Neckar-Odenwald

Mobilfunkversorgung im Landkreis getestet Straßen zwei Wochen lang mit hoch spezialisierten Fahrzeugen abgefahren / Frequenzen analysiert

Ergebnisse erhöhen die Chancen auf Investitionen

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Gründlich ausgeleuchtet wurde die Mobilfunkversorgung im Neckar-Odenwald-Kreis in den vergangenen zwei Wochen durch Messwagen des Mobilfunk-Dienstleisters P3 aus Aachen. Die im Auftrag des Kreises erhobenen Daten sollen dazu dienen, den Mobilfunkausbau voranzutreiben.

Mit zwei nach außen unscheinbaren, innen aber mit hoch spezialisierter Technik ausgestatteten Messwagen sind Ingenieure des Dienstleisters die Straßen in sogenannten „Drive Tests“ systematisch abgefahren. Dabei führten sie Dauermessungen durch, die später zu einem kompletten Bild der Mobilfunkversorgung zusammengesetzt werden. Die Daten sind dann wiederum von entscheidender Bedeutung, damit ein Mobilfunkanbieter oder ein neutraler Funkturmbetreiber in neue Funkstandorte investiert. „Kann ein Landkreis diese Daten einem Interessenten zur Verfügung stellen, steigen die Chancen auf eine Investition erheblich“, sagt der Wirtschaftsförderer des Landratsamtes, Johannes Biste. So hatte die Kreisverwaltung zuvor insbesondere mit dem Unternehmen ATC Germany Services (Ratingen), ein Tochterunternehmen der American Tower Corporation (ATC) in Boston (USA), intensive Gespräche geführt. Das Unternehmen prüft geeignete Standorte, baut auf eigene Rechnung Mobilfunkmasten, stattet diese mit der entsprechenden Technik aus und vermietet sie dann an alle potenziellen Interessenten, erklärt Biste. Um aussagekräftige Daten zu bekommen, standen im Mittelpunkt der von P3 durchgeführten Messungen die Themen Netzwerkabdeckung und Kundenwahrnehmung. Die Netzwerkabdeckung bezieht sich auf die Qualität der Netzabdeckung der einzelnen Anbieter im Kreis. Die Kundenwahrnehmung wird wiederum gemessen, indem kundenübliche Telefonate und Internetnutzungsverhalten simuliert werden. Analysiert wurden so die 2G-, 3G- und 4G-Frequenzen in Bezug auf Upload, Download, Web Browsing, Reaktionszeit (Ping) und den maximalen Datenfluss. Beim Telefonieren wurde nicht nur die Erreichbarkeit, sondern auch die Geschwindigkeit des Sprachaufbaus und die Sprachqualität gemessen. Beim mobilen Internet kontrollierten die P3-Mitarbeiter die weltweit und national am meisten aufgerufenen Internetseiten, während die Video-Qualität anhand von drei Videos getestet wurde.

„Mit diesen Ergebnissen steht dem Kreis dann erstmals eine fundierte Datenbasis zur Verfügung, die als Grundlage für den gezielten Bau einzelner Funkmasten durch Unternehmen wie ATC Germany, aber auch für den Eigenausbau durch die drei Netzbetreiber dienen kann“, betont Biste. Mit dem Vorliegen der ausgewerteten Daten sei bis September zu rechnen. Dann werde die Landkreisverwaltung Gespräche mit ATC und den Anbietern beginnen. Die Kosten für die Tests trägt der Kreis. Beschlossen wurde dies durch den Kreistagsausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr im April.