Neckar-Odenwald

Auf den ersten Blick haben’s die Hessen besser Spitzenreiter mit durchschnittlich 233 Euro ist der Kreis Offenbach

Im Kreis lag das Wohngeld bei 147 Euro

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Wohngeld als Mietpreisbremse: Im Neckar-Odenwald-Kreis sorgten höhere Einkommensgrenzen und neue Wohngeldsätze als Zuckerle zur Bundestagswahl 2016 bis zum 31. Dezember 2016 für einen Anstieg der Wohngeldempfänger auf 939 mit Wohngeld unterstützte Haushalte.

Das betrifft einerseits Menschen, die an der Miete zu knabbern haben oder die andererseits mangels Einkommen mit dem Unterhalt des Häusles Probleme haben. Im Neckar-Odenwald-Kreis lag das durchschnittliche Wohngeld zuletzt bei 147 Euro.

In der Bundesliga auf Platz 227

Das langte in der Bundesliga der Wohngeldhaushalte zu Platz 227 unter 405 ausgewerteten Städten und Kreisen inklusive Stadtstaaten. Spitzenreiter ist der Kreis Offenbach in Hessen. Dort liegt das durchschnittliche Wohngeld bei 233 Euro.

Dass die Menschen im Kreis Offenbach mehr als die im Neckar-Odenwald-Kreis bekommen liegt nicht daran, dass sie besonders arm sind. Sondern daran, dass sie arm dran sind, weil ihre Mieten besonders hoch sind.

Denn je nach Kreis oder Ort und lokalen Mieten gelten Mietenstufen und Höchstbeträge, die den Betrag bestimmen, bis zu dem die Miete durch das Wohngeld bezuschusst wird.

Ein Beispiel: Für zwei Personen in der höchsten Mietenstufe 6 sind bis zu 633 Euro Miete zuschussfähig. In der niedrigsten Stufe sind es 378 Euro. Wohlgemerkt, das ist die Miete, nicht der Zuschussbetrag.

939 Empfänger

An Zuschuss hat ein Wohngeldhaushalt im Neckar-Odenwald-Kreis durchschnittlich bis zum 31. Dezember 2016 (das sind die frischesten Daten) 147 Euro pro Monat erhalten und es gab 939 Empfänger-Haushalte (2015: 537).

Nach den Daten des Statistischen Landesamtes wurden 880 Haushalte bei der Miete unterstützt (140 Euro im Monat), 59 Haushalte erhielten Lastenzuschuss (251 Euro pro Monat), sprich hatten eigenes Häuschen oder Wohnung. Der Einzelbetrag läppert sich: Insgesamt wurden im Neckar-Odenwald-Kreis 2016 rund 1,66 Millionen Euro ausbezahlt. (2015: 0,60 Millionen Euro). 2010 hatte das durchschnittliche Wohngeld bei uns noch bei 130 Euro gelegen und 1.436 Haushalte wurden mit 2,24 Millionen Euro unterstützt.

Die Mietpreisbremse 1.0 wurde in den 60ern erfunden. 1965 wurde das erste Wohngeldgesetz beschlossen, um Einkommensschwachen zu helfen, ihre Miete zu zahlen oder ein Häusle behalten zu können. Das Wohngeld wird dabei nur zusätzlich zum Einkommen aus Arbeit oder Rente als Mietzuschuss bei Mietern oder Lastenzuschuss bei Eigentümern gezahlt.

Ohne Einkommen geht’s nicht

Ohne Einkommen geht’s also nicht. Ein Miete/Gehaltsvergleich sieht dabei so aus: Tragbar schien damals für eine vierköpfige Familie von Großverdienern mit über 1000 DM monatlich eine Miete von 21 Prozent, sprich bei 210 Mark Miete gab’s nichts.

Für eine Familie mit acht und mehr Köpfen und einem Einkommen von 200 DM sah die Tabelle fünf Prozent als Eigenanteil an = zehn DM. Den Rest der Miete übernahm der Staat.

Und warum wurde zur Mietpreisbremse 1.0 noch die Mietpreisbremse 2.0 erfunden? Sagen wir mal so: Beim Wohngeld muss der Staat ins eigene „Kässle“ greifen, der Mieter wird entlastet und das Geld landet am Ende beim Vermieter, der seine Miete bekommt.

Geld und die Lust verlieren

Bei der Mietpreisbremse gibt der Staat die Anweisung, dass der Vermieter nicht mehr kassieren darf. Da verliert der Vermieter Geld. Eventuell aber auch die Lust am Vermieten oder investieren. zds