Neckar-Odenwald

Regionaler Welttag der Seelischen Gesundheit Informationsveranstaltung am Mittwoch, 17. Oktober, im Mosbacher Rathaus

„Für ein ländliches Gebiet gut aufgestellt“

Aufklären, informieren und Kontakt zu Ansprechpartnern herstellen: Am Mittwoch, 17. Oktober, wird im Neckar-Odenwald-Kreis der regionale Welttag der Seelischen Gesundheit durchgeführt.

Mosbach. Es kann jeden treffen: „Etwa jeder dritte Erwachsene und etwa jedes fünfte Kind erleidet in seinem Leben eine psychische Erkrankung“, erklärt Dr. Karsten Rudolf, Ärztlicher Direktor der Diakonie-Klinik Mosbach. Psychische Erkrankungen sind also bei weitem keine Randerscheinung – und dennoch sind sie viel stärker mit Vorurteilen, Ängsten und Ausgrenzung befrachtet als etwa Diabetes oder Krebs. Dagegen helfen Aufklärung, Information und der Kontakt zu Ansprechpartnern aus Kliniken, Beratungsstellen oder Selbsthilfeeinrichtungen. Diese Möglichkeit bietet unter anderem der regionale Welttag der Seelischen Gesundheit, der für den Neckar-Odenwald-Kreis am Mittwoch, 17. Oktober, im Mosbacher Rathaus stattfindet.

Regionales Netzwerk

Organisiert wird der Aktionstag g im Landkreis vom Gemeindepsychiatrischen Verbund. In diesem regionalen Netzwerk haben sich Einrichtungen und Dienste zur Hilfe für psychisch Kranke sowie Menschen mit seelischen Behinderungen oder Suchterkrankungen zusammengeschlossen. Zum Verbund gehören neben der Johannes-Diakonie Mosbach und deren Diakonie-Klinik auch das Bündnis gegen Depression, das Psychiatrische Zentrum Nordbaden, die AWO Neckar-Odenwald und das Diakonische Werk im Neckar-Odenwald-Kreis. Die Arbeit im Netzwerk ist in der ländlich geprägten Region um Mosbach besonders wichtig, da hier die medizinische Infrastruktur längst nicht so ausgebaut ist wie etwa in Großstädten. Egal, ob es um eine erste Beratung geht oder um eine Aufnahme in die Klinik: Für jeden Fall einer psychischen Erkrankung ist kompetente Hilfe schnell erreichbar und die passende Versorgung gesichert.

„Für ein ländliches Gebiet sind wir dank unseres Netzwerks gut aufgestellt und arbeiten als Fachleute Hand in Hand“, bestätigt Rudolf, der auch die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie innerhalb der Diakonie-Klinik leitet. Auch bei der Organisation des Welttages arbeiten die Mitglieder des Verbundes schon seit vielen Jahren eng zusammen. Das Schwerpunktthema, um das sich die Vorträge im Mosbacher Rathaussaal drehen, lautet in diesem Jahr „Sucht – Alles Sucht?!“.

Neue Trends ausgemacht

Trotz einiger Fortschritte etwa beim Alkoholkonsum hat dieses Thema nichts an Brisanz verloren, weiß Rudolf. Im Gegenteil, gerade bei Kindern und Jugendlichen beobachten er und seine Mitarbeiter neue Trends. Die Behandler mussten sich in den vergangenen Jahren bei der Diagnose zum Beispiel auf das Aufkommen von psychoaktiven Kräutermischungen neu einstellen.

Und auch die Abhängigkeit von Internet und digitalen Medien nimmt in der jungen Generation immer größeren Raum ein. Der Konsum von Spielen oder anderen Anwendungen kann Suchtcharakter entwickeln. „Die Ähnlichkeit zur Abhängigkeit von Alkohol oder anderen Substanzen ist in solchen Fällen groß: Es scheint nicht mehr ohne zu gehen, soziale Kontakte werden vernachlässigt, und auch Verbote helfen nicht.“

Doch Rudolf macht auch Mut: „Eltern sollten in einem solchen Fall nicht in einen Katastrophen-Modus verfallen, sondern kühlen Kopf bewahren und fachlichen Rat suchen.“ Der Welttag der Seelischen Gesundheit kann dafür ein erster Schritt sein.