Neckar-Odenwald

Leserbrief Zur AfD-Veranstaltung in der Buchener Stadthalle

Den Zutritt verwehrt

Archivartikel

Auf den Leserbrief von Karl Heinz Neser (FN, 18. März), dass die AfD Neckar-Odenwald die Öffentlichkeit scheue, antwortete der neu gewählte AfD-Kreisvorsitzende Johann Martel, dass die CDU die Innere Sicherheit nicht unter Kontrolle habe (FN, 30. März).

Anders als Martel es nahelegt, bekennen sich die Projekte „gegen rechts“ im Neckar-Odenwald-Kreis jedoch zu einer „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ und haben keine gewaltbereiten Linksextremisten in ihren Reihen. Beispielsweise tritt „Herz statt Hetze Neckar-Odenwald-Kreis“ „für eine offene Gesellschaft“, „für Menschen, für Toleranz, für Freiheit und Demokratie“ ein.

Trotzdem verwehrte die AfD mindestens vier friedlich gesinnten Bürgern von vornherein den Zutritt zur Stadthalle zu einer Veranstaltung mit drei baden-württembergischen AfD-Landtagsabgeordneten und einer Mitarbeiterin eines bayrischen AfD-Abgeordneten. Die Begründung lautete, dass nur AfD-Mitglieder – kurz darauf großzügig erweitert um AfD-Sympathisanten – zugelassen seien.

Der Hinweis meinerseits, dass auf der Homepage und im Kreisgebiet (unter anderem in Mosbach) öffentlich auf Plakaten zum „Bürgerdialog“ eingeladen worden sei, interessierte die Türsteher von der AfD nicht. Auch der Kreisvorsitzende Johann Martel, direkt darauf angesprochen, dass er selbst doch in seiner Videobotschaft in einem sozialen Netzwerk „alle“ „Mitbürger“ eingeladen habe und sich auf zahlreiche Besucher freue, erklärte dazu nur, dass dies sein könne.

So irreführend bewirbt man aber keine geschlossene Veranstaltung, und eine Wahlkampfveranstaltung mit drei Abgeordneten und „Bürgerdialog“ ist auch kein parteiinternes Arbeitstreffen, wo man unter sich sein will. Martel muss sich fragen lassen, warum er in seinem Leserbrief „Offenheit, Transparenz und Öffentlichkeit“ anmahnt, sie aber selbst verweigert.