Neckar-Odenwald

„Die Botschaft leben“

Archivartikel

Dieser Tage steht in sämtlichen Zeitungen, dass die Mitglieder unserer Kirchen immer weniger werden, und ich frage mich, warum das so ist und was in den Menschen wohl vorgeht, die aus unseren Kirchen austreten… – Wie könnte ich meinerseits Menschen davon überzeugen, dass es gut ist, zu unserer Kirche zu gehören?

In der Studie „Was Menschen in der Kirche hält“ habe ich gelesen: „Ohne unsere Kirchen wäre unsere Gesellschaft liebloser und mit weniger Verantwortung für den Nächsten“.

Ja, ich bin davon überzeugt, dass wir und unser Land von der christlichen Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft sehr geprägt sind, und dass jedem von uns schon manches davon zugutegekommen ist.

Wir alle genießen Freiheit, Menschenfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft von Mitmenschen und Einrichtungen. Diese Werte sind verankert in unserem Grundgesetz und dieses wiederum hat seine Grundlage in den 10 Geboten (s. Bibel AT) und im Gebot der Gottes- und Nächstenliebe, das uns Jesus Christus gegeben hat.

Wenn unser Gottes-Bezug und das, was uns heilig ist, verloren geht, befürchte ich, dass unsere Demokratie irgendwann nur noch aus einem Gerangel um Mehrheit um jeden oder egal welchen Preis besteht. Dieser Gedanke erschreckt mich. Das möchte ich nicht erleben.

In der Studie habe ich weiter gelesen: „Jeder kann im Leben Pech haben und auf Hilfe angewiesen sein“. Spätestens in der Not dürfen wir uns an den Gemeinschaftsaspekt von Kirche erinnern. Dann können wir uns jederzeit mit denen zusammentun, die sich noch zu Gottesdiensten treffen, mit Leuten, die den christlichen Glauben ernst nehmen und versuchen danach zu leben.

Wir alle werden nie perfekt sein, unser Tun bleibt immer bruchstückhaft, aber ein ernsthaftes Bemühen um Güte und Gerechtigkeit hat seine Wurzeln in der Botschaft von Jesus Christus. Ein Mensch, der sich Gott gegenüber verantwortlich weiß und sich Gott verdankt, wird sich und seine Intelligenz nicht für den alleingültigen Maßstab halten und wird nicht einer Selbstherrlichkeit verfallen, wie sie manche Herrscher für sich beanspruchen.

– Für heute will ich mit einem Lied-Vers zum aktuellen Sonntagsevangelium enden, denn darin sehe ich unsere Aufgabe in wenigen Worten zusammengefasst:

Fünf Brote und zwei Fische, fünftausend werden satt, wenn Jesus lädt zu Tische, den, der da Hunger hat. Er lässt der Not zu wehren, der Not in aller Welt, die Brote sich vermehren, die er in Händen hält. Er sagt: Geh, sei mein Bote, teil aus an meiner statt, zwei Fische und fünf Brote, und alle werden satt.

Lassen Sie uns die Botschaft von Jesus Christus leben und weitergeben!

Ihre Ute Hodel, Gemeindereferentin in der römisch-katholischen Kirchengemeinde Adelsheim-Osterburken-Seckach