Neckar-Odenwald

Informationsveranstaltung Das Ehrenamtszentrum Neckar-Odenwald-Kreis gibt Hilfestellung bei Fragen zur Führung von Vereinen

Hemmschwellen abzubauen, war das Ziel

Archivartikel

Heidersbach.Viele ehrenamtlich geführte Vereine, Gruppen und Organisationen tun sich derzeit schwer, neue Vorstandsmitglieder zu finden. Viele Anwärter auf ein solches Amt fürchten sich vor den unbekannten Herausforderungen und der damit verbundenen Verantwortung. Vor diesem Hintergrund lud das Ehrenamtszentrum Neckar-Odenwald zu einer Informationsveranstaltung ins „Hällele“ nach Heidersbach, um Hemmschwellen abzubauen und Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

„Wo lauern Stolpersteine?“

„Was muss ich eigentlich beachten, wenn ich ein Amt als Vorstand, Schriftführer, Kassenwart oder Beisitzer in einem Verein oder einer Gruppe in rechtlich unselbstständiger Struktur antrete? Wo lauern Stolpersteine und wo bekomme ich Unterstützung?“, stellte der Leiter des Ehrenamtszentrums, Volker Noe, zu Beginn seines Vortrags in den Raum. Ziel der Veranstaltung war es, diese Fragen zu beantworten und die Anwesenden für die verschiedenen Themen zu sensibilisieren.

Nach einer kurzen Exkursion über die Bedeutung des Ehrenamts, gerade für ländlich geprägte Regionen wie der Neckar-Odenwald-Kreis, wurde das Vereinsregister näher erklärt. Dies wird seit mittlerweile vier Jahren beim Amtsgericht in Mannheim geführt. Eingetragene Vereine sind verpflichtet Vorstands- und Satzungsänderungen zeitnah einzureichen.

Die häufigsten Beanstandungsgründe, die hierbei auftreten, sind fehlerhaft eingereichte Protokolle, falsch einberufene Mitgliederversammlungen und Mängel bei der Durchführung der Versammlungen. „Wer da nicht aufpasst, läuft Gefahr, die Versammlung wiederholen zu müssen“, mahnte Noe.

Ein Vorteil des eingetragenen Vereins sind haftungsrechtliche Erleichterungen für die Mitglieder. Dennoch ist es notwendig, sich im Verein über notwendige Versicherungen Gedanken zu machen. Empfehlenswert sind eine Haftpflicht- und eine Veranstalterhaftpflichtversicherung.

Weitere Unsicherheiten im Vereinsalltag gibt es bezüglich der Gemeinnützigkeit. Bei der Buchführung muss in verschiedenen steuerlich bedeutsamen Vereinstätigkeiten unterschieden werden. Dies sind der ideelle Bereich, die Vermögensverwaltung, der steuerbegünstigte Zweckbetrieb sowie der steuerpflichtige wirtschaftliche Geschäftsbetrieb. Noe erklärte auch die bestehenden Freigrenzen zur Besteuerung, dem Umgang mit der Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale sowie der Behandlung von Geld- und Sachspenden. Das Finanzamt berät zum Thema Gemeinnützigkeit. Ehrenamtlich Tätige erhalten dort Hinweise zur Vereinsbesteuerung. Wichtig ist, immer zwar, bevor man eine Maßnahme oder Veranstaltung durchführt und zwar bevor man eine Maßnahme oder Veranstaltung durchführt.

Ein Reizthema in Ehrenamtskreisen ist oft der Umgang mit der Gema. Hier warb der Referent für Verständnis, da die Musikschaffenden für die Verwendung ihres geistigen Eigentums auch ein Recht auf Bezahlung haben.

Danach zeigte Noe ausführlich auf, welche Veranstaltungen gebührenpflichtig sind, wie die Anmeldung funktioniert und wann es Vergünstigungen gibt. Neu war hier für viele Teilnehmer die Anwendung der Angemessenheitsregelung – bei weniger gut besuchten Veranstaltungen kann man hiermit die Gebühr erheblich verringern.

Veränderungen durch die DSGVO

Ein Muss für jeden Verantwortlichen ist die Auseinandersetzung mit der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Im Bereich der Informations- und Dokumentationspflichten gibt es durch die Verordnung wesentliche Neuerungen. Dazu sind Vereinsordnungen zu erlassen oder anzupassen und in bestimmten Fällen Einwilligungen der Mitglieder einzuholen. Ebenso besteht bei einem vorhandenen Internetauftritt Handlungsbedarf.

Im Schlussteil der Veranstaltung wurde ein kurzer Überblick über die Maßnahmen gegeben, die bei einem Fest im Freien zu beachten sind und worauf man bei der Öffentlichkeitsarbeit Wert legen sollte.

„Nutzen Sie unseren Internetauftritt und rufen Sie uns bei Unklarheiten an, wir unterstützen Sie im Rahmen unserer Möglichkeiten und können Ihnen Kontakt zu weiteren Ansprechpartnern bei Behörden und Verbänden vermitteln“, warb Volker Noe zum Ende der Veranstaltung für die Unterstützungsmöglichkeiten des Ehrenamtszentrums.

Mittlerweile gebe es viele Mustervordrucke und Formulierungshilfen, die auf Nachfrage zur Verfügung gestellt werden können. Eine Tatsache, die die auffallend vielen jungen Teilnehmer der Informationsveranstaltung dankend zur Kenntnis nahmen.