Neckar-Odenwald

Pilotprojekt in der Seelsorgeeinheit Hardheim-Höpfingen Neue Erfahrungen / Engagierter junger Arbeitskreis bringt sich ein

Kirche über die Kunst nähergebracht

Archivartikel

Hardheim.In der Seelsorgeeinheit Hardheim-Höpfingen im Madonnenland hat sich vor einiger Zeit gemeinsam mit Gemeindereferentin Claudia Beger der Arbeitskreis „Kunst und Kirche“ mit den jungen Erwachsenen gebildet. Es sind dies: Verena Ernst, Carolin Withopf, Adrian Ambiel, Lena Haas und Natascha Bienert. In Zusammenarbeit mit dem Maler Dieter Bystricky war es die Intention dieser Gruppe, Kirche noch mal auf eine andere und kunstvolle Weise mit Poetry-Slam-Texten, Anregungen und Bildern den Menschen näherzubringen. Das große Thema der Ausstellung lautete „Wer bin ich?“.

Aufgeteilt in vier Stationen zu den Themen „Ich in Entwicklung“, „Ich in Beziehung“, „Ich in Gesellschaft“ und „Persönlichkeit“ ist es ihnen gelungen, die Entwicklung der eigenen Individualität in vier grundlegenden Schritten zu durchlaufen.

Ziel dabei war es, die Zuschauer dazu anzuregen, über ihre eigene Existenz und angeeignete Verhaltensmuster nachdenken zu können und diese vielleicht auch mal zu hinterfragen. Denn bei diesem Projekt ging es nicht um die Künstler oder ihre Werke, hier drehte es sich um jeden Einzelnen selbst.

Vom 22. Juli und bis zum 24. September ist die Ausstellung in der Kirche St. Alban in Hardheim aufgebaut. Direkt am 22. Juli fand der erste öffentliche Rundgang statt, in dem jeder eingeladen war, sich auf eine kreative Reise auf die Suche nach sich selbst zu begeben. Die Resonanzen waren ganz unterschiedlich. Einige Menschen konnten mit den Kunstwerken zunächst nicht viel anfangen und sich wenig identifizieren, ihnen gelang es, durch die verschiedenen Texte einen Bezug dazu zu entwickeln. Andere wiederrum konnten sich bis zum Schluss nicht auf die Bilder einlassen, haben aber durch die Texte dennoch etwas für sich mitnehmen können.

Da die gesprochenen Texte auf CD gespielt und in der Kirche an den Stationen abhörbar zur Verfügung standen, konnte die Ausstellung die gesamte Zeit besucht und auch alleine durchlaufen werden.

Die Religionslehrer des Walter-Hohmann Schulzentrums meldeten ihr Interesse an der Ausstellung an und baten um Verlängerung der zunächst angedachten vier Wochen. So konnten sie mit den Klassen 8 bis 10 von Adrian Ambiel und Natascha Bienert in kleinen Gruppen durch die Ausstellung geführt werden.

Hierbei durften die Schüler sich beteiligen, auf viele Bilder wurde ausführlich eingegangen. Großen Wert legten Bienert und Ambiel darauf, die Gedanken und Gefühle der einzelnen Schüler miteinzubeziehen. Auch hier half die gemeinsame Bearbeitung der einzelnen Themenfelder, einen Bezug zu den Gemälden herzustellen und eine gewisse Offenheit gegenüber dieser Form von Kunst zu entwickeln.

Diese Art der Kunstführung durch die einzelnen Stationen mit den Schülern war eine sehr bereichernde Erfahrung, da die Jugendlichen noch mal ganz neue Gedanken einbrachten, die der Arbeitskreis zuvor gar nicht im Blick hatte. So bereicherte die Auseinandersetzung mit der Ausstellung nicht nur die Zuschauer, sondern tatsächlich auch das gesamte Team „Kunst und Kirche“, da in der Zeit der Ausstellung unglaublich viele neue Ideen von außenstehenden Personen dazugekommen sind.

So ist es gelungen, eine Vielzahl neuer Ideen zu entwickeln und vielleicht auch zu spannenden und neuen Erkenntnissen zu kommen.

Das Team „Kunst und Kirche“ soll auch zukünftig bestehen bleiben. Die Erfahrungen der letzten Wochen haben gezeigt, dass durch den Austausch mit einer größeren Zahl an Menschen mehr wertvolle Ideen zusammenkommen und so würde sich der Arbeitskreis jederzeit über neue Mitglieder freuen.

Natascha Bienert fasst die Hoffnung des Teams so zusammen, dass Kunstinteressierte wie auch Künstler, die Interesse haben, sich kreativ einzubringen und neue spannende Ideen im Zusammenhang mit dem Glauben zu entwickeln, sich im Hardheimer Pfarrbüro oder bei den Mitgliedern des Projektes „K & K“ melden und informieren können. Natascha Bienert