Neckar-Odenwald

Kreistagssitzung im Schloss Merchingen Grünes Licht für Pilotprojekt auf der Frankenbahn / Mehr Züge ab Dezember 2019

Die „großartige Chance“ nutzen

Ab Dezember 2019 soll auf der Frankenbahn zwischen Lauda und Osterburken einiges besser werden: Der Kreistag gab grünes Licht für das geplante Pilotprojekt.

Neckar-Odenwald-Kreis. Ohne das obligatotische Grußwort – Bürgermeister Hans-Peter von Thenen war krank – stieg Landrat Dr. Achim Brötel bei der Sitzung am Montag im Rittersaal des Merchinger Schlosses direkt in das Thema „Frankenbahn“ ein. Seit langem, so erinnerte er, beklagen Bürger, dass auf dieser Strecke und speziell auf den 35 Kilometern zwischen Lauda und Osterburken zu wenige Züge halten.

Bewegung in der Sache

Nach einer gemeinsamen Anstrengung von Bürgerinitiativen, Kommunalpolitikern, Abgeordneten und Verbänden, einer Demofahrt und dem gelungenen Zukunftskongress sei jetzt endlich Bewegung in die Sache gekommen: Das von den Kreisen Main-Tauber und Neckar-Odenwald sowie dem Land anvisierte Pilotprojekt sehe vor, dass von Freitag bis Samstag stündlich eine Regionalbahn fährt. „Völlig überraschend“ habe der Main-Tauber-Kreis nun jedoch eine neue Baustelle aufgemacht und die bei der Demofahrt im Sommer besprochen Kostenteilung in Frage gestellt. Darüber sei er „persönlich enttäuscht“, so Brötel. Entsprechend der Streckenkilometer soll, so sei es besprochen gewesen, der Main-Tauber-Kreis 75 Prozent und der Neckar-Odenwald-Kreis 25 Prozent der Kosten zahlen.

Dabei will Brötel bleiben. Die Kreisräte folgten dieser Einschätzung einmütig. Dr. Norbert Rippberger (CDU) begrüßte wie die weiteren Redner das Pilotprojekt und den Lückenschluss. Die geplanten 350 000 Euro Kostenanteil für den NOK sollten aber nicht überschritten werden.

Heide Lochmann (SPD) hoffte, dass die Bürger das Angebot dann auch in Anspruch nehmen, und dass dieses pünktlich und zuverlässig sein werde.

„Nutzen Sie diese großartige Chance“, rief Valentin Knapp (FWV) den Bürgern zu, damit aus dem Probe- ein Regelbetrieb werden könne. Bei der Demofahrt habe ihn das große Engagement beeindruckt. Er habe aber auch gesehen, dass an vielen Haltepunkten investiert werden müsse. Obwohl es sich um einen klaren Systembruch handle, so Dorothee Roos – für den Schienenverkehr ist eigentlich das Land zuständig –, sind auch die Grünen für die Mitfinanzierung. Man wolle die Chance nutzen, die „Lücken zu schließen“. Die Einwohner von Rosenberg, Eubigheim, Boxberg-Wölchingen und Königshofen fühlten sich zurecht benachteiligt.

Wie der Landrat berichtete, ist inzwischen geprüft und bestätigt, dass es genügend Fahrzeuge für den Pilotbetrieb gibt. Nun folge die Fahrplanprüfung, die endgültige Kostenkalkulation und die Vertragsunterzeichnung. Lob gab es von Landrat Dr. Brötel für die sehr guten und zielführenden Kontakte zum Verkehrsministerium.

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