Neckar-Odenwald

Versammlung des DRK-Kreisverbands Buchen Berichte und eine Ehrung standen auf der Tagesordnung der Veranstaltung in Walldürn

Norbert Kuhn Ehrenvorsitzender

Archivartikel

Im Mittelpunkt der Kreisversammlung des DRK-Kreisverbandes Buchen im Jugend- und Kulturzentrum „Alter Schlachthof“ in Walldürn standen Ehrungen und die Berichte.

Walldürn/Buchen. Der DRK-Kreisvorsitzenden, Buchens Bürgermeister Roland Burger, sagte, hinter dem DRK-Kreisverband liege ein arbeitsintensives Jahr. So habe der Bereichsausschuss für den Rettungsdienst – wie in vielen anderen Teilen Baden-Württembergs auch – im vergangenen Jahr Vorhalteerweiterungen beschlossen, die nun in diesem Jahr, auch mit einem neuen Wachestandort Oberneudorf, umgesetzt werden müssten.

Finanzielle Dinge durchleuchtet

Mit Hilfe einer externen betriebswirtschaftlichen Beratung seien seit Januar 2018 alle finanziellen Dinge, alle Buchengen gründlich durchleuchtet und die Organisation neu aufgestellt worden. Bei den Budgetverhandlungen für 2018 habe eine Steigerung von 317 854 Euro erreicht werden können, jedoch habe diese finanzielle Verbesserung nicht umfänglich realisiert werden können, da im vergangenen Jahr im Neckar-Odenwald-Kreis circa 350 NEF- und RTW-Fahrten weniger absolviert wurden. Gleichwohl, das Geld gehe dem DRK-Kreisverband Buchen nicht verloren. Soweit dieser Anspruch nicht habe realisiert werden könne, werde er bei der neuen Tarifermittlung berücksichtigt.

Bei den Verhandlungen im Juni sei nun eine weitere Erhöhung des Budget um 710 260 Euro erreicht worden. Diese Erhöhung gelte ab dem 1. September und werde ab Mitte Oktober 2019 kassenwirksam. Diese Erhöhungen würden zu einer weiteren positiven Entwicklung der Finanzlage beitragen und zum Jahresende zu einer deutlichen Verbesserung der Liquidität führen. Konsolidiert schließe der DRK-Kreisverband mit einem Minus von 52 000 Euro ab. Gegenüber 2017, wo man mit einem Minus von 187 000 Euro abgeschlossen habe, habe sich das Ergebnis deutlich verbessert. Zufrieden sei man damit aber noch nicht.

Die Eigenkapitalquote liege bei 18,6 Prozent. Zähle man die wie Ei-genkapital wirkenden Sonderposten mit 21,0 Prozent dazu, so habe man eine Kapitalposition von 40,2 Prozent. Die große Herausforderung und das größte Risiko sei es sicher, das anstehende Tagesgeschäft im Rettungsdienst zu bewältigen. Das sei aktuell die wichtigste Herausforderung. Im Kreisverband gebe es 51 Hauptamtliche/Beschäftigte, davon neun Teilzeitkräfte, 41 im Rettungsdienst und zehn in der Verwaltung, acht Auszubildende als Notfallsanitäter, eine Auszubildende in der Verwaltung und eine Studentin im Bereich BWL-Gesundheitsmanagement. Durch die Vorhalteerweiterung habe man man jedoch mit einer Unterbesetzung im Rettungsdienst zu kämpfen.

Auf Basis eines Gutachtens habe der Bereichsausschuss 2018 für 2019 eine Vorhalteerweiterung im Rettungsdienst festgelegt. Für das Kreisverbandsgebiet habe dies die Auswirkung, dass ein weiterer Rettungstransportwagen an fünf Tagen in der Woche jeweils zwölf Stunden in Oberneudorf zu installieren war. Ebenso wurde das NEF Hardheim von 12 Stunden auf 24 Stunden erweitert und in Osterburken ein weiteres NEF rund um die Uhr an 365 Tagen installiert. Diese Erweiterungen würden zu einem zusätzlichen Personalbedarf von rund neun Notfallsanitätern beziehungsweise Rettungsassistenten führen. Da dies auf Grund der Personallage nicht umzusetzen gewesen sei, habe man den Notarztstandort Osterburken an den Kreisverband Mosbach abgegeben, und den Zusatzstandort Oberneudorf würden der DRK-KV Buchen und der DRK-KV Mosbach gemein-sam stemmen.

Externes Personal im Einsatz

Wegen dieses Personalmangels und sieben Kündigungen habe man seit April dieses Jahres einen Teil der Rettungswagen durch externes Personal eines Personaldienstleisters besetzt, da ansonsten eine gesetzeskonforme Besetzung der Fahrzeuge nicht möglich gewesen wäre. Wegen dieser schwierigen Personalsituati-on befinde man sich in Gesprächen mit dem DRK-Landesverband und dem DRK-Kreisverband Mosbach mit dem Ziel, einen gemeinsamen Rettungsdienst im Neckar-Odenwald-Kreis aufzustellen.

In den zwölf Ortsvereinen des DRK-Kreisverbandes Buchen würden sich rund 840 Mitglieder zum Wohle von rund 68 000 Einwohnern aktiv einbringen, darunter 185 Jugendrotkreuz-Mitglieder. 2018 hätten insgesamt 65 Erste-Hilfe-Trainingseinheiten mit 784 Teilnehmern und 49 Erste-Hilfe-Kurse mit 894 Teilnehmern stattgefunden.

