Neckar-Odenwald

Umfrage bei Autohäusern Wie wirkungsvoll ist die Umweltprämie der Autohersteller? / Unterschiedliche Erfahrungen bei regionalen Händlern

Der ganz große Ansturm bleibt noch aus

Der Ansturm auf die Autohäuser in der Region wegen der Umweltprämie blieb bisher aus. Es ließen sich nur wenige Dieselfahrzeugbesitzer durch die vier- bis fünfstelligen Kaufvorteile locken.

Neckar-Odenwald-Kreis. Offiziell heißt sie "Umweltprämie". Häufiger nennt man sie jedoch "Wegwerf- oder Abwrackprämie". Seit Anfang vergangener Woche belohnen zahlreiche Autohersteller Halter von Dieselfahrzeugen mit vier- bis fünfstelligen Eurobeträgen, wenn sie ein Neufahrzeug kaufen und im Gegenzug ihren alten Diesel abgeben.

Die Bedingungen, um die Prämie zu erhalten, sind unterschiedlich. Meist müssen die Kunden erst die Verschrottung des Alt-Pkw nachweisen, um den Preisvorteil zu nutzen. Manche Hersteller nehmen das Altfahrzeug auch in Zahlung.

"Interesse an der Prämie ist da, definitiv", stellte Klaus Bingler vom gleichnamigen Autohaus aus Buchen fest. "Einen ganz großen Ansturm sehe ich aber nicht." So hätten sich einige Kunden nach der vom Hersteller Ford ausgelobten Umweltprämie erkundigt. Da Opel seine Bedingungen für den Erhalt der Prämie einige Tage später als Ford bekanntgab, hatten die Verbraucher bisher kaum Zeit, sich deswegen zu melden. "Aber ich bin überzeugt davon, dass sich auch Interessenten für Opel melden werden."

Auch Thomas Gärtner, Opel-Händler in Hardheim, geht davon aus, dass das Interesse an der Umweltprämie sich erst noch entwickeln werde. "Finanziell ist das schon interessant, wenn man ein altes Auto hat", meint er.

Uwe Meeh von BMW-Müller in Hettingen kritisiert zunächst die Politik, die rund um die Dieseltechnik gemacht wird. "Das ist eine Massenhysterie", sagt er. "Die Bevölkerung wird für dumm verkauft." Er ist überzeugt davon, dass sich die Diesel-Technik von BMW wesentlich von der anderer Hersteller unterscheide. Unabhängig davon hätten sich vereinzelt Leute nach der Prämie erkundigt. "Bei uns laufen aber keine Drähte heiß", sagt Meeh.

"Die Nachfrage ist groß", stellt Walter Günther, Seniorchef vom Autohaus Günther in Hardheim, fest. Allerdings verhielten sich die Leute abwartend. Sie müssten sich zunächst mit den Möglichkeiten, die ihnen die Prämie bietet, auseinandersetzen. Hermann Lademann vom VW- und Audi-Autohaus Lademann in Buchen dagegen freut sich über eine "sehr gute" Nachfrage. "Wir rufen viele Kunden an, viele Kunden rufen bei uns an", sagt er. Und man habe wegen der Umweltprämie auch schon Geschäft gemacht: "Wir haben am Mittwoch ein, am Donnerstag acht Autos verkauft." Allerdings laufe die Umweltprämie nicht so gut an wie die staatlich ausgelobte Abwrackprämie für Altfahrzeuge im Jahr 2009.

Laut Lademann hat der Dieselantrieb bei seinen Kunden bisher nicht an Attraktivität eingebüßt: "40 Prozent haben sich für ein Diesel-Fahrzeug entschieden. Die Quote ist stabil."