Neckar-Odenwald

Schlossfestspiele Zwingenberg vor finalem Höhepunkt Ausgelassene Stimmung bei der Premiere der „Rocky Horror Show“

Familiäre Atmosphäre vor großartiger Kulisse

Archivartikel

Vor der letzten Wiederaufnahme der „Rocky Horror Show“ bei den 36. Schlossfestspielen auf Schloss und Burg Zwingenberg zeigten sich Darsteller und Verantwortliche vor atemberaubender Kulisse gleichermaßen gelöst wie auf die Veranstaltung fokussiert.

Die heißen Temperaturen gaben sicher schon einen metaphorischen Vorgeschmack auf das, was die Zuschauer in den kommenden Tagen in Zwingenberg erwarten dürfen.

Landrat Dr. Achim Brötel hob als Vorsitzender des Trägervereins der Zwingenberger Schlossfestspiele die außergewöhnliche und sensationelle Starbesetzung hervor, die die Schlossfestspiele Zwingenberg schon an internationales Niveau annähere. Er unterstrich die Bedeutung und Akzeptanz der Festspiele weit über den Ort in die Region hinaus.

Der Bürgermeister von Neckargerach und Zwingenberg, Norman Link, zeigte sich über den großen Erfolg und die lange Tradition dieser hochklassigen Kulturveranstaltung hoch erfreut.

Ein großer Erfolg

Die dieses Jahr letztmalig aufgeführte „Rocky Horror Show“ war schon 2017 mit nahezu 100-prozentiger Auslastung ein großer Erfolg, so Intendant Rainer Roos. Regisseur Simon Eichenberger übernehme zum zweiten Mal in Folge diese Aufgabe und zeichne auch für die Choreographie verantwortlich. Schon das sei ungewöhnlich, da normalerweise Wiederaufnahmen durch Regieassistenten betreut würden. Allerdings seinen ganz neue Gimmicks mit Überraschungen geplant.

Die hohe Anziehungskraft der Zwingenberger Schlossfestspiele sehe man schon an der Tatsache, dass sich der in Den Haag geborene und ausgebildete Gino Emnes extra für die Zeit der Aufführungen in Zwingenberg von seinen Verpflichtungen in Hamburg habe beurlauben lassen.

Eine zusätzliche Aufwertung erfahre die „Rocky Horror Show“ durch die Verpflichtung des Debütanten Uwe Kröger als Erzähler. Der weitere Cast sei hingegen wieder komplett anwesend, gleiches gelte für die Phantoms.

Angesichts des im Vergleich bescheidenen Budgets von 345 000 Euro sei es nicht das Geld, das die Darsteller locke, sondern das familiäre Umfeld, die Rolle und das besondere Ambiente auf Schloss Zwingenberg, so Roos sichtbar stolz.

Ziel sei es, Jung und Alt mit kurzweiliger, guter Unterhaltung anzusprechen. Dies sei eine große Herausforderung, da es schwer sei, gerade in der Oper neue Wege zu finden, ohne das Stammklientel zu vergraulen.

Doch der Erfolg gibt Roos Recht. Alleine die Oper besuchten bei rund 90-prozentiger Auslastung in diesem Jahr über 2500 Besucher. Eine Neuauflage der „Rocky Horror Show“ hingegen werde es definitiv nicht geben. 2019 sei, so viel dürfe man schon wissen, eine Open Air - Weltpremiere mit namhafter weiblicher Titelrolle geplant. Ankündigung und Vorverkauf starten wahrscheinlich früher als sonst. Über den genauen Termin werde man noch informieren.

In seinen Ausführungen unterstrich Regisseur Simon Eichenberger die familiäre Atmosphäre im Team, das ihn an ein Klassentreffen erinnere. Er freue sich, trotz oder gerade wegen der sehr kurzen und umso intensiveren Proben auf die Premiere der Wiederaufnahme dieses zeitlosen Kulturstücks, welches sich schon seit Jahrzehnten auch auf den großen Bühnen der Welt großer Beliebtheit erfreut. Im vergangenen Jahr, so Eichenberger, sei die Messlatte sehr hoch gelegt worden. Spannend sei vor allem die Entwicklung der Kollegen im letzten Jahr, die die Proben und die Aufführung ein Stück weit unberechenbar machen. Dabei lebe die „Rocky Horror Show“ aber gerade von jedem Einzelnen. Michael Gaedt (Riff-Raff) freue sich „wie Bolle“ auf seine Rolle während der Aufführungen. Gerade von den diesjährigen Gestaltungsideen zeigte er sich überzeugt. Es sei eine Tragödie, wenn die Leute glauben, sie wüssten schon alles. Gino Emnes (Dr. Frank N. Furter) freute sich ebenfalls sehr, wieder mit dabei zu sein.

Erzähler Uwe Kröger, der mit der „Rocky Horror Show“ 1986 debütierte und in Österreich für seine Arbeit das Goldene Ehrenzeichen erhalten hat, freue sich schon sehr auf Gino Emnes warme „Schokoladenstimme“. Es waren gerade solche Aussagen, die während der ganzen Zeit den familiären Zusammenhalt der Truppe deutlich zum Ausdruck brachten - ein Zusammenhalt, der für jedermann spürbar war.

Besucher dürfen sich freuen

Ab 14 Uhr fand die erste Probe in der Zwingenberger Sporthalle statt, in der die Künstler in ausgelassener, familiärer Atmosphäre ihre hohe Professionalität unter Beweis stellten. Auf „The Rocky Horror Show“ dürfen alle gespannten Besucher sich in der Tat sehr freuen.