Im Bereich Hausnotruf könne man weiterhin steigende Teilnehmerzahlen verbuchen, so Burger . Seien es Ende 2017 noch 240 Teilnehmer gewesen, so sei die Zahl bis Ende 2018 auf 269 Teilnehmer angestiegen.

Die Einsatzzahlen im Krankentransport und Rettungsdienst für 2018 würden sich wie folgt darstellen: 3254 KTW-Einsätze, 3822 RTW-Einsätze, sowie 1398 NEF-Einsätze. Hier sei ein Rückgang der Einsatzzahlen im Vergleich zu den Vorjahren erkennbar, was zu weniger Einnahmen und somit zur Verschlechterung der Liquidität geführt habe. Im Folgejahr würden diese Mindereinnahmen aber wieder über die Kostenträger ausgeglichen.

Ein weiteres ständiges und sehr wichtiges Arbeitsfeld des DRK sei das Blutspenden. Bei 23 Blutspendeterminen 2018 seien im Kreisverband Buchen 4587 Blutspenden geleistet worden und dabei auch 409 Erstspender registriert worden. Dies sei im Vergleich zu 2017 eine deutliche Steigerung von rund 500 Spenden. Im Bereich Altkleidersammlung wurden in der Straßensammlung 17,6 Tonnen und in der Containersammlung 91,2 Tonnen erreicht. Burger dankte allen, die sich für das DRK engagiert haben.

Der Bericht von Schatzmeister Willi Weismann folgte. Die für die Kassenrevision zuständige Steuerberatungs GmbH Dr. Mühling und Collegen bestätigte eine einwandfreie Kassenführung, woraufhin die Versammlung bei 31 Enthaltungen Beschluss fasste über die vorliegende Jahresrechnung 2018 und den zuvor gehörten Prüfbericht zustimmend zur Kenntnis nahm.

Berichte der Abteilungen

Den Bericht der Kreisbereitschaftsleitung trug Kreisbereitschaftsleiter Dominic Burger-Graseck vor. Erstmalig wurde in Zusammenarbeit mit dem DRK-Kreisverband Mosbach eine Gruppenführer-Ausbildung auf Standortebene durchgeführt. Ebenfalls zum ersten Mal wurde die BOS-Führerschein-ausbildung angeboten, die es ehrenamtlichen Helfern ermöglicht, Ein-satzfahrzeuge bis 7,5 Tonnen zu fahren. Die Helfer-vor-Ort-Gruppen des DRK-Kreisverbandes hätten im 2018 circa 750 Einsätze geleistet.

Martin Folhoffer vom Team Kreisjugendleitung zeigte in seinem Bericht über die Aktivitäten des Jugendrotkreuzes auf, dass das JRK derzeit 276 Mitglieder zählt, von denen 50 gleichzeitig auch in der jeweiligen Bereitschaft geführt sind.

Sigrid Albrecht als Sprecherin der BBO-Gruppe informierte unter anderem über die sechs Kontakttreffen von Menschen mit Behinderungen und helfenden Nichtbehinderten sowie über die Be-treuung vieler Menschen mit Behinderung durch den Arbeitskreis BBO.

Renate Albrecht als Mitglied des DRK-Kreisverbandes Buchen im Leitungs- und Koordinationsteam „Notfallseelsorge/Notfallnachsorge“, das sich aus 41 Mitarbeitern des DRK KV Buchen, des DRK-KV Mosbach, der Feuerwehr, der Evangelischen und der Katholischen Kirche zusammensetzt, berichtete von 79 Einsätzen.

Yvonne Wolfmüller als DRK-Kreissozialleiterin berichtete über Projekte wie Gesundheitsförderung, Hausnotruf oder Demenzgruppe.

Die Versammlung nahm auf Antrag von Bürgermeister Markus Günther (Walldürn) einstimmig die Entlastung des Kreisvorstands vor. Vom DRK-Kreisvorsitzenden wurden die beiden bisherigen DRK-Kreisjugendleiter Sabrina Hirt und Martin Folhoffer und danach von der DRK-Kreisversammlung die beiden neu gewählten DRK-Kreisjugendleiter Lyleen Adelmann und Lars Fleckenstein (beide Hardheim) in ihrem Amt bestätigt.

Norbert Kuhn vom DRK-Ortsverein Höpfingen als DRK-Urgestein und DRK-Legende wurde von der DRK-Kreisversammlung aufgrund seiner jahrzehntelangen Verdienste für das Deutsche Rote Kreuz auf Orttsverein, Kreisverbands- und Landesverbandsebene in einstimmigem Votum zum Ehrenmitglied des DRK-Kreisverbandes Buchen gewählt und von Roland Burger mit der Ernennungsurkunde und einem Präsent bedacht.

Mit einem Anerkennungspräsent bedacht wurden die JRK-Bambini des DRK-Ortsvereins Höpfingen, die betreut von den drei Gruppenleiterinnen Diana Nied, Kirstin Kuhn-Weidner und Ronja Weber beim Landeswettbewerb 2019 des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg den 1. Platz belegten und somit Landessieger 2019 wurden. ds