Neckar-Odenwald

Zweckverband Seckachtal Bauarbeiten an der Kläranlage kosten mittlerweile 18,7 Millionen Euro / Verbandsversammlung mit kritischen Fragen an das Planungsbüro

Projekt wird 6,7 Millionen Euro teurer

Roigheim/Osterburken.Der Haushaltsplan 2019 sowie die Erneuerung der Kläranlage in Roigheim standen im Mittelpunkt der jüngsten Verbandsversammlung des Zweckverbandes Gruppenkläranlage Seckachtal im Rathaus Roigheim.

Wie Kämmerer und Verbandsrechner Horst Mechler mitteilte, werde der teilweise Neubau der Kläranlage teurer als geplant. Die Maßnahme mit einer begleitenden Ertüchtigung der Kläranlage in Roigheim sei aufgrund des großen Volumens vom Regierungspräsidium in zwei Funktionsabschnitte aufgeteilt worden. Dafür liegen auch Förderbescheide vor, so Mechler. Die Verbandsversammlung sei kontinuierlich über die Kostenentwicklung bei diesem Großprojekt informiert worden. Hierzu wurden Stellungnahmen und Erläuterungen der Geschäftsleitung des beauftragten Büros Weber Ingenieure eingeholt.

Die Kosten für die Baumaßnahme sind von der ursprünglichen Kostenkalkulation in Höhe von zwölf Millionen Euro auf bisher rund 18,7 Millionen Euro angewachsen. Angesichts der Kostensteigerung musste die Geschäftsleitung von Weber Ingenieure zu den kritischen Fragen der Verbandsversammlung Stellung beziehen. Das Gesamtkostenrisiko wird jetzt auf rund 20 Millionen Euro beziffert. Die Verbandsversammlung hat sämtliche Mehrkosten, die generell mit gestiegenen Kosten in der Baubranche als auch mit Engpässen bei der Lieferung begründet wurden, beim Regierungspräsidium angemeldet, die zwischenzeitlich von dort auch per Bescheid anerkannt worden sind.

Haushaltsplan vorgestellt

Den bereits nach dem neuen Kommunalen Haushaltsrecht erstellten Haushaltsplan stellte Mechler auch vor. Er betonte, dass mit Beginn des Haushaltsjahres 2019 der Zweckverband das Haushalts- und Rechnungswesen auf die kommunale Doppik umgestellt habe. Zur Vermögensbewertung sei das Kommunalbüro Rödl und Partner beauftragt worden.

Aufgrund einer Ausgabenschätzung des Ingenieurbüros wurden die Haushaltsmittel des Jahres 2019 eingeplant. Die für den Austausch der Steuerungstechnik an verschiedenen Regenüberlaufbecken in Adelsheim erforderlichen Mittel werden ebenfalls in den Vermögenshaushalt aufgenommen. Der Haushaltsplan wird in den Ausgaben und Einnahmen auf 948 345 Euro festgesetzt. Der veranschlagte Finanzierungsmittelbedarf aus Investitionstätigkeit beläuft sich auf etwa 5,6 Millionen Euro, der Finanzierungsmittelüberschuss auf circa 3,7 Millionen Euro. Dadurch ergibt sich ein Soll-Saldo im Finanzhaushalt in Höhe von ungefähr 1,8 Millionen Euro. Der Höchstbetrag der Kassenkredite wurde auf zwei Millionen Euro festgesetzt. Der Haushaltsplan mit Satzung wurde einstimmig beschlossen.

Beim nächsten Punkt informierten sowohl Diplom-Ingenieur Andreas Ebermeier als auch Alexander Weber vom Büro Weber über den Stand der laufenden Bauarbeiten, die derzeit im Zeitrahmen liegen. Die geplante Auftragsvergabe für das Gewerk „Belüftung und Gebläse für die Belebungsbecken Eins und Zwei, Finanzierungsabschnitt Eins“ konnte nicht erfolgen, da festgestellt wurde, dass bei der öffentlichen Ausschreibung erneut Verfahrensfehler entstanden sind.

Über das Ergebnis einer im Jahre 2017 erfolgten Kanaluntersuchung nach der Eigenkontrollordnung berichtete Diplom-Ingenieur Carsten Sans vom Büro Walter und Partner (Adelsheim). Wie er sagte, wurden die Verbandsammler von Schlierstadt nach Zimmern und Hemsbach nach Adelsheim Nord sowie von Osterburken nach Adelsheim befahren. Für die Beseitigung der Mängel, die jedoch nicht gravierend seien, müsste jedoch ein Betrag in Höhe von 795 000 Euro aufgewendet werden. Die Kosten für die Schäden, die sofort zu beheben seien, belaufen sich auf rund 300 000 Euro. Eine Ausschreibung der Arbeiten soll erfolgen. F