Neckar-Odenwald

SPD-Kreisversammlung Politikerin zur Spitzenkandidatin für die Europawahl vorgeschlagen

Eindeutiges Votum für Evelyne Gebhardt

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für europäische Werte begeisterte die Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt (Künzelsau) ihre Parteikollegen bei der Kreismitgliederversammlung der SPD Neckar-Odenwald. Einstimmig wurde Gebhardt als Kandidatin für die Europawahl im kommenden Jahr nominiert. Die Kreismitglieder stimmten auch dafür, sie auf den ersten Platz der baden-württembergischen Vorschlagsliste zu setzen.

Mehrfach ausgezeichnet

Der Kreisvorsitzende Jürgen Graner freute sich, mit der Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments die mehrfach als Europäerin des Jahres ausgezeichnete Politikerin im Kreis zu begrüßen. Ihre Kernaussage lautete: „Wir müssen als Demokraten in Europa für unsere Werte kämpfen – mehr denn je. Für Demokratie, für Rechtsstaatlichkeit, für Meinungsfreiheit und ein Leben in Freiheit und Vielfalt, wo alle Menschen die gleichen Rechte haben. Das ist die europäische Identität, für die wir eintreten.“ Deshalb werde der Vorschlag der Sozialdemokratie zunehmend mehr angenommen, europäische Strukturhilfen an gelebte Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zu koppeln, meinte sie. Dies solle Eingang finden in den neuen mittelfristigen Finanzrahmen in der EU ab 2021: Europa brauche eine Vision und genau diese Werte gegen die rechtsextremistischen und autokratischen Strömungen.

Gebhardt ging auch auf den aktuellen Verhandlungsstand zum Brexit ein. Viele, vor allem junge Menschen auf der Insel, protestieren gegen den Austritt in Großbritannien. Ein wichtiges Ziel der Verhandlungen sei, dass EU-Bürger in Großbritannien weiterhin ihre Rechte behalten.

Die Politikerin machte anhand der deutschen Krisenpolitik in den Jahren 2008 und 2009 deutlich, dass in Wirtschaftskrisen Investitionen wichtig seien. Zur Afrikapolitik beispielsweise gehöre auch, eine Antwort auf den Klima- und Umweltwandel zu geben und die Chancen in der Entwicklungsarbeit so zu legen, dass die Menschen in Afrika gut leben können. Fpür den Landtagsabgeordnete Georg Nelius gehört dazu auch eine Europäische Agrar- und Handelspolitik, die Entwicklungen in den Ländern Afrikas ermöglicht. Viele Diskutierende erinnerten an die Politik Willy Brandts, der schon in den 70er Jahren die herankommenden Probleme der Migration in Bezug auf Afrika thematisierte.

„Lohnt sich zu kämpfen“

Die stellvertretende Kreisvorsitzende und Kreisrätin Dr. Dorothee Schlegel moderierte die fast zweistündige Diskussion und fasste zusammen: „Die Geschichte der EU ist eine Friedensgeschichte, für die es sich lohnt zu kämpfen. Zumal im Umgang mit den USA, Russland und der Türkei derzeit viel diplomatisches Geschick gefragt ist.“

Bei der Wahl der Delegierten für die Landesvertreterversammlung am 22. September in Tuttlingen wählten die Mitglieder Desire Ache (Mosbach), Benjamin Köpfle (Osterburken), Francesco Kraft (Mosbach) sowie Nicole Walter (Bauland) und Markus Dosch (Buchen).