Neckar-Odenwald

Erftal-Mühlenweg Vertreter des Gesamt-Odenwaldklubs beeindruckt von den historischen Relikten

Hardheim hat mit seinen Mühlen Besonderes zu bieten

Archivartikel

Hardheim.Gemeinderat Torsten Englert begeisterte mit einer umfassenden, ganztägigen Führung zu Mühlen am Mühlenweg im Erftal Franz Zoth (Dieburg), den stellvertretenden Vorsitzenden des Gesamt-Odenwaldklubs, und Dr. Alfred Scholz (Reinheim), ebenfalls kompetenter Repräsentant des Gebietswandervereins, und warb so für den Fremdenverkehr im Erftal. Die Attraktivität des Mühlenwegs mit seinen Zeugnissen der Vergangenheit wird verschiedene hessische Ortsgruppen des OWK zu Besuchen im Erftal veranlassen.

Dr. Alfred Scholz war als versierter Fachmann auf technischem Gebiet ganz speziell beeindruckt von der Führung von Josef Beichert durch die Beicherts-Mühle in Erfeld, einem höchst eindrucksvollen, bestens erhaltenen und liebevoll gepflegten kulturellen Zeugnis der Mühlenkultur vergangener Zeiten.

Nach dem Besuch der Steinemühle in Hardheim unter Führung von Inhaber, Frank Müller, einem modernen und noch aktiven Mühlenbetrieb, sah Scholz es als absolut gerechtfertigt an, für den Besuch im Erftal mit seinen Mühlen zu werben. Und zwar auch in der „Dorflinde“, Verbandszeitschrift und Wandermagazin des Odenwaldklubs, in Verbindung mit dem von Siggi Horn im „Mixeum Eirich“ souverän vermittelten Wissen über den „Weg von der mechanischen Werkstatt zum weltweiten Technologieunternehmen“.

Angetan zeigten sich die Besucher auch von den Begegnungen mit Repräsentanten der Familien Gärtner und Ebert von der ehemaligen Volksmühle und der Gärtnersmühle, die als Bäckerei ausgebaut ist. Dort imponierten den Besuchern die oberschlächtigen Wasserräder und andere, über den Mühlenbetrieb hinausgehenden kulturellen Relikte.

In Erfeld erwies sich Josef Beichert von der nach wie vor vollständig erhaltenen und in allen Bereichen funktionierenden Beicherts-Mühle als engagierter Fachmann in Sachen Mühlenkultur. Mit seinen Erläuterungen und der Demonstration des früheren Mühlenbetriebs verdeutlichte er auch die Entwicklung desselbigen. Er zeigte, wie sich nach der Nutzung von Mörsern, Stampfgeräten und Handmühlen die Antriebstechnik der Mahlgeräte bis hin zu den späteren Mühlen verbesserte, die noch im 20. Jahrhundert mit Wasserrädern – heute aber fast ausschließlich mittels Turbine– betrieben werden.

Josef Beichert beleuchtete die Geschichte der nachweislich seit 1357 bestehenden, gleichnamigen Mühle. Seit 1841 ist diese im Besitz seiner Familie. Nachdem sie einem Brand zum Opfer gefallen und 1899 der Betrieb wieder vollständig aufgenommen worden war, blieb sie bis 1973 in Betrieb. 1919 und 1926 wurden die zwei Wasserräder durch zwei Turbinen ersetzt. Eine davon diente dem Mühlenbetrieb, die andere pumpte Wasser nach Waldstetten.

Die Repräsentanten des Odenwaldklubs erkannten, dass sich ein Besuch im Erftal auf jeden Fall lohnt. Auch Frank Müller von der Steinemühle nahm sich Zeit, die Besucher über die Arbeit in einem modernen, vollautomatischen Mühlenbtrieb umfassend zu informieren.

Von der Mehrzahl der früher 17 Mühlen im Erftal bis hin zur Lindenmühle vermittelten Stippvisiten und weiterführenden Erläuterungen von Torsten Englert Eindrücke. In diesem Zusammenhang fand auch das für den Fremdenverkehr bedeutsame und renommierte Waldhotel „Wohlfahrtsmühle“ Interesse. Denn auch dort lassen sich noch mancherlei Relikte des früheren Mühlenbetriebs finden. Als wichtig für den Fremdenverkehr wurden auch die Ferienbauernhöfe wie der der Familie Schmitt in Vollmersdorf und des Reiterhofs Odenwald in Dornberg erwähnt. Die Repräsentanten des Gesamt-Odenwaldklubs dankten für die informative und aufwändige Führung durch Torsten Englert und verdeutlichten die Pläne zum Besuch hessischer OWK-Ortsgruppen in Hardheim. Sie dankten aber auch dem früheren Ortsgruppen-Vorsitzenden Elmar Zegewitz für dessen Wirken als Fachwart für Kultur im Odenwaldklub. Z