Neckar-Odenwald

AWO-Jubiläums-Fußballcup Das Miteinander gewinnt / Faire Spiele, eine gute Gemeinschaft und taktischer Fußball

„Normalität im Miteinander“

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.100 Jahre AWO, dieses Jubiläum bot der AWO Neckar-Odenwald einen prima Anlass für ein spannendes Event. Auf dem Gelände des FC Mosbach wurde der AWO-Fußball-Jubiläumscup ausgetragen. Dabei spielten die Fußballer der DynAWO Mosbach – zwei Mannschaften von Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen – im Unified-Modus gemeinsam mit anderen Mannschaften um den AWO-Cup. Jeder Mannschaft wurden ein bis zwei Politiker zur Verstärkung zugelost.

„Ich freue mich sehr, dass einige Politiker unserer Einladung gefolgt sind, um entweder mitzuspielen oder die Spieler anzufeuern“, sagte Gabriele Teichmann, Vorsitzende des mitveranstaltenden AWO Stadtverbands Mosbach und Umgebung. „Danke, dass sie sich heute Zeit nehmen und hier sind. Denn Zeit ist das größte Geschenk, das man den Menschen machen kann. Sie zeigen, dass Sie keine Schönwetterpolitiker sind, sondern sich für die Menschen einsetzen!“

Spannende Spiele

Die Zuschauer sahen spannende Wettkämpfe, bei denen sich die Spieler nichts schenkten. Stadionsprecher Roland Herberger, ein Verwandter der Spieler- und Trainerlegende Sepp Herberger, bewertete das Spielgeschehen: „Es waren faire, schöne Spiele mit hohem Niveau. Trotz guter Torwartleistungen haben die Spieler viele Tore erkämpft. Wir haben taktische Spielzüge und interessante Zweikämpfe gesehen. Dabei wurde fair gespielt, sodass die Schiedsrichter Apacik und Jaksz ihre gelben und roten Karten steckenlassen konnten.“ Roland Herberger als Fußballer, Sportlehrer und Vorsitzender des AWO-Kreisverbands Karlsruhe Land war der perfekte Stadionsprecher, während AWO-Mitarbeiter Gerd Straub sehr gut die Position des Spielleiters ausfüllte.

Ein besonders schönes Tor schoss AWO-Mitarbeiter Toni Stötzer, der die beiden Mannschaften trainiert und bei DynAWO 2 mitspielte: Er nahm den Ball in der Luft ab und schoss ihn direkt ins Tor. Aber auch im hochkarätigen Spiel Johannes-Diakonie 1 gegen DynAWO 1 fiel ein schönes Tor kurz nach dem Einwurf. Am Schluss siegte verdient die Mannschaft FSV Bad Friedrichshall mit neun Punkten, gefolgt von Johannes-Diakonie 2 und DynAWO 1. Viel Beifall spendeten die Zuschauer der Torfrau von Johannes-Diakonie 1 und ihrem Kollegen von Johannes-Diakonie 2, die auch harte Schüsse sauber hielten. „Zuerst einmal habe ich zurückhaltender gespielt, weil ich die Spieler noch nicht einschätzen konnte. Als ich gemerkt habe, dass hier richtig gut Fußball gespielt wird, habe ich Gas gegeben“, so Jürgen Galm, Bürgermeister von Osterburken, nach dem Turnier.

Beim AWO Jubiläumscup ging es jedoch nicht zuerst ums Gewinnen, sondern um das Miteinander. Die Mannschaften und ihre Unterstützer kämpften und setzten sich mit ganzer Kraft für den Sieg ein; gleichzeitig gönnten alle Mannschaften dem Sieger den Gewinnerpokal. „Die AWO Neckar-Odenwald hat ihr Ziel erreicht, ein inklusives Sportereignis ins Leben zu rufen“, sagte AWO Geschäftsführer Peter Maurus. „Wir haben Menschen mit und ohne psychische Erkrankung oder geistige Behinderung zusammengeführt – eine Chance für alle, Normalität im Miteinander zu erleben.“