Neckar-Odenwald

Glasfaserausbau im Neckar-Odenwald-Kreis Landratsamt will 2019 die Lücken in der Internetversorgung möglichst schließen

Direkter Anschluss von Schulen geplant

Archivartikel

Vom Breitbandausbau profitieren viele im Neckar-Odenwald-Kreis – nur nicht die Schulen sowie Ortsrandlagen und Weiler. Das soll sich im kommenden Jahr ändern.

Neckar-Odenwald-Kreis. Das Landratsamt hat in Abstimmung mit den Städten und Gemeinden des Neckar-Odenwald-Kreises mit den Vorbereitungen für einen direkten Glasfaseranschluss von Schulen begonnen. Damit sollen Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit (1000 Megabit) ermöglicht werden. Zusätzlich sollen in Ergänzung zu dem bereits erfolgten Breitbandausbau noch bestehende Lücken in dem Hochgeschwindigkeitsnetz in Ortsrandlagen und Weilern geschlossen werden.

Ziel der neuen Initiative ist es, dass Schulen und Bildungseinrichtungen im Kreis möglichst schon im kommenden Jahr einen direkten Glasfaseranschluss bis in die Gebäude erhalten. Da in den meisten Fällen nicht auf bestehende Leerrohre zurückgegriffen werden kann, sind dafür jedoch teure Tiefbauarbeiten notwendig. Um die Finanzierung zu erleichtern, sollen Förderanträge auf Bundes- und Landesmittel gestellt werden. „Im Idealfall könnten Landkreis und Kommunen für diesen Ausbau 50 Prozent Zuschuss vom Bund und weitere 20 Prozent Zuschuss vom Land erhalten“, so Johannes Biste, zuständiger Breitbandbeauftragter beim Landratsamt.

Ebenso mit Hochdruck arbeitet die Landkreisverwaltung daran, diejenigen Gebäude in Ortsrandlagen und Weilern mit hohen Bandbreiten zu versorgen, die noch nicht vollumfassend abgedeckt werden konnten. „Die erste Hürde ist bereits geschafft. Für ein dafür notwendiges neues Ausschreibungsverfahren wurden Fachberater eingeschaltet“, erklärt Biste. Die Kosten für die Berater werden auf Antrag des Kreises vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur erstattet.

Unterversorgung ausgemacht

Auch ein sogenanntes Markterkundungsverfahren, bei dem alle im Neckar-Odenwald-Kreis aktiven Netzbetreiber zu deren Investitions- und Ausbauabsichten angefragt werden, wurde in diesem Rahmen abgeschlossen. Auf Grundlage der Angaben konnten so noch unterversorgte Gebäude identifiziert werden. Diese Informationen wollen Landkreis und Kommunen nun nutzen, um dort die Lückenschlüsse herzustellen.

Geklärt werden muss noch, welche der bisher unterversorgten Gebäude in die Ausschreibung aufgenommen werden, damit diese noch immer attraktiv genug für Telekommunikationsunternehmen zur Abgabe eines Angebots sind. Umgekehrt bedeutet das, dass einzelne Gebäude, die sehr weit außerhalb von Ortschaften liegen, auch im Rahmen des neuen Verfahrens voraussichtlich nicht angeschlossen werden können. Hier müssen andere Möglichkeiten, beispielsweise über den Mobil- oder Richtfunk, gesucht werden.

Das neue Ausschreibungsverfahren soll voraussichtlich bis Frühjahr 2019 abgeschlossen werden, damit die Tiefbauarbeiten in den witterungsgünstigen Monaten stattfinden können. Nach Ende dieser Arbeiten können dann nahezu 100 Prozent der Anschlüsse im Kreis auf schnelles Internet zugreifen. Gefördert werden die Lückenschlüsse von Bund und Land ebenfalls mit 70 Prozent.

In den Jahren 2016 und 2017 wurden auf Initiative des Neckar-Odenwald-Kreises und der Städte und Gemeinden bereits rund 97 Prozent aller Privathaushalte und Betriebe an das schnelle Internet mit Downloadraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde angeschlossen. Der Neckar-Odenwald-Kreis war damit der erste Landkreis in Baden-Württemberg, der seinen Bürgern eine flächendeckende Breitbandversorgung in dieser Qualität und Leistungsfähigkeit bieten konnte. lra