auf dem Landweg wie auch im Flusslauf des Maines durchquert. Während der Limes in Wäldern und Feldern nur schwer zu entdecken ist, liegt er im Maintal offen zutage. Ebenso wird im Maintal ersichtlich, wie die Römer die Ressourcen Holz und Stein nutzten. Der Main stellte hier mehr als nur eine Grenze dar, er war auch ein viel befahrener Verkehrsweg, der eine lebendige antike Kultur an seinem Ufer begünstigte.