Neckar-Odenwald

Vor dem Schwurgericht des Landgerichts Mosbach 37-Jähriger wegen gefährlicher Körperverletzung zu dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt

Geschädigten mit Messer lebensgefährlich verletzt

Archivartikel

Mosbach/Billigheim.Im Strafverfahren vor dem Schwurgericht des Landgerichts Mosbach wegen versuchten Mordes wurde der Angeklagte gestern wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der Haftbefehl des Amtsgerichts Mosbach vom 6. März bleibt in Vollzug.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und der Verteidiger eine Freiheitsstrafe von höchstens drei Jahren beantragt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte gilt bis zu seiner rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.

Die Staatsanwaltschaft Mosbach hatte dem 37-jährigen Mann rumänischer Staatsangehörigkeit vorgeworfen, dass er in der Nacht zum 1. März durch lautes Musik hören und Singen in der Küche der von ihm und mehreren Bauarbeitern bewohnten Wohnung in Billigheim andere Arbeiter im Schlaf gestört hat. Obwohl der 37-Jährige auch vom Geschädigten gebeten worden war, die Störung zu unterlassen, sei er dieser Aufforderung nicht nachgekommen.

Wenig später habe der Geschädigte zusammen mit sieben Arbeitern die Küche betreten. Dort sei es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen, in deren Verlauf der 37-Jährige geschlagen worden sei. Nachdem sich der Geschädigte zunächst schlafen gelegt hatte, dann aber zur Toilette gegangen sei, habe der 37-Jährige ein Messer ergriffen, um sich für die vorausgegangene Auseinandersetzung zu revanchieren.

Als der Geschädigte im Begriff gewesen sei, die Toilette zu verlassen, habe der 37-Jährige das Messer, das eine Klingenlänge von etwa zwölf Zentimetern gehabt habe, dem arg- und wehrlosen Geschädigten wuchtig in den Bauch gestoßen. Dabei habe der 37-Jährige zumindest billigend in Kauf genommen, dass der Geschädigte sterben könne.

„Eine beim Angeklagten am 1. März um 3.35 Uhr entnommene Blutprobe habe eine Blutalkoholkonzentration von 2,72 Promille ergeben. Der Geschädigte habe eine lebensgefährliche zehn bis 15 Zentimeter tiefe Stichverletzung im Unterbauch erlitten und notoperiert werden müssen“, hieß es in einer Mitteilung des Landgerichts vom 13. Juli.