Neckar-Odenwald

Kleiner Waffenschein Im Neckar-Odenwald-Kreis stellen immer weniger Menschen einen Antrag bei den Waffenbehörden

Anzahl der Zulassungen geht zurück

Während bundesweit die Anzahl der zugelassenen kleinen Waffenscheine 2018 erneut zugenommen hat, geht im Neckar-Odenwald-Kreis der Trend in die andere Richtung.

Neckar-Odenwald-Kreis. Erst im Oktober berichtete die Deutsche Presse Agentur davon, dass in Deutschland immer mehr kleine Waffenscheine zugelassen werden. Lag die Anzahl im Jahr 2017 noch bei insgesamt 557 560, waren es bereits Ende Oktober vergangenen Jahres über 600 000 Scheine. Im Landkreis hielt der Anstieg bis 2016 an, doch seitdem sinken die Zahlen.

Die Waffenbehörde der Stadt Mosbach stellte 2018 insgesamt 16 kleine Waffenscheine aus, im Jahr 2016 waren es noch 70 Stück. Auch beim Landratsamt, zuständig für die Altkreise Mosbach und Buchen, ist ein Rückgang zu verzeichnen. 2016 waren es noch 271, im vergangenen Jahr ging die Anzahl der Zulassungen auf 62 zurück. Genaue Informationen, wieso der Trend im Landkreis ein anderer ist als der bundesweite, gibt es nicht. Die Behörden erfassen nicht die Beweggründe der Antragsteller.

Zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen berechtigt der kleine Waffenschein, für den ein Mindestalter von 18 Jahren erforderlich ist. Der Antragsteller wird zudem überprüft: Verläuft eine Anfrage der Waffenbehörde bei Polizei, Meldeamt, Bundeszentralregister und Verfahrensregister positiv, also ohne negative Einträge, steht der Genehmigung nichts mehr im Wege. Eine Schreckschuss-, Reizstoff- oder Signalwaffe darf auch ohne den kleinen Waffenschein gekauft und Zuhause aufbewahrt werden. Um für Sicherheit zu sorgen, werden die Besitzer regelmäßig von der zuständigen Behörde auf Zuverlässigkeit und persönliche Eignung überprüft. Diese Eignung ist beispielsweise bei einer Alkoholsucht oder eine psychische Erkrankung nicht gegeben, in solchen Fällen kann die Waffe mitsamt Schein auch entzogen werden.

Denn: Obwohl es sich meist nur um Nachbildungen scharfer Waffen handelt, können sie aus nächster Nähe abgefeuert schwere Verletzungen verursachen. Reizgas-, Kartuschen- oder Pyrotechnikmunition kann damit verschossen werden. Ein sogenannter „Gaslauf“ und eine Laufsperre verhindern, dass scharfe Projektile abgefeuert werden können.

Der kleine Waffenschein berechtigt den Besitzer zum Führen der Waffe außerhalb der Wohnung, etwa in Jacken, Handtaschen oder im Auto. Tabu sind dagegen öffentliche Veranstaltungen wie Volksfeste, hier kann das Führen einer solchen Waffe mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden. Und auch das Schießen in der Öffentlichkeit ist strengstens verboten, es sei den, es handelt sich um Notwehr.