Neckar-Odenwald

Neue Sonderausstellung Kunstwerke von Helmut Göbel passen wunderbar in das Ambiente des Osterburkener Römermuseums

Imaginäre Archäologie freigelegt

Archivartikel

Architekt Helmut Göbel ist seit mehr als 40 Jahren künstlerisch tätig und setzt seinen Schwerpunkt auf die Archäologie, denn er lässt sich gerne von prähistorischen Kunstplätzen und antiken Ruinen inspirieren.

Osterburken. Das Thema von Helmut Göbels Ausstellung, die im Römermuseum in Osterburken im Beisein zahlreicher Kunstinteressierter und Ehrengäste eröffnet wurde, lautet: „Freilegung – imaginäre Archäologie“. Dabei handelt es sich um Ausgrabungsstätten aus seiner Fantasie, die er zutage fördert. Mit echten Erden, Acryl und Öl arbeitet er auf Kantholz, immer aus der Vogelperspektive.

Der Bad Sodener Künstler (77) bereiste seit den 80er Jahren den Mittelmeerraum, Europa und auch Syrien, auf der Suche nach Überresten von Kulturen. Seine Werke verkörpern die in freier Komposition geschaffene grafische Darstellung dessen, was sich dem Künstler beim Betrachten von Grabungsfeldern an Ideen eröffnet.

Die Grußworte der Stadt überbrachte Bürgermeister Jürgen Galm, der neben Landrat Dr. Achim Brötel auch Dr. Martin Kemkes vom Archäologischen Landesmuseum sowie Regina Geier, Vorsitzende für den Historischen Verein, begrüßte.

27 Werke zu bestaunen

Wie Galm erklärte, passen Helmut Göbels Werke – 27 sind zu bestaunen – wunderbar in das Ambiente des Museums. Sie sind mit der Geschichte der Archäologie verbunden, eine Besonderheit und deshalb spannend und interessant.

Als „ausgesprochen spannend“ bezeichnete Landrat Dr. Achim Brötel die Ausstellung. Die „imaginäre Archäologie“ des Künstlers Helmut Göbel, der sich schon mehr als 20 Jahre mit persönlichen Freilegungen beschäftige, setze mit den Mitteln der Kunst jetzt allerdings, sozusagen bewusst, den Gegenpol dazu. „Das, was Sie freilegen, kann nämlich niemand zerstören.“

Dr. Martin Kemkes vom Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg sagte, dass man die Antike anhand von Göbels Bildern von einer anderen Seite sehen könne.

Die Einführung in die in zwei Räume gegliederte Ausstellung – „Alte Meister“ von 1991 bis 2005 und „Neue aktuelle Werke“ – gab Dr. Jörg Scheuerbrandt, Leiter des Römermuseums. Er wies darauf hin, dass das künstlerische Schaffen Göbels 1966 bei einer Reise nach Syrien in dem kleinen Ort Tadmor begann. Damals entstand der Titel der Ausstellung: „Freilegungen“.

Auf allen seinen Bildern warte etwas darauf, entdeckt, gefunden oder freigelegt zu werden. Göbel besuchte und beobachtete auch Ausgrabungen in Italien und Spanien. Seine dortigen Eindrücke „verarbeitete“ er ebenfalls in Bildern – „Alte Meister“.

„Alte Meister“ – „Aktuelle Werke“

Im kleinen Saalteil des Museums sind jüngere Werke der vergangenen Jahre zu sehen, in welchen er ein neues Feld betrat. In diesen Werken versuche er, mehr Aussagen über den imaginären Fundplatz zu erarbeiten. Was vorher in ganzen Serien mehrerer Bilder Platz fand, werde in einem Werk komprimiert. Dabei wechsle er die Perspektive und verbinde mehrere Techniken in einem Werk.

Helmut Göbel freute sich über die lebenden Worte. Er erinnerte an seine Reisen durch Europa und auch in das gastfreundliche, jetzt vollständig zerstörte Syrien. Für seine Arbeit sei es wichtig gewesen, andere Kulturen zu sehen und auch von diesen zu lernen.

Anschließend hatten die Gäste die Möglichkeit, sich in einem persönlichen Gespräch mit dem Künstler auszutauschen.