Neckar-Odenwald

Genetische Untersuchung

Mehrere Schafe im Odenwald von Wolf gerissen

Archivartikel

Mudau/Mosbach.Die Mitte September in Mudau im Neckar-Odenwald-Kreis gerissenen Schafe sind einem Wolf zum Opfer gefallen. Das teilte der Landkreis am Mittwoch mit Verweis auf Untersuchungsergebnisse des Senckenberg-Instituts in Gelnhausen mit. Die Tiere waren am 17. September in Mudau gerissen worden. Ob sich der Wolf noch in der Region aufhält oder weitergezogen ist, war nicht klar.

Die Untersuchungen haben als Verursacher einen am Institut Senckenberg bisher noch nicht erfassten männlichen Wolf ergeben. Laut der Analyse würde das Tier aus einer weit verbreiteten Alpenpopulation stammen. Im wissenschaftlichen Austausch mit den Nachbarländern wird derzeit versucht, die Herkunft des Wolfes beziehungsweise seine mögliche Wanderroute zu ermitteln, so die Auskunft der Forstlichen Versuchs-​ und Forschungsanstalt Baden-​Württemberg in Freiburg.

Durch die Aufklärung erhält der Tierhalter Anspruch auf Schadensersatz seiner getöteten Schafe. Kann ein Wolf behördlich nachgewiesen werden, können Gelder aus einer Ausgleichskasse generiert werden“, erklärt der Wildtierbeauftragte Tobias Kuhlmann. Überrascht war er von dem Vorfall im Odenwald laut der Pressemitteilung nicht, nachdem in den letzten Wochen mehrere Bilder von Fotofallen aus dem Kreis zugegangen waren, die einen Wolf abbilden. Am 16. September war ein verletztes Weideschaf tot aufgefunden worden. Nachdem ein Tag später zwei weitere gerissene Tiere entdeckt wurden, wurde die Landkreisverwaltung eingeschaltet.

Seit 2015 wurden in Baden-Württemberg mehrere Wölfe nachgewiesen. Im Schwarzwald haben sich nach Angaben des Umweltministeriums zwei Tiere dauerhaft niedergelassen. Nutztierhalter erhalten deshalb für den Schutz ihrer Herden Geld vom Land. Unter anderem werden die Materialkosten für die Anschaffung neuer wolfsabweisender Zäune oder für die Nachrüstung von offenen Ställen übernommen.

Der Wildtierbeauftragte bittet die Bevölkerung um Mitteilungen über im Zusammenhang mit Wölfen stehende Beobachtungen unter tobias.kuhlmann@neckar-odenwald-kreis.de oder 06261/84 1735.

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