Neckar-Odenwald

Futterpflanzen in Gefahr Ministerium gewährt Sondergenehmigungen aufgrund der Trockenheit

Landratsamt rechnet mit Einbußen von bis zu 40 Prozent

Neckar-Odenwald-Kreis.Hitze und Trockenheit setzen den Futterpflanzen auch im Neckar-Odenwald-Kreis zu. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat daher entschieden, dass Flächen, die als ökologische Vorrangflächen eigentlich nicht genutzt werden dürfen (sogenannte öVF-Brachen), zur Verfütterung zugelassen werden.

Neben der Eigennutzung ist die kostenlose Weitergabe im Rahmen der Nachbarschaftshilfe zulässig. Die Nutzung muss allerdings schriftlich angezeigt werden. Fragen hierzu beantwortet der Fachdienst Landwirtschaft des Landratsamtes.

Acht Wochen nach Aussaat

Zwischenfrüchte, die zur Bedeckung und Verbesserung des Bodens und für mehr Biodiversität angebaut werden, sollen ebenfalls zur Futternutzung geerntet werden. Jeweils acht Wochen nach der Aussaat können diese genutzt werden. Für Flächen nach dem „FAKT“-Programm gibt es noch keine Ausnahmen. Lediglich bei den Herbstbegrünungen kann zum Teil der Verpflichtungsumfang zugunsten einer Futternutzung reduziert werden.

Der Fachdienst Landwirtschaft schätzt unterdessen die Ertragsminderungen in der Landwirtschaft im Kreis auf etwa 13 Millionen Euro. Mit jedem weiteren Hitzetag steige der Schaden an.

Im Futterbau müsse insgesamt mit etwa 30 bis 40 Prozent Ertragsminderung gerechnet werden, so die Prognose des Fachdienstes. Glücklicherweise könnten die Landwirte oft auf gut gefüllte Silos zurückgreifen, denn derzeit wachse kein Grashalm auf den Wiesen und der Mais sei an vielen Stellen bereits vertrocknet und müsse vorzeitig gehäckselt werden.

An anderen Standorten sei der Mais aufgrund sehr ungleich verteilter Regenmengen und unterschiedlicher Böden noch frisch. Am besten kommen Rotklee und Luzerne mit der Trockenheit klar.