Neckar-Odenwald

Gemeinsames Projekt von Imkern und Landwirten Vom Runden Tisch gentechnikfreier Neckar-Odenwald-Kreis initiiert / Rapsacker von Albert Gramling genutzt

Funktion von Droplegdüsen demonstriert

Archivartikel

Mit Droplegdüsen kann bienen- und insektenschonend Pflanzenschutzmittel in Raps ausgebracht werden. Eine erfolgreiche Demonstration gab es auf dem Rapsacker von Albert Gramling.

Neckar-Odenwald-Kreis. „Mehr miteinander als übereinander reden“ , das war ein Aufruf von Dr. Klaus Wallner, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim, an Imker und Landwirte, um gegenseitiges Verständnis für einerseits erforderliche Maßnahmen der Bauern und auf der anderen Seite Sorgen der Bienenhalter besser zu verstehen. Nur daraus können kreative Ideen entspringen, wie die von ihm für den Rapseinsatz weiterentwickelten Droplegdüsen für Spritzgeräte. Mit dieser Technologie können Pflanzenschutzmittel, insbesondere die kritisch gesehene Spritzung während der Rapsblüte, sehr nützlingsschonend ausgebracht werden.

Da das Pflanzenschutzmittel mittels senkrecht nach unten hängenden, flexiblen Röhren und daran befestigten seitlich beziehungsweise nach oben ausgerichteten Düsen in den Bereich unterhalb der Blüte gespritzt wird, ist gewährleistet, dass kein Wirksoff in die Blüte gelangt. „Somit entsteht eine „Win-Win“- Situation, die Rapspflanze ist gegen Rapskrebs oder Schädlinge geschützt, Bienen und Insekten werden geschont und Honig bleibt frei von möglichem Wirkstoffeintrag“, so Wallner weiter.

Rund 70 Zuschauer hörten bei der vom Runden Tisch gentechnikfreier Neckar-Odenwald-Kreis initiierten Veranstaltung zunächst die Vorträge von Dr. Klaus Wallner und Michael Glaser vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg, der die Technik und den Einsatz erklärte, bevor Albert Gramling, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, mit der mit Droplegdüsen ausgestatteten Spritze durch sein Rapsfeld fuhr. Erfolgreich konnte er demonstrieren, dass die Düsen die Rapspflanzen nicht schädigen und das Wasser den Blütenbereich nicht erreichte (zur Demonstration wurde nur Wasser ausgebracht).

Nachdem der Neckar-Odenwald-Kreis zur Bio-Musterregion gekürt wurde, die biologische Landwirtschaft gestärkt werden soll, um Artenrückgang und Klimawandel entgegenzuwirken, hat sich der 2011 gegründete Runde Tisch gentechnikfreier Neckar-Odenwald-Kreis wieder zusammengesetzt, um über Partei- und Konfessionsgrenzen hinweg zwischen Naturschutz und Landwirtschaft miteinander ins Gespräch zu kommen. „Die Frage, ob Gentechnik in der Landwirtschaft eingesetzt werden soll, ist ja nur ein Platzhalter im Zusammenhang vieler weiterer Themenfelder, mit der die Landwirtschaft zunehmend konfrontiert wird. Zudem ist es fraglich, ob wir diese Technik hier im Neckar-Odenwald-Kreis mit einer bäuerlichen Landwirtschaft geprägten Region überhaupt brauchen“, so Amelie Pfeiffer, eine der Mitinitiatorinnen der Initiatve.

Es gehe vielmehr darum, „die Wertschätzung der Landwirtschaft insgesamt, ob biologisch oder konventionell in den Zeiten in den Landwirtschaft von Umwelt- und Naturschutzverbänden und Teilen Bevölkerung kritisch gesehen wird, durch ein Aufeinander zugehen wieder zu erhöhen“, so der Sprecher Rolf Brauch von der evangelischen Landeskirche.

Amelie Pfeiffer dankte den Fachreferenten und verabschiedete die vielen interessierten Besucher, die im Rahmen einer Diskussion ausführliche Antworten erhielten, mit dem Dank an alle Anwesenden und dem Wunsch , dass weitere gemeinschaftliche Ideen vom Runden Tisch gvo freier Neckar-Odenwald-Kreis ausgehen werden.